Magirus GmbH

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Magirus GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 1. Oktober 1996
Sitz Ulm, Deutschland
Leitung Thomas Hilse

(Geschäftsführer)[1]

Mitarbeiterzahl 956[2]
Umsatz 223,92 Mio. EUR[2]
Branche Brandschutztechnik
Website www.magirusgroup.com
Stand: 31. Dezember 2018
Flugfeld-Löschfahrzeug
SuperDragon 2 8x8
Drehleiter von Iveco Magirus
Drehleiter IVECO MAGIRUS 160E30 der Feuerwehr Stadt Luzern
Löschfahrzeug von Iveco Magirus
HLF 1-W Hagendorf von Magirus Lohr beim Landestreffen der Feuerwehrjugend in Mank, Österreich (2019)

Die Magirus GmbH ist ein Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen und -ausrüstungen und gehört zur Iveco-Gruppe.[3] Sie entstand 1996 unter dem Namen IVECO Magirus Brandschutztechnik durch die Ausgliederung der Brandschutzsparte der Iveco Magirus, deren 100-prozentige Tochter sie ist. Am 26. September 2013 wurde das Unternehmen in Magirus umfirmiert.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH hat ihren Ursprung in dem Feuerwehrtechnik-Hersteller Magirus, der 1865 von Conrad Dietrich Magirus gegründet und 1936 von Humboldt-Deutz (heute: Deutz AG) übernommen wurde. Deutz führte die Feuerwehrfahrzeugproduktion unter der Marke Magirus-Deutz weiter. 1974 gründete Deutz das Unternehmen Magirus-Deutz, um den Geschäftsbereich zum nächsten Jahreswechsel auszugliedern und in die neue Gesellschaft Iveco einzubringen. Ab Januar 1975 gehörte Magirus-Deutz zu 100 Prozent der Iveco, die wiederum zu 80 Prozent zu Fiat gehörte. Die restlichen 20 Prozent an Iveco hielt bis 1980 Deutz, danach war Fiat Alleineigentümer von Iveco und damit auch von Magirus-Deutz. 1983 wurde die Magirus-Deutz in Iveco Magirus umbenannt. Die Brandschutzsparte wurde 1996 in die Tochtergesellschaft Iveco Magirus Brandschutztechnik ausgegliedert. 2012 wurde bekannt, dass die Werke in Weisweil, Görlitz, Chambery und Graz geschlossen werden, und dafür ein großes Brandschutzzentrum in Ulm entstehen soll.[5]

Im Jahr 1997 übernahm Iveco Magirus Brandschutztechnik auch den österreichischen Hersteller Lohr in Kainbach bei Graz.[6] Mit Ende 2012 sollte das Werk mit 130 Mitarbeitern, das einen Umsatz von 36 Millionen Euro im Jahr 2010 erzielte, durch Umstruktierungen nur mehr Servicestützpunkt bleiben und die Fertigung nach Ulm verlegt werden.[7] Ende des Jahres wurden die Kündigungen jedoch zurückgenommen. Entgegen der ursprünglichen Planung soll der Fahrzeugaufbau verstärkt in Kainbach stattfinden.[8] Seit Anfang März 2013 firmiert das Unternehmen unter Iveco Magirus Lohr.[9] In der Zwischenzeit wurde der Firmenname auf Magirus Lohr verkürzt.[10]

In 3. Generation leitete Franz Lohr den Familienbetrieb Lohr, war dann Geschäftsführer für Lohr-Magirus bzw. Iveco-Magirus, schied jedoch 2012 aus und arbeitet 2013 für Gimaex, einen französischen Hersteller für Einsatzfahrzeuge, am Aufbau einer Produktion im Raum um Graz.[11]

Im Dezember 2013 wurde die Firma von Iveco Magirus Brandschutztechnik in Magirus umbenannt. Zwischenzeitlich firmierte sie mit Iveco-Lohr. Der aktuelle Firmenname (2019) lautet Magirus-Lohr. Ende 2020 wechselt Magirus Lohr, das zur Führung des steirischen Landeswappens befugt wurde, vom Standort Kainbach, wo Lohr begann, aber keine Ausdehnungsmöglichkeiten hat, nach Premstätten aus unter errichtet dort einen neuen Betrieb.[12]

Das Design des Logos stammt von Chermayeff & Geismar & Haviv.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magirus bietet Feuerwehrfahrzeuge auf Basis von Nutzfahrzeugen der Iveco Magirus und ebenfalls auf Basis anderer Fahrgestell-Hersteller an. Als einziger Hersteller von Brandschutzfahrzeugen weltweit kann Magirus Feuerwehrfahrgestelle und -aufbauten, also komplette Fahrzeuge, aus einer Hand liefern. Produziert wird in zwei Werken unter den Markennamen Magirus (in Ulm in Deutschland sowie in Brescia in Italien).

Zusätzlich wurde mit der Klaas Alu-Kranbau aus Ascheberg (Westf.) der Multistar 2 in einem Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Ein Teil der Fertigung findet in Ascheberg (Westf.) bei der Firma Klaas statt. Hier werden der Teleskoparbeitsmast, die Abstützung und die dafür notwendigen Anbauteile auf dem Fahrgestell angebracht. Die Fertigstellung erfolgt in Ulm bei Iveco Magirus selbst. Im Werk Ulm werden z. B. der Geräteraum mit der Ausrüstung und die Pumpeinheit sowie der Wassertank installiert.

Bis 2005 gehörten auch die Markennamen Iveco Mezzi Speciali und Eurofire zu den Brandschutzaktivitäten von Iveco; beide Namen wurden jedoch aufgegeben und im Falle von Iveco Mezzi Speciali durch Magirus und im Falle von Eurofire durch Iveco Magirus ersetzt.

Magirus bietet die gesamte Produktpalette an Feuerwehrfahrzeugen und Pumpen. Im Drehleiterbereich sind sie nach eigenen Angaben Marktführer und brachten 2010 die bis dahin weltweit höchste Drehleiter mit vollhydraulischer Steuerung auf den Markt. Diese erreicht eine Rettungshöhe von 58 m und bringt dadurch erhebliche Vorteile bei der Personenrettung aus hohen Gebäuden.

Magirus gilt zudem als größter Hersteller von Drehleiterfahrzeugen weltweit.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Magirus GmbH wurde im Jahr 2014 mit dem GWA Profi für die Kampagne "Serving Heroes. Since 1864." prämiert.[13]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 verhängte das deutsche Bundeskartellamt eine Kartellstrafe von 17,5 Mio. Euro gegen die Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH. Diese Strafzahlung galt nur für den Drehleiterbereich. Die Mitbewerber Rosenbauer, die Schlingmann GmbH & Co. KG sowie die Albert Ziegler GmbH & Co. KG mussten bereits zuvor wegen verbotener Preis- und Quotenabsprachen im Rahmen des seit 2001 bestehenden Feuerwehrfahrzeuge-Kartells Bußgelder in Höhe von insgesamt 20,5 Mio. Euro[14] zahlen.

Im März 2012 wurde gegen den Hersteller wegen Preis-Absprachen und Verletzung des Kartellrechtes im Bereich Löschfahrzeuge eine weitere Strafzahlung in Höhe von 30 Millionen Euro verhängt.[15]

Großes Medienecho löst seit 2012 der jährlich von der Magirus GmbH verliehene Conrad-Dietrich-Magirus-Preis für besondere Leistungen im Feuerwehr-Bereich aus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Magirus fire engines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.magirusgroup.com/de/de/unternehmen/presse/detail-presse/detail/News/magirus-gibt-wechsel-an-unternehmensspitze-bekannt/
  2. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 im elektronischen Bundesanzeiger
  3. iveco.com - IVECO Brands, abgerufen am 17. Februar 2022
  4. Jede große Entwicklung beginnt mit einer Vision (Memento vom 22. Mai 2014 im Internet Archive)
  5. Sächsische Zeitung vom 3. Juli 2012 (Memento vom 4. Januar 2016 im Internet Archive)
  6. Iveco-Magirus - Brandschutztechnik GmbH auf der Gemeindeseite von Kainbach abgerufen am 5. März 2013.
  7. Löschwagen-Hersteller Iveco-Magirus verlagert Produktion. Kleine Zeitung, 8. Mai 2012, archiviert vom Original am 11. Oktober 2014;..
  8. Jobs bei Iveco Magirus in Kainbach bleiben erhalten im Standard vom 21. Dezember 2012, abgerufen am 5. März 2013.
  9. Iveco Magirus wird "Iveco Magirus Lohr" in Österreich (Memento vom 4. November 2014 im Internet Archive) vom 27. Februar 2013, abgerufen am 5. März 2013.
  10. Impressum von Magirus Lohr abgerufen am 1. März 2017
  11. Neue Fertigung von Feuerwehren in der Steiermark. Kleine Zeitung online 11. April 2013 (Printausgabe 11. April 2013 S. 33)
  12. Magirus Lohr errichtet neuen Firmenstandort bei Graz Pressemitteilung von Magirus am 20. Februar 2020 abgerufen am 25. Mai 2020
  13. http://www.gwa.de/awards-events/gwa-profi/best-of-profi/?no_cache=1
  14. Pressemeldung (Memento vom 1. Mai 2012 im Internet Archive), Bundeskartellamtes, 10. Februar 2011
  15. 2. Kartellstrafe über 30 Millionen (Memento vom 9. März 2012 im Internet Archive) Tagesschau.de vom 8. März 2012

Koordinaten: 48° 21′ 22,5″ N, 9° 56′ 24,7″ O