Institut für Marxistische Studien und Forschungen

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Das Institut für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF) war eine am 5. Dezember 1968 in Frankfurt am Main gegründete marxistische Denkfabrik, die der DKP nahestand und mit dieser personell eng verflochten war. Mit dem Ende der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa nach den Revolutionen im Jahr 1989 und dem damit verbundenen Ende der Finanzierung durch die DDR wurde die Organisation aufgelöst.

Das IMSF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Leiter des IMSF bis 1981 war das DKP-Parteivorstandsmitglied Josef Schleifstein. Sein Stellvertreter war Heinz Jung, der 1981 Schleifstein als Leiter des IMSF ablöste und im selben Jahr in den Parteivorstand der DKP aufrückte. Neue stellvertretende Leiter des IMSF wurden Jürgen Reusch und André Leiswitz.[1]

Das IMSF arbeitete eng mit der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, dem Institut für internationale Politik und Wirtschaft der DDR, der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU, der Marx-Engels-Stiftung der DKP, der Marxistischen Arbeiterbildung (MAB) und dem Marxistischer Studentenbund Spartakus zusammen. Das IMSF gab vom 1. Januar 1970 bis zum 31. Dezember 1977 vierteljährlich die Zeitschrift Marxismus Digest heraus.

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 15-jährigen Bestehen wurde Anfang Dezember 1983 ein Wissenschaftlicher Beirat gegründet, der die Beiräte der Publikationsreihen des IMSF ablöste. Dem Wissenschaftlichen Beirat gehörten 1983 an:

Wolfgang Abendroth, Hermann Bömer, Dieter Boris, Christoph Butterwegge, Frank Deppe, Heike Fleßner, Georg Fülberth, Jörg Huffschmid, Johanna Hund, Hans Jürgen Krysmanski, Lothar Peter, Jan Priewe, Hans Jörg Sandkühler, Josef Schleifstein, Angelina Sörgel, Robert Steigerwald, Kurt Steinhaus.[2]

Später wurden Wolfgang Abendroth und Kurt Steinhaus durch Ursula Schumm-Garling und Martin Kutscha, ersetzt.

1988 bestanden folgende Arbeitsrichtungen:[3]

Kapitalismustheorie Heinz Jung
Wissenschaftlich-technischer Fortschritt und soziale Folgen André Leisewitz
Wirtschaftanalyse und Wirtschaftstheorie Jörg Goldberg
Reproduktionsbedingungen der Arbeiterklasse Eberhard Dähne
Soziale Bewegungen und Gewerkschaftstheorie Klaus Pickshaus
Lebensweise und Bewußtsein der Arbeiterklasse Kaspar Maase
Frauenforschung Alma Steinberg
Marx-Engels-Forschung Winfried Schwarz

Zentrum für Marxistische Friedensforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 wurde als Nebenabteilung des IMSF das Zentrum für Marxistische Friedensforschung gegründet, das aus einem IMSF-Arbeitskreis hervorging. Geleitet wurde es von Jürgen Reusch. Seinem Wissenschaftlichen Kuratorium gehörten 1987 bis 1989 an:

Wolfgang Bartels, Christoph Butterwegge, Peter Dietzel, Helga Genrich, Georg Grasnick, Bernd Greiner, Karl-Heinz Hansen, Wolfgang Hofkirchner, Hans Heinz Holz, Jörg Huffschmid, Jürgen Jürgens, Gerhard Kade, Lorenz Knorr, Hans Jürgen Krysmanski, Kurt Lund, Werner Pfennig, Wladimir W. Rasmerow, Fred Schmid.

Auflösung 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wende und friedlichen Revolution 1989 fiel die finanzielle Unterstützung der DKP und ihrer Nebenorganisationen durch die SED weg. Die neun hauptamtlichen Mitarbeiter wurden entlassen. Das Institut wurde 1989 aufgelöst und ein eingetragener Verein gegründet, der die „Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung“ herausgibt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF. 15 Bände. 1978–1989 (online).
  • 10 Jahre IMSF Marxistische Forschung für die Arbeiterbewegung. Druck: Busse GmbH, Frankfurt am Main 1978, 109 S.
  • IMSF 1968–1988. Arbeitsgebiete Bibliographie Veranstaltungsübersicht. Druck: Schmoll Klug, Mörfelden 1988, 136 S. ISBN 3-88807-062-7
  • Heinz Jung: Abschied von einer Realität. Zur Niederlage des Sozialismus und zum Abgang der DDR. Ein politisches Tagebuch Sommer 1989 bis Herbst 1990. IMSF Forschung & Diskussion 6. Frankfurt am Main 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IMSF 1968–1998. Arbeitsgebiete Bibliographie Veranstaltungsübersicht, S. 11.
  2. IMSF 1968–1998. Arbeitsgebiete Bibliographie Veranstaltungsübersicht, S. 11 f.
  3. IMSF 1968–1998. Arbeitsgebiete Bibliographie Veranstaltungsübersicht, S. 13 f.