Humahuaca

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Dieser Artikel handelt von der argentinischen Stadt Humahuaca. Eine gleichnamigen Schlucht beschreibt der Artikel Quebrada de Humahuaca, eine Verwaltungseinheit der Artikel Departamento Humahuaca.
Humahuaca
Humahuaca 01.JPG
Basisdaten
Lage 23° 12′ S, 65° 21′ W-23.203888888889-65.3494444444442939Koordinaten: 23° 12′ S, 65° 21′ W
Höhe ü. d. M.: 2939 m
Einwohnerzahl (2001): 11.369
  (Argentinien)
 
 
Verwaltung
Provinz: JujuyJujuy Jujuy
Departamento: Humahuaca
Bürgermeister: Miguel Marcos Medina
Sonstiges
Postleitzahl: Y4630
Telefonvorwahl: 03887

Die Stadt Humahuaca liegt im Nordwesten Argentiniens, im Norden der Provinz Jujuy. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos Humahuaca. Mitsamt ihren Vororten hat sie etwa 15.000 Einwohner, von denen ein Großteil von den Ureinwohnern der Kollas und Omaguacas abstammen. Die Stadt wurde 1591 (andere Quellen: 1594) von Juan Ochoa Zárate gegründet. Sie war bis Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Handelszentrum des sogenannten Alto Perú.

Lage und Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Río Grande de Jujuy in der Schlucht Quebrada de Humahuaca auf 2950 Metern Höhe. Wegen der großen Vielfalt an Erzen sind die umliegenden Berge vielfarbig. Das Klima ist wüstenhaft mit einer kurzen Regenzeit im Sommer.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft steht hauptsächlich auf zwei Pfeilern: dem Bergbau in der benachbarten Mine El Aguilar und dem Fremdenverkehr. In der Umgebung wird außerdem intensive Landwirtschaft betrieben. Die Arbeitslosigkeit in Stadt und Region ist wegen der tiefen Krise des Bergbaus hoch. Die Stadt gehört trotz ihres Tourismus-Potenzials zu den ärmsten des Landes, was sich jedoch infolge des schnellen Wachstums dieser Wirtschaftssparte langsam ändert.

Tourismus[Bearbeiten]

Virgen de la Medalla Milagrosa in Peña Blanca

Die Stadt ist dank ihres gut erhaltenen Zentrums im Kolonialstil ein beliebtes Reiseziel. Die bekanntesten Bauten sind die Kathedrale und das Rathaus, doch beinahe das gesamte Zentrum ist noch in der Architektur des beginnenden 19. Jahrhunderts gehalten. Des Weiteren befindet sich in der Stadt das Denkmal Monumento a los Héroes de la Independencia (Denkmal für die Helden der Unabhängigkeit), das der argentinischen Nordarmee gewidmet ist, die in der Nähe von Humahuaca während des Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien vierzehn Schlachten geschlagen hat.

Im Zentrum befindet sich ein Markt.

Im Museo Arqueológico y Museo Folklórico Regional wird das Brauchtum der Region gezeigt, darunter die Herstellung von Chicha, einem vergärten Maisgetränk.

Östlich von Humahuaca befindet sich der Vorort Peña Blanca mit einem Aussichtspunkt und dem Heiligtum "Virgen de la Medalla Milagrosa", [1]

Etwa 10 km nordöstlich von Humahuaca befinden sich die Ruinen von Coctaca.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kathedrale "Nuestra Señora de la Candelaria". Die Kirche aus dem Jahre 1641 feiert ihr Patronatsfest am 1. und 2. Februar. In der Kirche befinden sich die Figuren der heiligen Jungfrau und der zwölf Apostel, geschnitzt von Marcos Sapaca aus der cuzquenischen Schule.
  • Cabildo de Humahuaca. Das Rathaus des Ortes, das am 2. Februar 1940 auf Initiative von Ernesto Padilla eingeweiht wurde, zieht jeden Tag um 12 Uhr mittags Schaulustige aus dem ganzen Nordwesten an. Zu diesem Zeitpunkt (und um Mitternacht) öffnet sich im Rathausturm über den Köpfen der Touristen und Bürger des Ortes eine zweiflügelige Tür und San Francisco Solano bewegt sich einen Schritt auf die Menge zu, um sie zu segnen. Danach zieht er sich wieder zurück und die Türen schließen sich. Uhrwerk und Mechanik stammen aus Nürnberg und wiegen rund 1800 Kilogramm.
  • Monumento a los Héroes de la Independencia (1950). Das Monument erinnert an die Schlachten zur Unabhängigkeit gegen die Spanier und dient alle Jahre wieder als Kulisse für das "Tantanakuy", einem lokalen Musikfest.
  • Torre de Santa Bárbara. Der Santa-Bárbara-Turm auf einem nahegelegenen Hügel gehört zu den Resten eines spanischen Befestigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert und war Schauplatz einer Schlacht gegen die peruanisch-bolivianische Konföderation im Jahre 1837.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Besonders bekannt ist die Stadt für ihren traditionellen Karneval, ein Fest, bei dem sich christliche und indianische Elemente vermischt haben (siehe dazu auch Pachamama). Die farbenprächtigen Umzüge werden von der traditionellen Folkloremusik der Region begleitet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Peña Blanca