Ingelis Gnutzmann

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Portraitfoto I. Gnutzmann, Abano
Ingelis Gnutzmann

Ingelis Gnutzmann (* 21. Oktober 1953 in Flensburg) ist eine deutsche Fernseh-Journalistin, Moderatorin und Filmemacherin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingelis Gnutzmann wuchs in sechs verschiedenen Städten auf, u. a. lebte sie vier Jahre in Washington D.C., wo sie auch einen Teil ihrer Schulzeit verbrachte. Nach dem Abitur studierte sie in Münster Publizistik und Germanistik, später auch Französisch, Spanisch, allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaften mit dem Abschluss Erstes Staatsexamen.

Ihre journalistische Laufbahn begann 1982 mit einem Volontariat bei der Münsterschen Zeitung in Münster und anschließender Festanstellung als Redakteurin im Lokalen. 1984 wechselte sie zum Fernsehen. Sie zog nach Frankfurt am Main und begann als freie Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunk im Programmbereich Politik und Zeitgeschehen. Hier verfasste sie Magazinbeiträge, später auch Dokumentationen und übernahm sowohl Redaktion als auch Präsentation der Regionalnachrichten.

1990 erhielt sie von RTL plus das Angebot, als Nachrichtenredakteurin und -moderatorin in der Zentrale in Köln zu arbeiten. Sie moderierte u. a. neben Peter Kloeppel und Hans Meiser die Hauptnachrichten für den Bereich Ausland und gestaltete Sondersendungen zum Golfkrieg 1991. 1993 verließ sie RTL plus und ging zu Vox, wo sie außer in der Nachrichtenredaktion und -präsentation auch wieder als Autorin von Filmbeiträgen tätig war.

Ein Jahr später kehrte sie zurück zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen und begann als freie Journalistin beim WDR, zunächst in der Redaktion Tagesschau und Tagesthemen, später für „ZAK“ mit dem Moderator Friedrich Küppersbusch und anschließend für den „Bericht aus Bonn“. 1998 bot ihr der langjährige Leiter von „Monitor“, Klaus Bednarz, die regelmäßige Mitarbeit für seine Sendung an. Ingelis Gnutzmann wirkte außerdem an politischen Sondersendungen mit und drehte Dokumentationen im In- und Ausland.

Ihre thematischen Schwerpunkte: Der Irak-Krieg und die Folgen, Flucht und Vertreibung, deutsche Asylpolitik, Gleichstellung der Frauen, Demokratie- und Sozialabbau.

Ingelis Gnutzmann ist verheiratet mit dem Autor, Liedermacher und Kabarettisten Ekkes Frank. Sie lebt in Köln und in Italien.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Kein Grund zum Feiern – Ketzerisches zum Jahr der Jugend (HR, Gnutzmann/Ekkes Frank/Wolf Lindner/Sabine Rieden)
  • 1986: Am Ende der Geduld – Frauen fordern Quotierung (HR, Gnutzmann/Schneider)
  • 1988: Ein Mann, eine Frau – Menschen ohne Wohnung (HR)
  • 1995: Eine Stadt bricht ihr Schweigen – Der Massenselbstmord von Demmin (WDR)
  • 1996: Ein abschreckender Erfolg – das neue Asylrecht vor dem Kadi (WDR/ARD, Gnutzmann/Monheim)
  • 1997: Das Ende kann ein Anfang sein – Frauen in Armut (WDR)
  • 2002: Besuch beim Feind – eine Reise durch den Irak (WDR)
  • 2003: Wer zum Schwert greift – die Christen und der Krieg (WDR/ARD, Gnutzmann u. a.)
  • 2004: Gebrochene Helden – US-Soldaten nach den Kriegen im Irak (WDR/ARD)
  • 2007: Lieber sterben als zurück – Massenflucht aus dem Irak (WDR)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Dokumentation „Ein abschreckender Erfolg – das neue Aslyrecht vor dem Kadi“ erhielt Ingelis Gnutzmann 1997 den Pressepreis des deutschen Anwaltvereins

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhein-Zeitung 11. März 1991: "RTL-Redakteurin Ingelis Gnutzmann: 'Es ist ungeheuer spannend'"
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung 19. März 1991: "Sie mag keine Worthülsen und auch keine Schachtelsätze – Ingelis Gnutzmann moderiert diese Woche die RTL-Spätnachrichten"
  • Demminer Zeitung 15. März 1995: "Wer filmt wieder in Demmin?" (zu: "Eine Stadt bricht ihr Schweigen")
  • Süddeutsche Zeitung 23. Februar 1996: "Glänzend recherchiert" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Frankfurter Rundschau 23. Februar 1996: "Aufrüttelnd" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung 23. Februar 1996: "Die Schattenseite" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Kölner Stadt-Anzeiger 23. Februar 1996: "Deutlich" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Westfälische Rundschau 23. Februar 1996: "Schnell und ungerecht" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung 20. April 1996: "Hinter den Kulissen – Innenminister Kanther kritisiert WDR-Reportage über das Asylrecht" (zu "Ein abschreckender Erfolg")
  • Freitag, 14. Dezember 2001: "Lehrer greift Amerikaner an – Der Fall Nolz"
  • Süddeutsche Zeitung 9. Januar 2003: "Dem Feind ein Gesicht – In der ARD kämpfen Sender gegeneinander um Irak-Bilder"
  • Der Spiegel 4/2003: "Turbulenzen um Irak-Berichterstattung"
  • Kölner Stadt-Anzeiger 9. Februar 2003: "Sternmarsch und Kundgebungen setzen Zeichen gegen einen Krieg im Irak"
  • Ärztezeitung 14. April 2004: "Traumatisierte US-Veteranen" (zu "Gebrochene Helden")
  • Kölner Stadt-Anzeiger 14. April 2004: "Wegwerf-Soldaten" (zu "Gebrochene Helden")
  • Berliner Zeitung 14. April 2004: "Gebrochene Helden"
  • Rheinische Post 16. April 2004: "Die Leiden des jungen Shawver" (zu "Gebrochene Helden")
  • General-Anzeiger Bonn 16. April 2004: "Zu sehr Partei" (zu "Gebrochene Helden")
  • epd-Medien 24. April 2004: "Posttraumatisches Stress-Symptom" (zu "Gebrochene Helden")
  • Junge Welt 26. Januar 2006: "Der BND wollte mein Film-Material einsehen … Ein Gespräch mit Ingelis Gnutzmann"
  • Neue Rheinische Zeitung online 25. Januar 2006: "BND meldet sich beim WDR"

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kölner Zeitung für sozialistische Politik vom 4. April 2003 Redebeitrag auf Kundgebung gegen den Irak-Krieg
  • Ossietzky 1. Mai 2004 "Ein Foto mit General Schwarzkopf"
  • Ossietzky 8. März 2008 "Millionen Irakis auf der Flucht"
  • Linksnet 10. März 2008 Millionen Irakis auf der Flucht"[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Millionen Irakis auf der Flucht | Linksnet. Abgerufen am 24. Januar 2018.