Huckelheimer Wald

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Gemeindefreies Gebiet Huckelheimer Wald mit der (gemeindefreien) Gemarkung Huckelheim
Blick in den Huckelheimer Wald
Verordnung zur Auflösung des gemeindefreien Gebiets

Der Huckelheimer Wald war bis 31. Dezember 2018 ein 6,73 km² großes gemeindefreies Gebiet im Landkreis Aschaffenburg und lag im nördlichen Teil des bayerischen Spessarts. Jetzt gehört es zu den Gemeinden Kleinkahl und Westerngrund.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet ist zu 96,0 Prozent bewaldet. Der Rest sind im wesentlichen Wege (2,3 Prozent) und Unland (1,4 Prozent).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet liegt unmittelbar an der Grenze zu Hessen, nordöstlich der Gemeinde Westerngrund, mit dem namensgebenden Ortsteil Huckelheim. Im Süden reicht die Gemarkung fast bis an die Staatsstraße 2305 und die dahinter verlaufende Kahl. Der Hohe Querberg ist mit 474 m ü. NN die höchste Erhebung im Huckelheimer Wald. An seinem Südwesthang liegt der Arzborn, die Quelle des Querbaches.

Die Gemarkung innerhalb des Gebietes trägt den Namen Huckelheim, welche nicht mit der gleichnamigen in der Gemeinde Westerngrund zu verwechseln ist. Nach dem Gemarkungsverzeichnis von Bayern handelt es sich um eine Gemarkung Huckelheim, mit Gemarkungsteilen in der Gemeinde Westerngrund (ehemalige Gemeinde Huckelheim) und dem gemeindefreien Gebiet. Mit der beschlossenen Auflösung des Gemeindefreien Gebietes zum Stichtag 1. Januar 2019 werden die Gemarkungsteile mit dem jeweiligen Namen Huckelheim vereinigt, wobei aber das an die Gemeinde Kleinkahl gehende Drittel zur gleichnamigen Gemarkung Kleinkahl kommt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde
Linsengericht
(Gemarkung
Großenhausen)
Gemeinde Biebergemünd
(Gemarkung Breitenborn/Lützel)
Nachbargemeinden
Gemeinde Westerngrund Gemeinde Kleinkahl

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berggipfel im Huckelheimer Wald sind (nach Höhe sortiert):

Historische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forstdistrikte (von West nach Ost):[1]

  • Weißer Stein (im wesentlichen Flurstück 1432)
  • Aspensschlade (1434)
  • Sange (1435)
  • Hohenfiebig (1437)
  • Querberg (1439)
  • Herzrain (1443)
  • Habersberg (1446 1446/3)
  • Menschenkopf (1445)
  • Ruheschlag (1447)
  • Lindenberg (1449)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Huckelheimer Wald war im Mittelalter im Besitz der Adelsfamilien Ulner und Groschlag von Dieburg. Im Jahr 1666 wurde der Wald an die Grafen von Schönborn verkauft.[2] Seitdem findet sich für das Gebiet auf älteren Karten der Eintrag „Schönbornsche Waldung“.[3] Die Grafen von Schönborn betrieben im und um den Huckelheimer Wald mehrere Erzbergwerke und am Wesemichshof das erste Bergwerk-Waschhaus im Spessart. Nach einem Rechtsstreit mit Kurmainz mussten diese aufgegeben werden. Der Huckelheimer Wald wurde im 19. Jahrhundert mehrfach verkauft. In den 1930 ließ der Besitzer weite Flächen des Waldes für Grubenholz fällen. Die daraufhin nötig gewordene Aufforstung wurde so mangelhaft durchgeführt, dass der Huckelheimer Wald auf Drängen des Staatlichen Forstamtes verkauft wurde.

Das gemeindefreie Gebiet Huckelheimer Wald wurde zum Stichtag 1. Januar 2019 aufgelöst und zwischen den Gemeinden Westerngrund (Westen) und Kleinkahl (Süden) aufgeteilt.[4]

Aufnehmende
Gemeinde
Anzahl
Flurstücke
Fläche
Fläche
Prozent
Lage
Westerngrund 18 4.373.591 65,0 Westen
Kleinkahl 16 2.354.677 35,0 Süden
2 Gemeinden 34 6.728.268 100,0

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Huckelheimer Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernAtlas: Historische Karte
  2. Informationstafel am Menschenkopf
  3. Urpositionsblatt Western und Umgebung im Jahre 1847
  4. Regierung von Unterfranken: Nr. 12-1406-1-4: Verordnung zur Eingliederung des gemeindefreien Gebietes „Huckelheimer Wald“ in die Gemeinden Westerngrund und Kleinkahl, Landkreis Aschaffenburg (online)

Koordinaten: 50° 7′ 41,6″ N, 9° 15′ 57,9″ O