Ignaz Zangerle

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Grab von Ignaz Zangerle auf dem Neuen Friedhof Mühlau, Innsbruck

Ignaz Zangerle (* 2. Jänner 1905 in Wängle; † 5. Juli 1987 in Innsbruck) war ein österreichischer Erwachsenenbildner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ignaz Zangerle wurde in Tirol als Sohn eines Vaters aus dem Paznaun und einer Mutter aus dem Lechtal geboren. Seine Jugend verbrachte Zangerle im Mostviertel in Niederösterreich in Viehdorf bei Amstetten. Er besuchte das Stiftsgymnasium Seitenstetten der Benediktiner, wo er auch dem Bund Neuland betrat. Er war beim Bund Neuland Führer des Nibelungengaues für fünf höhere Schulen, wobei nach seinem Abgang mit der Matura, Franz König in diese Funktion nachfolgte. In seiner Gymnasiumszeit lernte er auch die Zeitschrift Der Brenner kennen, eine Zeitschrift die sein weiteres Leben stark prägte.

Zangerle studierte bis 1934 Volkskunde bei Hermann Wopfner an der Universität Innsbruck. Zuerst studierte er reine Philosophie an der Katholischen Fakultät an der Universität Innsbruck und dann Geschichte und Geografie und dann Germanistik. Unmittelbar mit Beginn des Studiums besuchte er Ludwig von Ficker, welcher ihn bat, am Begräbnis von Georg Trakl in Mühlau in Innsbruck teilzunehmen. Weiters gründete Zangerle die Katholische Hochschuljugend Österreichs (Vorgängerorganisation) in Innsbruck mit Propst Josef Weingartner und besuchte Tagungen auf der Burg St. Petersberg, wo er den Maler Max Weiler kennenlernte.

Nach dem Studium ohne Aussicht auf eine Arbeit lehrte er mit zehn anderen akademisch gebildeten Erwerbslosen bei der Arbeiterkammer in Innsbruck 90 jugendliche Erwerblose die ganze Woche jeden Tag. Er wurde Bildungsreferent der Arbeiterkammer Innsbruck und wurde beim Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland entlassen und war 9 Monate arbeitslos. Danach fand er Arbeit als Berufsberater beim Arbeitsamt in Innsbruck, dann Wien und dann Linz. Vom Arbeitsamt Linz aus war er einen Tag lang im KZ Mauthausen und erlebte das KZ weder als Quäler noch als Gequälter. Alle zwei Wochen fuhr er von Linz nach Wien und traf sich mit Freunden, u. a. mit Otto Mauer, Karl Strobl, Friedrich Heer, wo der Neubau der Gesellschaft nach Hitler besprochen wurde.

Nach dem Krieg kehrte Zangerle nach Innsbruck zurück und gründete das Katholische Bildungswerk und wurde monatlich vom Theologen Karl Rahner beraten. Weiters wurde er Mitherausgeber der Brenner-Studien und der Trakl-Studien. Er wurde bundesstaatlicher Erwachsenenbildner für Tirol. Er wurde Vorsitzender der Europäischen Vereinigung der Katholischen Erwachsenenbildung. Er erhielt einen Lehrauftrag durch 18 Jahre für Erwachsenenbildung an Erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Innsbruck.

Er heiratete 1932 Anna Gerda Frühmann und hatte mit ihr vier Kinder. Er besuchte oft das Café Central in Innsbruck, wo er am besten schreiben konnte. Er liegt auf dem Friedhof in Innsbruck-Mühlau begraben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwicklung der Siedlung und der Besitzverhältnisse im Unterpaznaun. Diss, Universität Innsbruck, Sozialwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft, Innsbruck 1934.
  • Die Bestimmung des Dichters. Ein Versuch. Herder, Freiburg 1949.
  • Zur Situation der Kirche. Aufsätze 1933 - 1963. Aussatzsammlung, O. Müller, Salzburg 1963.
  • Plädoyer für Österreich. Neue Volksbildung, Wien 1968.
  • Unterwegs zu einer christlichen Erwachsenenbildung. Müller, Salzburg 1987, ISBN 3-7013-0729-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]