Iodsäure

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Strukturformel
Struktur von Iodsäure
Allgemeines
Name Iodsäure
Andere Namen
  • Jodsäure
  • Iod(V)-säure
Summenformel HIO3
Kurzbeschreibung

farblose, rhombische, piezoelektrische Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken0[Ein-/ausblenden]
CAS-Nummer 7782-68-5
PubChem 24345
Wikidata Q408822
Eigenschaften
Molare Masse 175,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,63 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

110 °C (Zersetzung)[3]

pKs-Wert

0,804[4]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​314
P: 220​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Iodsäure, auch Jodsäure, ist eine Halogensauerstoffsäure, wie Chlorsäure und Bromsäure. Sie ist die einzige der Halogen(V)-säuren des Typs HXO3, die sich wasserfrei isolieren lässt.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iodsäure wird durch Oxidation von Iod mit starken Oxidationsmitteln wie Salpetersäure (HNO3), Chlor, Chlorsäure oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gewonnen:[5]

Die entstehende Salzsäure muss aus dem Gleichgewicht entfernt werden, da sie die Iodsäure wegen der Rückreaktion reduzieren und das Gleichgewicht auf die linke Seite verschieben würde. Dies kann beispielsweise mit Quecksilber(II)-oxid (HgO) erreicht werden.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem VSEPR-Modell ist Iodsäure trigonal pyramidal aufgebaut. Iodsäure bildet durchsichtige, farblose, rhombische Kristalle, die sich in Wasser sehr leicht lösen. Der Stoff ist eine mittelstarke Säure mit dem pKs-Wert 0,804 und wirkt stark oxidierend. Iodsäure ist polymorph. Neben der thermodynamisch stabilen, nichtzentrosymmetrischen α-Form existiert auch eine metastabile, zentrosymmetrische γ-Form.[6]

Iodate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iodate sind die Salze der Iodsäure der allgemeinen Formel M(IO3)n (M=Metall, n=abhängig von der Wertigkeit des Metalls). Sie sind beständiger als Chlorate und Bromate, aber wie diese starke Oxidationsmittel. Aus Iodaten kann man Iodsäure durch Reaktion mit Schwefelsäure freisetzen.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iodsäure und Iodate sind sehr starke Oxidationsmittel und können mit reduzierenden Stoffen wie Schwefel, Metallpulver oder organischen Substanzen explosionsartig reagieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu Iodsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 14. Juli 2014.
  2. Datenblatt Iodic acid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. Mai 2017 (PDF).
  3. a b c d Eintrag zu Iodsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  4. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1Vorlage:Holleman-Wiberg/Startseite fehlt.
  5. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., Band 1, Academic Press 1963, S. 316–8.
  6. A. Fischer, M. Lindsjö: γ-HIO3 – a metastable, centrosymmetric polymorph of iodic acid. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 631(9), 2005, S. 1574–1576, doi:10.1002/zaac.200500099.