Hochschule Neubrandenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hochschule Neubrandenburg
Logo
Gründung 1. September 1991
Trägerschaft staatlich
Ort Neubrandenburg
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Land Deutschland
Rektor Gerd Teschke
Studierende 2074 [1]
Mitarbeiter ca. 290
davon Professoren ca. 70
Website www.hs-nb.de

Die Hochschule Neubrandenburg ist eine der drei Fachhochschulen in staatlicher Trägerschaft und Dienstaufsicht des Bildungsministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die im Westen der Stadt Neubrandenburg in unmittelbarer Nähe zum Tollensesee gelegene akademische Einrichtung wurde 1991 mit zwei Fachbereichen gegründet und nahm im Wintersemester 1991/1992 mit 161 Studenten den Lehrbetrieb auf. Sie ist eine Campushochschule mit etwa 2.100 Studenten in 14 Studiengängen (Wintersemester 2013/14).

Ungefähr ein Drittel der Studenten ist im Fach Soziale Arbeit eingeschrieben. Weitere bedeutende Fächer sind Agrarwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Pädagogik, Geomatik, sowie Landschafts- und Umweltwissenschaften.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pädagogische Hochschule Neubrandenburg 1989–1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Zusammenlegung mehrerer Einrichtungen der Lehrerbildung, unter anderem des 1955 in Templin gegründeten Instituts für Lehrerbildung (in den Gebäuden des ehemaligen Joachimsthalschen Gymnasiums), wurde Neubrandenburg kurz vor der politischen Wende Standort der letzten in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) errichteten Hochschule. Der Bezirk Neubrandenburg hatte als einziger in der DDR noch keine Hochschule. Am 1. September 1988 wurde die nach dem KPD-Politiker und Pädagogen Edwin Hoernle benannte „Pädagogische Hochschule Neubrandenburg“ gegründet und am 1. Oktober 1989 durch Volksbildungsministerin Margot Honecker eröffnet. Sie hatte jedoch nach der Wiedervereinigung in der bestehenden Konzeption keinen Bestand. Die Lehrerausbildung wurde in die Universität Greifswald eingegliedert. Der letzte (zweite) Rektor Horst Hartmann wurde dort als Professor für Germanistik übernommen.

Das Haus 2 der Hochschule

Gründung der Fachhochschule Neubrandenburg ab 1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Liegenschaften der Pädagogischen Hochschule und mit einem großen Teil deren Stammpersonals wurde mit Wirkung zum 15. Oktober 1991 unter dem Namen „Fachhochschule Neubrandenburg“ mit zwei Fachbereichen die Hochschule Neubrandenburg neu gegründet. Als weitere Vorgängereinrichtung existierte die seit 1948 bestehende Ingenieurschule für Bauwesen im benachbarten Neustrelitz, die mit der Gründung der Fachhochschule Neubrandenburg eingestellt wurde. Den Traditionen der beiden Vorläufereinrichtungen entsprechend begann der Lehrbetrieb zum Wintersemester 1991/1992 mit 161 Studenten in den Studiengängen Bauingenieurwesen und Sozialwesen. 1992 erfolgte mit der Einrichtung des Studiengangs Agrarwirtschaft die Gründung des Fachbereichs Agrarwirtschaft und Landschaftsarchitektur. Drei Jahre danach entstand mit dem Studiengang Lebensmitteltechnologie der Fachbereich Technologie. 1996 bekamen die ersten Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Im Jahr 1998 wurde das neugebaute Laborgebäude für den Fachbereich Bauingenieur- und Vermessungswesen eingeweiht, drei Jahre später das Laborgebäude für die Fachbereiche Agrarwirtschaft und Landschaftsarchitektur sowie Technologie. Ab dem Jahr 2000 begann in den einzelnen Fachbereichen die Umstellung der meisten Studiengänge auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master. Das Hauptgebäude und die Studentenwohnheime, die bereits um 1988/1989 und damit vor der Gründung der Hochschule gebaut wurden, sind in den Jahren von 2000 bis 2005 schrittweise saniert und modernisiert worden. 2003 wurde der Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit aufgeteilt in die Fachbereiche Soziale Arbeit (gegenwärtig: Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung) und Gesundheit und Pflege.

Das Haus 3 der Hochschule

Hochschule Neubrandenburg ab 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. September 2005 lautet der Name „Hochschule Neubrandenburg“ mit dem Zusatz „University of Applied Sciences“. Im Sommer 2006 wurden die Fachbereiche neu aufgeteilt. Der Studiengang Agrarwirtschaft aus dem bis dahin bestehenden Fachbereich Agrarwirtschaft und Landschaftsarchitektur wurde mit den bisherigen Studiengängen des Fachbereichs Technologie zum neuen Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften zusammengelegt, der Studiengang Landschaftsarchitektur und Umweltplanung gehört nun zum neu geschaffenen Fachbereich Landschaftsarchitektur, Geoinformatik, Geodäsie und Bauingenieurwesen (gegenwärtig: Landschaftswissenschaften und Geomatik). Die Zahl der Fachbereiche verringerte sich damit von fünf auf vier. Zeitgleich wurde die Umstellung nahezu aller Studiengänge auf gestufte Abschlüsse nach dem Bachelor/Master-Modell abgeschlossen. Im Rahmen von Plänen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zur Reform des Hochschulwesens hat die Hochschule Neubrandenburg die Studiengänge Bauingenieurwesen, Bauinformatik und Bautechnik zum Wintersemester 2010/2011 an die Hochschule Wismar abgegeben. Eine Einschreibung für diese Studiengänge in Neubrandenburg war letztmals zum Wintersemester 2006/2007 möglich. Im Gegenzug hat der Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management in Neubrandenburg den Studiengang Management Sozialer Dienstleistungen aus Wismar übernommen.

Fachbereiche und Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hochschule Neubrandenburg bestehen derzeit folgende Studiengänge:

Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachbereich Landschaftswissenschaften und Geomatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beratung (Abschluss: Master)
  • Berufspädagogik für Soziale Arbeit, Sozialpädagogik und Kindheitspädagogik (Abschluss: Bachelor)
  • Early Education (frühkindliche Bildung, Abschluss: Bachelor)
  • Soziale Arbeit (Abschluss: Bachelor)
  • Soziale Arbeit (berufsbegleitend, Abschluss: Bachelor)
  • Social Work (Abschluss: Master)
  • Organisationsentwicklung und Inklusion (Master)

Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsflächen zur Dachbegrünung

Die Forschung an der Hochschule Neubrandenburg ist typisch für eine Fachhochschule eher praxisorientiert und auf den Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung bezogen. Sie konzentriert sich dabei auf die folgenden, zum Teil fachbereichsübergreifenden Schwerpunkte:

  • Neuartige Mess- und Analyseverfahren sowie Technologien
  • Qualitätsentwicklung und Effektivierung durch moderne Information und Kommunikation
  • Umweltgerechte Nutzung biogener und sekundärer mineralischer Rohstoffe und Erhaltung der natürlichen Ressourcen
  • Prävention, Rehabilitation, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit
  • Großbetriebliche Agrarstrukturen ländlicher Räume
  • Planungsansätze in der Landschaftsarchitektur
  • Naturschutzplanungen
  • ökologisches Bauen / Gebäudebegrünung
  • Kulturlandschaftsplanung / Konzeptionen für Gutsanlagen
  • Lebensmittel und Bioprodukte für die Zukunft

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Campus der Hochschule Neubrandenburg befindet sich westlich des Neubrandenburg Stadtzentrums und ist von dort aus fußläufig erreichbar. Zur Hochschule gehören ein Hauptgebäude mit Mensa, zwei Laborgebäude für die Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Geodäsie, Landschaftsarchitektur und Technologie, die zum Beispiel ein Technikum für Versuche im Bereich der Lebensmitteltechnologie und ein Labor für die sensorische Untersuchung von Lebensmitteln enthalten. Im Hauptgebäude (Haus 1) sind neben den Seminarräumen unter anderem die Verwaltung, das Hochschulrechenzentrum (HRZ), das Multimediazentrum (MMZ) und das Fremdsprachenzentrum untergebracht. Die Hochschulbibliothek befindet sich übergangsweise gegenüber dem Haupteingang der Hochschule in angemieteten Räumen.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule Neubrandenburg hat Partnerhochschulen in mehreren Erdteilen, bislang vor allem in Europa. Internationale Studenten gibt es jedoch in jedem Semester nur etwa zehn bis 20.[3]

Internationale bzw. binationale Studiengänge umfassen (Stand: WS 2016/17) die Master-Studiengänge „Landscape Architecture and Greenspace Management“ sowie „Nachhaltiges Landwirtschaftliches Produktionsmanagement“ und „Nachhaltiges Landnutzungsmanagement“.[4]

Aninstitute und sonstige Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Hochschule Neubrandenburg gehören folgende Aninstitute:

  • Messen-Forschen-Prüfen Institut e. V. (MFP)
  • Institut für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e. V. (IUGR/Umweltbibliothek)
  • Institut für Qualität, Verbraucherschutz und Umweltschutz in der Agrarwirtschaft an der Hochschule Neubrandenburg e. V. (IQ agrar)
  • Institut für Weiterbildung an der Hochschule Neubrandenburg e. V. (IfW)
  • Pflegewissenschaftliches Institut an der Hochschule Neubrandenburg (PIN)
  • Institut für Gesundheitsforschung und Beratung (IGb)
  • Institut für Bauwerkserhaltung e. V. (IBE)

Darüber hinaus bestehen folgende Einrichtungen und Vereine an der Hochschule oder sind mit ihr verbunden:

  • Institut für Lebensmittelforschung und -wirtschaft
  • Steinbeis-Transferzentrum „Bioprozessanalytik in der Lebensmittelproduktion“ (STZ 766)
  • Hochschulsportverein Neubrandenburg e. V.
  • Förderverein der Hochschule Neubrandenburg e. V.
  • Gesellschaft zur Förderung der Geodäsie an der Hochschule Neubrandenburg e. V.
  • Kompetenzzentrum Lebensmitteltechnologie e. V. Neubrandenburg (vormals Förderverein „Forschung und Entwicklung sowie Bildung auf dem Gebiet der Lebensmitteltechnologie“ e. V.)

In der Stadt Neubrandenburg existiert außerdem mit dem „Zentrum für Lebensmitteltechnologie Mecklenburg-Vorpommern“ (ZLT) ein branchenspezifisches Technologie- und Gründerzentrum. Die Stadtvertretung der Stadt Neubrandenburg hat seit 1992 einen Hochschulausschuss.

Stiftungsprofessuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule Neubrandenburg verfügt derzeit über zwei Stiftungsprofessuren:

  • Fachgebiet „Gesundheitsforschung: Empirische Sozialforschung und Biostatistik“ (seit Dezember 2004, gestiftet durch die Innungskrankenkassen)
  • Fachgebiet „Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement“ (seit Juni 2005, gestiftet durch die Landesversicherungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern und fünf Rehabilitationskliniken in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Northoff [Hrsg.]: Festschrift 10 Jahre Fachhochschule Neubrandenburg. Neubrandenburg 2001. ISBN 3-932227-44-1
  • Micha Teuscher [Hrsg.]: Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Hochschule Neubrandenburg. Neubrandenburg 2016. ISBN 978-3-941968-53-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochschule Neubrandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studierende an Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern 2013/14. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 23. September 2014, abgerufen am 7. November 2014 (PDF).
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hs-nb.de Website des Studiengangs. Abgerufen am 19. Januar 2016.
  3. Internationale Partnerschaften der HS NB
  4. Internationales Studienangebot

Koordinaten: 53° 33′ 24″ N, 13° 14′ 46″ O