Servizio Meteorologico dell’Aeronautica Militare

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Servizio Meteorologico dell’Aeronautica Militare (MeteoAM)
Centro Nazionale di Meteorologia e Climatologia Aeronautica (CNMCA)
Aufstellung 1876
Land Italien
Streitkräfte Forze Armate Italiane
Teilstreitkraft Aeronautica Militare
Unterstellte
Truppenteile

1° CMR, ReSMA, CAMM

Unterstellung Ufficio Generale Spazio Aereo e Meteorologia - USAM
Stationierungsort Pratica di Mare
Website www.meteoam.it

Der Servizio Meteorologico dell’Aeronautica Militare (MeteoAM) ist eine Organisationseinheit der italienischen Luftwaffe und als solche der nationale meteorologische Dienst Italiens. Seine Wettervorhersagen und sonstigen Dienstleistungen dienen sowohl den Streitkräften als auch der Allgemeinheit.

Organisation[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten hat die historische Entwicklung in Italien zu einem nationalen Wetterdienst im Bereich der Streitkräfte geführt. Einerseits werden dadurch Redundanzen zwischen staatlichen zivilen und militärischen Wetterdiensten vermieden. Andererseits bedingen militärische Prioritäten gewisse Nachteile im Vergleich zu rein zivilen Organisationen, unter anderem im Bereich der internationalen Kooperation. Im öffentlichen Sektor bilden die Wetterdienste der italienischen Regionen, darunter der Landeswetterdienst Südtirols, und einige besondere Einrichtungen nationaler Behörden eine wichtige Ergänzung.

Der Wetterdienst der italienischen Luftwaffe untersteht einer Dienststelle beim Generalstab der Luftwaffe in Rom (Ufficio Generale Spazio Aereo e Meteorologia - USAM).[1] Sie kümmert sich vorwiegend um Planungs- und Grundsatzangelegenheiten, um die internationale Kooperation und um die Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Organisationen. Sie vertritt Italien bei der World Meteorological Organization.

Der Hauptsitz des Wetterdienstes befindet sich auf dem Militärflugplatz Pratica di Mare bei Rom (Centro Nazionale di Meteorologia e Climatologia Aeronautica - CNMCA).[2] Hier findet die zentrale Datenaufbearbeitung statt und die Verteilung von Analysen und Vorhersagen an Streitkräfte, Zivilluftfahrt, Seeschifffahrt, Zivilschutz und andere Behörden und Nutzer, sowie an die Massenmedien.

Einrichtungen des italienischen Wetterdienstes auf dem Monte Cimone

Der Zentrale in Pratica di Mare unterstehen drei Außenstellen

sowie 84 bemannte Wetterstationen und 110 automatische Stationen (Data Collection Platforms), die ihre Daten an den Wettersatelliten Meteosat übermitteln. An 26 Militärflugplätzen gibt es Flugwetterdienste, andernorts übernimmt diese Aufgabe die zivile Flugsicherungsgesellschaft ENAV. Daneben gibt es eine spezielle meteorologische Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Wetterdienstes ist eng verbunden mit dem Päpstlichen Observatorium auf dem Palazzo del Collegio Romano in Rom. Dort werden seit 1782 Wetterdaten aufgezeichnet. 1855 organisierte der Jesuitenpater, Astronom und Leiter des Observatoriums, Angelo Secchi, im damaligen Kirchenstaat einen täglichen telegraphischen Austausch von Wetterdaten zwischen Rom, Ancona und Ferrara. Nach der Einigung Italiens ging aus Secchis Wetterwarte am 26. November 1876 der nationale Wetterdienst Italiens hervor. Die im Palazzo del Collegio Romano ansässige zivile Organisation trug damals den Namen Regio Ufficio Centrale di Meteorologia oder „Königliches Zentralbüro für Meteorologie“.[3]

Secchis Schüler und Freund, der Barnabitenpater Francesco Denza, hatte ab 1859 im norditalienischen Moncalieri einen Wetterdienst aufgebaut, aus dem ab 1865 die meteorologische Gesellschaft Società Meteorologica Italiana entstand. Ab den 1880er Jahren übernahm das staatliche Zentralbüro landesweit schrittweise mehrere hundert Wetterwarten und Stationen der Società Meteorologica Italiana, die somit wesentlich zum Aufbau des staatlichen Wetterdienstes beitrug.[4]

Bereits am 9. April 1865 hatte man im Marineministerium ein Meteorologiebüro eingerichtet, dessen etwa 20 Küstenwetterwarten ab dem 1. April 1866 ihre Wetterdaten telegraphisch übermittelten. Zusammen mit den von französischen und britischen Stellen erhaltenen Informationen schickte das Büro die Daten an die Seefahrtsbehörden in den größten italienischen Häfen. 1880 übernahm das Hydrographische Institut in Genua die Aufgaben des Wetterdienstes für die Seeschifffahrt und in den folgenden Jahren auch einen großen Teil der Wetterwarten und Stationen der Società Meteorologica Italiana. Die Entwicklung der Luftfahrt führte in Italien am 27. Februar 1913 zur Gründung des speziellen Wetterdienstes Regio Servizio Aerologico Italiano.

Aus diesen Stellen entstand mit zwei Dekreten vom 30. Dezember 1923 und vom 2. Juli 1925 die zivile interministerielle Organisation Servizio Meteorologico Nazionale. 1931 kam sie zum Luftfahrtministerium und erhielt schrittweise militärisches Personal. Diese Zentralisierung verhinderte die Entstehung eines nationalen zivilen Wetterdienstes, dessen Aufgaben der Wetterdienst der italienischen Luftwaffe bis heute mitübernimmt.

Seit etwa 1990 haben die italienischen Regionen eigene Wetterdienste eingerichtet, die über ein interregionales Koordinierungszentrum miteinander verbunden sind. Dessen Ausbau wird angestrebt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei Wettervorhersagen im Fernsehen der öffentlich-rechtlichen RAI treten oft Offiziere des Wetterdienstes der italienischen Luftwaffe auf. Die vor allem über Radio und Internet verbreitete Wettervorhersage für die Schifffahrt (Bollettino del Mare) ist eine der bekanntesten Dienstleistungen des Wetterdienstes.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. U.S.A.M., meteoam.it
  2. C.N.M.C.A., meteoam.it
  3. Cenni storici, meteoam.it
  4. Geschichte der Società Meteorologica Italiana, nimbus.it