Hindutempel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mandir ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur kroatisch-bosnischen Fußballspielerin siehe Martina Mandir.
Brihadisvara-Tempel, Gangaikonda Cholapuram, (um 1030)

Ein Hindutempel (Sanskrit: मंदिर, mandira, „Haus [einer Gottheit]“, abgeleitet Hindi mandir, „Tempel“; Tamil mit gleicher Bedeutung: கோவில், kovil oder கோயில், koyil oder koil) ist ein Sakralbau der Anhänger des Hinduismus. Er ist gewöhnlich religiösen und spirituellen Handlungen vorbehalten.

Im Hinduismus repräsentiert der Tempel (mandir) den Kosmos schlechthin. Im Tempel berühren sich die Welt der Götter und die Welt der Menschen. Im Gegensatz zum Abhalten der häuslichen Riten ist der Tempelbesuch jedoch nicht obligatorisch; es gibt fromme Hindus, die nie oder nur selten in einen Tempel gehen.

Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stiften von Tempeln gehört zu den religiös verdienstvollen Handlungen. Die größten und schönsten Tempel Indiens und Ostasiens sind herrschaftliche Bauten, aber auch in den Städten haben Kaufleute und Landbesitzer seit jeher Tempel gegründet und Dichter, Tänzer und Sanskritgelehrte begünstigt. Neben den riesigen Tempelkomplexen und Pilgerzentren wie Tirumala Tirupati gibt es Millionen von sehr einfachen Dorftempeln, in denen weniger gebildete Dorf-Brahmanen ihren Dienst verrichten, aber auch einfache Schreine ohne Brahmanen finden sich fast überall.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Tempeln dienen Brahmanen-Priester verschiedenen Ranges. In den großen Heiligtümern überlässt man die technischen Handlungen jedoch meist den Assistenten des Hauptpriesters – oft Personen geringen Ansehens. Bade- und Feuerzeremonien werden von Veda-kundigen Priestern ausgeführt. Andere Priester sind auf die Rezitation spezialisiert, andere (nicht zwangsläufig brahmanische) Helfer sind für die Waschung und Salbung des Kultbildes oder Lingams zuständig.

Im Ritual wird die Gottheit präsent; das Kernstück jeder priesterlichen Aktivität ist die Puja. Eine Predigt wie im Christentum oder im Islam spielt im hinduistischen Tempelritual keine Rolle; hierfür gibt es religiöse Vorträge, die jedoch außerhalb des Haupttempels (oft in Ashrams) stattfinden. Der Zugang zu den Tempeln für Unberührbare (Kastenlose) hat sich im modernen Indien verbessert.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tempelturm – als nordindischer shikhara oder als südindischer vimana – stellt als Abbild des mythischen Weltenberges Meru den Mittelpunkt des Universums dar. Unterhalb des Tempelturms, der bei älteren Tempelbauten häufig fehlt (z. B. Tigawa, Kunda, Bhumara, Aihole, Talagunda), befindet sich das heiligste Areal des Tempels, die Cella garbhagriha (wörtl.: „Schoßhaus“), welche das Kultbild oder den Lingam beinhaltet. Der höhlenartige und nur durch die Tür beleuchtete Raum darf nur von den Brahmanen betreten werden; die Gläubigen halten sich in den diversen Vorräumen (mandapas oder antaralas) auf. Die Hindu-Tempel sind nach einer bestimmten Ordnungsstruktur konzipiert. Es ist eines von vielen Gitterstrukturen, um einen hinduistischen Tempel zu bauen. In dieser Struktur hat die Symmetrie in jeder der konzentrischen Schichten eine Bedeutung.

Die 9x9 (81) Raster bzw. Gitterstruktur der Parama Sayika Anordnung wie er in den großen zeremoniellen Hindu-Tempel gefunden wird. Die äußerste Schicht, Paisachika padas, zeigen die Aspekte von Asuras und sind mit dem Bösen assoziiert; während die inneren Devika padas Aspekte von Devas und das Gute bedeuten. Zwischen dem Guten und dem Bösen ist die konzentrische Schicht von Manusha Padas, die das menschliche Leben bedeutet; alle diese Schichten umgeben Brahma Padas, was bedeutet, kreative Energie und die Website für Tempel primäre Idol für Darsana. Im Zentrum von Brahma Padas ist letztlich das Garbhagriha, was das Universalprinzip in allem und jedem anzeigt.[1]
Die 8x8 (64) Raster des Manduka Hindu Tempel in seinem Grundriss, nach Vastupurusa-Mandala. Ein solches 64-Raster ist die heiligste und häufigste Baustruktur für einen Hindu-Tempel. Das helle, safranfarbene Zentrum, in dem sich Diagonalen oben kreuzen, stellt den Purusha der hinduistischen Philosophie dar.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Hindutempel in London, der Neasden-Tempel, ist im nordindischen Stil erbaut, wohingegen der zweitgrößte, der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm, im südindischen Stil errichtet wurde.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hindutempel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stella Kramrisch: The Hindu Temple. Vol 1, Motilal Banarsidass, ISBN 978-81-208-0222-3
  2. http://www.kamadchi-ampal.de/