Hutu-Power

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Hutu-Power ist der inoffizielle Name einer rechtsextremistischen Hutu-Bewegung, die sich die Vertreibung und später die Ausrottung aller Tutsi zur Ideologie gemacht hat.

Die Wurzeln von Hutu-Power liegen in der lang andauernden Herrschaft der Tutsi über die Hutu in Ruanda, Burundi und angrenzenden Gebieten der Demokratischen Republik Kongo.

In den 1950er Jahren begann eine politische Bewegung der Hutu gegen die damals noch dominierenden Tutsi. Die Tutsi wurden lange von Belgien in ihren feudalen Herrschaftsstrukturen unterstützt, da Belgien die damalige Mandatsmacht (Kolonialmacht) in Ruanda und Burundi war. Mit der zunehmenden Christianisierung des Landes, die zuerst bei den Hutu Erfolg hatte, begannen jedoch einzelne katholische Geistliche mit den Hutu für deren Emanzipation zu kämpfen. Ende der 1950er Jahre radikalisierte sich die Bewegung und 1959 kam es zu den ersten Toten bei gewaltsamen Auseinandersetzungen. Darauf folgten Massaker und Vertreibungen an der Tutsi-Minderheit von Ruanda, die mit der Unabhängigkeit 1962 in Ruanda ihre Macht verlor, in Burundi ihre Stellung jedoch weitgehend erhalten konnte.

Im Laufe der nächsten 35 Jahre radikalisierte sich die Bewegung in Ruanda immer mehr, es kam immer wieder zu Vertreibungen und Massakern an Tutsi. Etwa ab 1990 wurden Stimmen, die eine völlige Ausrottung der Tutsi propagierten, immer lauter. Diese Bewegung wurde dann von einer kleinen Hutu-Elite, die zunehmend um ihre Pfründe bangte, instrumentalisiert.

Die Milizen der Interahamwe und der Impuzamugambi sowie der Sender Radio-Télévision Libre des Mille Collines wurden zu Instrumenten der Hutu-Power ausgebaut.

Der Tod des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana war der Anlass zum Völkermord an den Tutsi und den gemäßigten Hutu in Ruanda, der etwa 800.000 Tote forderte. Die teilweise gewaltsame Einbeziehung weiter Teile der Hutu-Bevölkerung in den Völkermord löste eine weitere Dynamisierung der Hutu-Power aus, da nun viele Hutu, die vorher nicht zum Völkermord bereit waren, alle überlebenden Tutsi, die ja auf die Schuld der Hutu aufmerksam machen konnten, auch noch tot sehen wollten, damit kein Zeuge für künftige Generationen übrig bliebe.

Die Eroberung Ruandas 1994 durch die Ruandische Patriotische Front, eine Tutsi-Rebellenarmee aus Uganda, machte dem Völkermord von 1994 zwar ein Ende, löste aber nicht das Problemgeflecht, das durch die von Gewalt geprägte Geschichte der beiden Gruppen geschaffen wurde. Die heutige, tutsi-dominierte Regierung Ruandas versucht zwar durch die Bestrafung der Haupttäter des Völkermords, der sogenannten Génocidaires, einen Prozess der nationalen Versöhnung in Gang zu bringen, eine Lösung wird aber nur sehr langsam und schwierig möglich sein.