Herman Riegel

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Herman Riegel (* 27. Februar 1834 in Potsdam; † 12. August 1900 in Braunschweig) war ein deutscher Kunsthistoriker, Museumsdirektor, der zur Gründung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins (ADSV) aufrief.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herman Riegel arbeitete zunächst in der Buchhandlung seines Vaters Friedrich Riegel, der ein bekannter Verleger war und in dessen Verlag zwischen 1840 und 1850 beispielsweise etwa 20 Titel von Karl Friedrich Schinkel veröffentlicht wurden.

Ab Ostern 1854 studierte Herman Riegel Geschichte, Erdkunde, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin. Er verfasste sowohl belletristische, wie auch kunstgeschichtliche Artikel für unterschiedliche Zeitungen sowie einige Werke über Kunst und verschiedene Künstler, so etwa über Peter von Cornelius.

Direktor des Herzoglichen Museums in Braunschweig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er 1862 in Rostock promoviert worden war, leitete er ab 1868 das Städtische Museum in Leipzig und habilitierte sich dort 1869. Anschließend unterrichtete er einige Jahre als Privatdozent an der Leipziger Universität. Im März 1871 wurde Riegel Direktor des Herzoglichen Museums in Braunschweig und am dortigen Polytechnikum Professor für die Geschichte der Baukunst. Da die Sammlungen des Museums im Paulinerkloster sehr beengt untergebracht waren, wurde ein Neubau benötigt, dessen Durch- und Umsetzung im Wesentlichen auf Riegels Engagement zurückzuführen ist. Der Neubau des heutigen Herzog Anton Ulrich-Museums wurde 1887 eröffnet. Darüber hinaus gab er 1897 auch den Anstoß zur Erhaltung der Burg Dankwarderode. Riegel blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1900 Dozent am Polytechnikum und Direktor des Museums. Sein Nachfolger als Museumsdirektor wurde Paul Jonas Meier.

Allgemeiner Deutscher Sprachverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen belletristischen Werken offenbart er sich als dezidiert antifranzösisch, was dazu führte, dass er im August 1885 dazu aufrief, den Allgemeinen Deutschen Sprachverein (ADSV) aus der Taufe zu heben. Ab September 1885 wirkte er maßgeblich an der Gründung des ADSV mit. Zu den Vereinszielen gehörte es, alle Fremdwörter aus dem deutschen Wortschatz zu entfernen. Riegel war bis 1893 der erste Vorsitzende des Sprachvereins.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius, der Meister der deutschen Malerei. Hannover 1866.
  • Kunstgeschichtliche Vorträge und Aufsätze. Braunschweig, George Westermann 1877 – über Schinkel, Asmus Carstens (Nachträge zu des Verfassers Ausgabe der Fernow’schen Lebensbeschreibung), Julius Schnorr von Carolsfeld, Julius Thäter (Abdruck von Briefen), Georg Howaldt.
  • Meine Lebenserinnerungen. Unveröffentlichtes Manuskript, o. O. u. J. Stadtarchiv Braunschweig Signatur: H III 3: 307.
  • Beiträge zur Kunstgeschichte Italiens. Leipzig 1898.
  • Ein Hauptstück von unserer Muttersprache. Mahnruf an alle national gesinnten Deutschen. Leipzig 1883.
  • Der allgemeine deutsche Sprachverein, als Ergänzung seiner Schrift: Ein Hauptstück von unserer Muttersprache, Mahnruf an alle national gesinnten Deutschen. Heilbronn 1885.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5.
  • August Fink: Geschichte des Herzog-Anton-Ulrich-Museums in Braunschweig. Braunschweig 1967.
  • Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 19. und 20. Jahrhundert. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8.
  • Karl Steinmann: Die letzten 25 Jahre der Verwaltung des herzoglichen Museums. In: Braunschweigisches Magazin. 5, 1896, S. 33–36.
  • Reinhold Wex: Ein Museum für Braunschweig. in: 100 Jahre Museumsstr. 1. Ein Museum stellt sich aus. Ausstellung im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig vom 27. August bis 11. Oktober 1987, hg. v. dems., Braunschweig 1987, S. 11–25.
  • Paul Zimmermann: Herman Riegel †. In: Braunschweigisches Magazin. 23, 1900, S. 177–189.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]