Ich-Syntonie

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Die Ich-Syntonie bezeichnet allgemein das Phänomen, dass auftretende Gedanken, Impulse oder Affekte von einer Person als ihrem Ich zugehörig wahrgenommen werden.[1]

Wortbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Ich-Syntonie ist eine Zusammensetzung aus zwei eigenständigen Wörtern, wobei das Wort Syntonie als Substantiv vom Adjektiv synton abgeleitet ist. Das Adjektiv synton bedeutet, dass eine Person sich in einer gefühlsmäßigen Harmonie mit der Umwelt befindet.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ich-Syntonie beschreibt aber auch ein Gefühl, das eigene Verhalten, das von anderen Personen als Abweichung gesehen wird, selbst nicht als störend, abweichend oder normverletzend zu empfinden. Der Gegensatz zur Ich-Syntonie ist die Ich-Dystonie.

In der Psychopathologie ist die Ich-Syntonie ein Symptom verschiedener psychischer Störungen. Erleben und Verhalten, das einem Störungsbild zugeschrieben werden kann, wird aus der Eigenperspektive nicht als störend oder krankhaft wahrgenommen. Das eigene Handeln, Denken und Fühlen empfindet der Betroffene als zu sich selbst gehörend.

Für den Wahn ist die unvergleichliche subjektive Gewissheit und damit die Ich-Syntonie der eigenen Vorstellungen ein notwendiges Symptom für die Diagnose. Besonders häufig erleben auch Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung ihre Symptomatik als ich-synton. Bei einer Zwangsstörung werden Zwangshandlungen und Zwangsgedanken üblicherweise als unsinnig und überflüssig, also ich-dyston erlebt. Die Ich-Dystonie kann durch eine Chronifizierung der Störung verloren gehen. Das DSM-IV stellt dafür eine zusätzliche Kodierung als Zwangsstörung mit geringer Einsicht zur Verfügung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie. Thieme, Stuttgart 2002, ISBN 3-13-531505-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Springer Lehrbuch Psychologie.
  2. Peter Reuter (Hrsg.): Springer Lexikon Medizin. Springer, Berlin 2004, Lemma synton.
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