Westerngrund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westerngrund
Westerngrund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westerngrund hervorgehoben
Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Schöllkrippen
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 10,4 km2
Einwohner: 1936 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63825
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 159
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Webpräsenz: www.gemeinde-westerngrund.de
Bürgermeister: Brigitte Heim (WIR)
Lage der Gemeinde Westerngrund im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Westerngrund im Jahr 2015

Westerngrund ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westerngrund liegt in der Region Bayerischer Untermain im Landkreis Aschaffenburg am Westerbach und gehört zur Landschaft Kahlgrund.

Seit dem 1. Juli 2013 liegt der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union durch den Beitritt von Kroatien zur Europäischen Union auf dem Gebiet der Gemeinde Westerngrund im Ortsteil Oberwestern (Lage).[2][3]

Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich am Franzosenkopf 481 m ü. NN (Lage), der niedrigste liegt am Westerbach an der Klotzenmühle auf 213 m ü. NN (Lage).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Westerngrund gehören vier Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[4])[5] auf 3 Gemarkungen:

Nördlich von Huckelheim liegt eine weitere, unbewohnte Gemarkung (kein Ortsteil), der Geiselbacher Forst. Dieses ehemals gemeindefreie Gebiet wurde im Jahr 2015 teilweise nach Westerngrund eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Linsengericht Huckelheimer Wald
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde Geiselbach Nachbargemeinden Gemeinde Kleinkahl
Markt Schöllkrippen

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Namen hat die Gemeinde Westerngrund von ihrer Lage im gleichnamigen Seitental des Kahlgrundes. Der Name des Westerngrundes leitet sich vom Westerbach (Ursprünglich Westernkahl oder nur Western) ab[6], der ihn durchfließt und in Schöllkrippen in die Kahl mündet. Im Volksmund wird die Gemeinde „Weestern“ genannt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen aus diversen historischen Karten und Urkunden.[6] Diese Namensformen beziehen sich auf das Dorf Oberwestern.

  • 1282 Weysluthera
  • 1310 Wesluther
  • 1377 Wensluchtern
  • 1400 Wechsluchten
  • 1412 Wachslichtern
  • 1468 Weßlichter
  • 1498 Wegeßluchter
  • 1536 Wegeslichtern
  • 1564 Wegeschluchter
  • 1625 Weistern
  • 1820 Western
  • 1832 Oberwestern

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Westerngrund umfasst größtenteils Gebiete, die zum gräflich Schönbornschen Amt Krombach gehörten, das 1806 durch das Fürstentum Aschaffenburg mediatisiert wurde und mit diesem 1814 (nun ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Huckelheim, Oberwestern und Unterwestern.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet die drei Gemeinden lagen. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Huckelheim, Oberwestern und Unterwestern gehörten nun zu den 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken.

Fusion und Eingliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 schlossen sich die drei Gemeinden zur neuen Gemeinde Westerngrund zusammen.[7] und mit Auflösung des Landkreises Alzenau kam diese am 1. Juli des Jahres in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

Am 1. Januar 2015 kam ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Geiselbacher Forst zum Gemeindegebiet hinzu.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1378 Einwohner
  • 1970: 1454 Einwohner
  • 1987: 1584 Einwohner
  • 1991: 1701 Einwohner
  • 1995: 1835 Einwohner
  • 2000: 1918 Einwohner
  • 2005: 1888 Einwohner
  • 2010: 1920 Einwohner
  • 2015: 1936 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Westerngrund besteht aus zwölf Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000.[9] Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister. Dies ist Brigitte Heim von der Wählergemeinschaft WIR.

Die letzte Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab das folgende Ergebnis:[10]

Partei  Anzahl Sitze  Veränderung
CSU / BWV 6 ± 0
Freie Wähler 3 ± 0
WIR 3 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Westerngrund ist Brigitte Heim von der Wählergemeinschaft WIR. Sie setzte sich bei der letzten Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 mit 51,9 % der Stimmen knapp gegen Ingrid Simon von der CSU mit 48,1 % durch. Die Wahlbeteiligung betrug 63,1 %.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein wachsender, blau gekrönter und blau bewehrter goldener Löwe, der in den Vorderpranken eine goldene Hirtenschippe hält; im linken Obereck zwei schräg gekreuzte silberne Bergmannshämmer.

Wappengeschichte: Der Löwe im Wappen sowie die Farben sind dem Wappen der Grafen von Schönborn entnommen, die das Gemeindegebiet bis zum Ende des alten Reichs 1803 besaßen. Die vom Löwen gehaltene Hirtenschippe ist das Symbol des heiligen Wendelin, dem Schutzpatron der Gemeinde. Die gekreuzten Bergmannshämmer stehen für die früheren Silber- und Kupferminen im Ortsteil Huckelheim. Die Gemeinde führt das Wappen seit dem 24. März 1980.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Wendelin in Oberwestern, einem Ortsteil der Gemeinde Westerngrund
Auf dem Sandsteinpfosten ist der geodätische Referenzpunkt angegeben, der den Mittelpunkt der Europäischen Union markiert

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 74 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 715. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 722 ha, davon waren 408 ha Ackerfläche und 313 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile dieses Artikels scheinen seit 1999 nicht mehr aktuell zu sein.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 72 Kindern
  • Grundschule Westerngrund

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Westerngrund ist Mittelpunkt der Europäischen Union
  3. Der Mittelpunkt ist eine feuchte Wiese in Oberwestern
  4. Einwohner Westerngrund (Stand: 20. Juni 2012)
  5. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/224122&attr=OBJ&val=1557
  6. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 240–241 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 418
  8. Nr. 20/2014
  9. Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung – GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 11. Juli 2014
  10. a b Knapper Sieg für Brigitte Heim in Westerngrund, abgerufen am 12. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westerngrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]