Jürgen Hehn

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Dieser Artikel befasst sich mit dem ehemaligen Fechter. Zum baltendeutscher Historiker, der am NS-Kulturraub beteiligt war siehe Jürgen von Hehn (1912–1983).

Hans-Jürgen Hehn (* 1. Oktober 1944 in Lauda) ist ein ehemaliger deutscher Fechter, der mit dem Degen zur Weltklasse gehörte. Er wurde deutscher Meister, Weltmeister und gewann zwei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Hehn focht für die 1954 gegründete Fechtabteilung des TSV Tauberbischofsheim.[1] 1965 machte Hehn sein Abitur am Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim,[2] bevor er Medizin studierte. Ab 1967 focht Hehn für den neu gegründeten Fecht-Club Tauberbischofsheim.[1] Schon während seiner Karriere war dabei als Arzt tätig. Der promovierte Mediziner war über 30 Jahre Stützpunktarzt in Tauberbischofsheim und gehört seit langem der medizinischen Kommission beim DFB an, die er auch seit Jahren leitet.[3] Er ist immer wieder als Mannschaftsarzt bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen tätig.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1961 wurde Hehn Deutscher Mannschaftsmeister der Junioren im Degen zusammen mit Paul Neckermann, Peter Storz, Armin Ködel und Otto Lanig.[1]

Bei der Fechtweltmeisterschaft 1973 gewann er mit der Degen-Mannschaft Gold, 1974 und 1975 jeweils Silber. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal stand er gemeinsam mit Alexander Pusch, Reinhold Behr, Volker Fischer und Hanns Jana im Finale des Mannschaftswettbewerbs, dort unterlagen sie aber dem schwedischen Team. Im Einzel verlor er im Degenfinale gegen seinen Tauberbischofsheimer Vereinskameraden Pusch knapp mit 5:4. Bei seiner ersten Teilnahme an den Olympischen Spielen 1972 war er im Einzel bis ins Viertelfinale vorgedrungen. 1970 gewann er mit der Degen-Mannschaft Gold bei der Universiade in Turin. Zeitweise war er Führender der Weltrangliste und gewann mehrere Weltcupturniere. Während seiner Fechtlaufbahn war Emil Beck sein Trainer.

Jürgen Hehn gelang es als letztem deutschen Fechter, bei der zunehmenden Spezialisierung auf eine Waffe, 1972 Deutscher Einzelmeister mit dem Degen und 1974 mit dem Florett zu werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nationales Olympisches Komitee für Deutschland: Die Olympiamannschaft der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt 1976

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschichte des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim. Fecht-Club Tauberbischofsheim e.V., abgerufen am 7. Mai 2015.
  2. MGG TBB: Fechterfolge der Schüler / ehemaligen Schüler am MGG. Abgerufen am 9. April 2015.
  3. Ausschuss für Medizin. Deutscher Fechter-Bund e.V., abgerufen am 6. Mai 2015.