Howard Greer

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Howard Greer (* 16. April 1886 in Rushville, Illinois;[1]7. April 1974 in Culver City, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Modedesigner und Kostümbildner beim Film.

Leben[Bearbeiten]

Rita Hayworth in einem Lamé-Abendkleid Howard Greers aus dem Jahr 1941

Howard Greer wurde 1886 auf einer Farm in Rushville, Illinois, geboren und besuchte später die Highschool und das College in Lincoln, Nebraska.[1] Nach seinem Abschluss an der University of Nebraska begann er im Jahr 1916 seine Karriere als Modezeichner für Lady Duff Gordons Modehaus Lucile Ltd. in Chicago und war später auch für die Filiale in New York zuständig. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat in Frankreich, wo er später in Paris erneut für Lucile, aber auch für Paul Poiret und Edward Molyneux tätig war. Die folgenden drei Jahre blieb er in Europa, fertigte Kostüme für Pariser und Londoner Theater an und schrieb regelmäßig Beiträge über Mode für das Theatre Magazine. 1921 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, schloss sich in New York zunächst dem Modehaus Hickson Inc. an und war anschließend für die Kostüme der Greenwich Village Follies zuständig. Deren Revue machte Hollywood auf ihn aufmerksam, worauf er ab 1923 als Chefdesigner bei Famous Players-Lasky angestellt war. Dort schuf er Kostüme für Cecil B. DeMilles monumentalen Stummfilm Die Zehn Gebote (The Ten Commandments, 1923) sowie für Stummfilmstar Pola Negri in Filmen wie Die spanische Tänzerin (The Spanish Dancer, 1923) und Ernst Lubitschs Das verbotene Paradies (Forbidden Paradise, 1924). Zu Greers Assistenten zählten seinerzeit Travis Banton und Edith Head, die später als eigenständige Kostümbildner sehr erfolgreich in Hollywood wirkten.

Nach ein paar Jahren verließ Greer das Filmstudio, aus dem später Paramount Pictures hervorging, um sich ganz seinem eigenen Modesalon für Haute Couture zu widmen, den er 1927 nahe dem Sunset Boulevard in Los Angeles eröffnete. Zu seinen Kundinnen zählten zahlreiche Filmstars, wie Greta Garbo und Rita Hayworth, für die er exklusive Abend- und Cocktailkleider entwarf. Über die Jahre wurde er vereinzelt immer wieder für Filmproduktionen, unter anderem der RKO Pictures, als Kostümbildner betraut, so auch für Katharine Hepburns Kostüme in Howard Hawks’ Filmkomödie Leoparden küßt man nicht (Bringing Up Baby, 1938). Für die vier Irene-Dunne-Filme Ruhelose Liebe (Love Affair, 1939), When Tomorrow Comes (1939), Meine Lieblingsfrau (My Favorite Wife, 1940) und Unfinished Business (1941) trat er ebenfalls als Kostümdesigner in Erscheinung. Auch Ingrid Bergmans Kostüme in Alfred Hitchcocks Ich kämpfe um dich (Spellbound, 1945) stammen von ihm.

Im Jahr 1951 veröffentlichte er seine Autobiografie unter dem Titel Designing Male. Bis 1962 blieb er der Haute Couture verbunden. Daraufhin zog er sich in den Ruhestand zurück, den er in London verbrachte. Er starb 1974 in Culver City und wurde im Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kostüme:

Literatur[Bearbeiten]

  • Greer, Howard. In: Elizabeth Leese: Costume Design in the Movies: An Illustrated Guide to the Work of 157 Great Designers. Dover Publications, 1991, ISBN 0-486-26548-X, S. 45.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Christopher Silvester: The Grove Book of Hollywood. Grove Press Paperback, 1998, ISBN 0-8021-3878-0, S. 62.