Kanchipuram

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Kanchipuram
காஞ்சிபுரம
Kanchipuram (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Tamil Nadu
Distrikt: Kanchipuram
Subdistrikt: Kanchipuram
Lage: 12° 50′ N, 79° 42′ OKoordinaten: 12° 50′ N, 79° 42′ O
Höhe: 88 m
Fläche: 11,72 km²
Einwohner: 164.384 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 14.026 Einw./km²
Website: Kanchipuram
Kanchipuram – Kailasanatha-Tempel
Kanchipuram – Kailasanatha-Tempel

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Kanchipuram (Tamil: காஞ்சிபுரம; Kurzform Kanchi, früher auch anglisiert Conjeevaram) ist eine Stadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu mit rund 165.000 Einwohnern. Kanchipuram ist eine der ältesten Städte Südindiens und zählt zu den sieben heiligen Orten des Hinduismus; es ist eine wichtige Pilgerstätte, in der Shiva und Vishnu gleichermaßen verehrt werden.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanchipuram liegt auf dem Nordufer des Palar-River im Hinterland der Koromandelküste in einer Höhe von knapp 90 m ü. d. M. und rund 85 km (Fahrtstrecke) südwestlich von Chennai.[2] Das Klima ist tropisch warm; Regen fällt beinahe nur in den Monsunmonaten Juli bis Dezember.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und regelmäßig veröffentlicht.[4] Der Zuwachs der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten ist im Wesentlichen auf die anhaltende Zuwanderung von Familien aus dem Umland zurückzuführen.

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 144.955 153.140 164.384

Gut 93 % der Einwohner Kanchipurams sind Hindus, gut 5 % sind Muslime und knapp 1 % Christen; das restlich 1 % entfällt auf Jains, Sikhs und Buddhisten[5] Die Hauptsprache ist das Tamil, das von 82 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird; 8 % sprechen Telugu, jeweils 3 % Saurashtri und Urdu und jeweils 1 % Hindi, Kannada und Marathi.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Erwerbszweig der Stadt ist die Herstellung von Seidensaris, zumeist auf Handwebstühlen. Die meisten Seidenweber sind in Genossenschaften organisiert. Dem Fremdenverkehr kommt eine zunehmend größere Bedeutung zu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britische Druckgrafik mit Darstellung eines Tempels in Kanchipuram (1811)

Kanchipuram bestand bereits in vorchristlicher Zeit. Bei Ptolemäus wird als Name Malanga genannt.[7] Im 3. Jahrhundert n. Chr. dehnte die aus Andhra Pradesh stammende Dynastie der Pallava ihren Machtbereich auf die Stadt aus und erkor sie bald darauf zu ihrer Hauptstadt. Die Pallava taten sich als Förderer des Hinduismus hervor, dennoch war Kanchipuram auch ein wichtiges Zentrum des Mahayana-Buddhismus und Jainismus. Der chinesische Mönch Xuanzang, der Kanchipuram im 7. Jahrhundert besuchte, berichtete von 80 hinduistischen Tempeln in der Stadt und einem großen buddhistischen Kloster in der Umgebung. Noch heute zeugen mehrere Tempel aus dem 7. und 8. Jahrhundert von der Glanzzeit der Stadt. Darüber hinaus galt die in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten bestehende Universität als bedeutende Stätte der Sanskrit- und Tamil-Gelehrsamkeit.

Nach der Eroberung durch die Chola im 9. Jahrhundert büßte Kanchipuram zwar seine Rolle als Herrschersitz ein, blieb aber ein wichtiges religiöses Zentrum. Ab dem 13. Jahrhundert erlebte die Stadt häufig wechselnde Herrscher: auf die Chola folgten die Pandya, die Chalukya von Badami und das Reich Vijayanagar. Nach den Karnatischen Kriegen (1744–1763) geriet Kanchipuram unter den Einfluss der Britischen Ostindien-Kompanie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanchipuram ist auch als „Stadt der tausend Tempel“ bekannt. Tatsächlich sind noch rund 200 hinduistische Tempel erhalten, davon mehrere, deren Ursprünge noch in der Glanzzeit der Pallava (7. und 8. Jahrhundert) liegen, die jedoch während der Herrschaft der Cholas oder des Vijayanagar-Reiches umgebaut oder erneuert wurden. Kanchipuram gehört zu den wichtigsten Pilgerstätten Tamil Nadus und wird daneben in geringerem Umfang auch von ausländischen Touristen besucht, oft im Rahmen eines Tagesausflugs von Chennai oder Mamallapuram.

Kailasanatha-Tempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste aller noch erhaltenen Tempel, der überwiegend aus Sandstein bestehende Kailasanatha-Tempel zu Ehren Shivas (tam. Sivan), wurde um 700 unter Weiterentwicklung der in Mamallapuram entwickelten Prinzipien erbaut. Bis heute hat er kaum bauliche Veränderungen erfahren und gilt daher als eines der herausragendsten Beispiele der frühen hinduistischen Tempelbaukunst im südindischen Dravida-Stil, auf die sich 300 Jahre später noch die Chola in ihren Bauten beziehen sollten. Hier sind sogar noch Wandmalereien aus der Entstehungszeit erhalten geblieben. Um das nach Osten hin geöffnete zentrale Heiligtum (garbhagriha), das von einem vierstöckigen Tempelturm (vimana) überragt wird, sind sieben kleinere Schreine angeordnet, die ebenfalls von kleinen Türmen bekrönt werden. Östlich schließt sich eine ursprünglich freistehende Vorhalle (mandapa) an, die wahrscheinlich erst im 14. Jahrhundert durch eine weitere Halle mit dem eigentlichen Tempel verbunden wurde. In die rechtwinklige Umgebungsmauer des Tempelkomplexes sind zahlreiche kleine Zellen mit Vimanas eingelassen. Über dem östlichen Eingangstor erhebt sich ein Turm, der bereits Merkmale der späteren, prachtvoll ausgestalteten Tortürme (gopurams) Südindiens aufweist.

Vaigunda-Perumal-Tempel

Vaigunda-Perumal-Tempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser im 11. Jahrhundert errichtete Tempel gilt als gutes Beispiel für die ausgereiftere Architektur der Chola-Zeit, wobei der Turmaufbau später erneuert worden sein könnte. Er ist Vishnu geweiht, der in den drei übereinander gelagerten Räumen der Cella als Skulptur stehend, sitzend bzw. liegend dargestellt wird. Besonders kunstvoll sind die mit Löwen verzierten Säulengänge der Vorhalle. Reliefs entlang der Begrenzungsmauer des Tempels erzählen möglicherweise die Geschichte der Pallava-Dynastie.

Ekambaresvara-Tempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Tempel Kanchipurams stammt aus der Vijayanagar-Epoche. Er wurde 1509 zu Ehren Shivas um einen heiligen Mangobaum erbaut. Der 58 m hohe Gopuram über dem Südtor ist typisch für die spätere Dravida-Architektur. Das eigentliche Heiligtum liegt in einem der fünf Innenhöfe des Komplexes und umfasst zwei Vorhallen. Auf dem mehrere Hektar großen Gelände befinden sich zahlreiche kleinere Schreine sowie zwei Teiche.

Weitere Tempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt noch zahlreiche weitere Tempel in Kanchipuram – zu nennen sind: Karchapeswarar-Tempel, Metraleswar-Tempel, Kamakshi-Amman-Tempel u. a.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanchipuram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kanchipuram – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kanchipuram – Daten 2011
  2. Kanchipuram – Karte mit Höhenangaben
  3. Kanchipuram – Klimatabellen
  4. Kanchipuram – Census 1991–2011
  5. Kanchipuram – Census 2011
  6. Kanchipuram – Sprachen.
  7. Ptolemäus 7.1.92