Ja, Panik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ja, Panik
Ja, Panik im SO36 (2014)
Ja, Panik im SO36 (2014)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Rock
Gründung 2005
Website www.ja-panik.com
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Andreas Spechtl
Bass
Stefan Pabst
Klavier, Gesang
Christian Treppo (bis 2012)
Schlagzeug
Manuel Dinhof (bis 2006)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Andreas Spechtl
Bass, Gesang
Stefan Pabst
Gitarre, Keyboard, Gesang
Laura Landergott (seit 2014)
Schlagzeug, Gesang
Sebastian Janata (seit 2006)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Thomas Schleicher (2006–2012)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
DMD KIU LIDT
  AT 17 29.04.2011 (5 Wo.)
  DE 82 29.04.2011 (1 Wo.)
Libertatia
  DE 32 14.02.2014 (… Wo.)
  AT 8 14.02.2014 (… Wo.)
  CH 67 09.02.2014 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Ja, Panik ist eine aus dem Burgenland stammende, mittlerweile in Berlin ansässige österreichische Musikgruppe, die Ende 2005 gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe Ja, Panik wurde im November 2005 von Andreas Spechtl, Stefan Pabst, Christian Treppo und Manuel Dinhof, ehemalige Mitgliedern der burgenländischen Rockband Flashbax, in Wien gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war die Produktion des ersten, titellosen Albums bereits so gut wie abgeschlossen. Ein Fragment aus dem Text des letzten Stücks auf der Platte wurde als Bandname adaptiert.[2]

Aufgenommen, produziert und gemischt wurde dieses von b.kantine alias Thomas Pronai (Garish, Beautiful Kantine Band) in der Cselley Mühle in Oslip. Schlagzeuger Dinhof verließ jedoch nach der Veröffentlichung des Albums im März 2006 die Gruppe und so blieb das Release-Konzert in Wien sein erstes und einziges mit Ja, Panik. Das Album erschien in Österreich bei schoenwetter schallplatten und in Deutschland bei tenstaag. Dinhof wurde durch Sebastian Janata ersetzt.

Mit Ob ich das verdiene, Zwischen 2 & 4 und Like a Hurricane, den Singles aus dem Album, konnten Platzierungen in diversen Indie- und Radio-Charts verbucht werden.

Auf der ersten Tour durch Österreich und Deutschland im Mai lernte die Gruppe Ja, Panik die Berliner Gruppe Britta kennen.[3] Es entwickelte sich eine bis dato anhaltende Freundschaft. Auf dieser Tour war Thomas Schleicher als Roadie mit Ja, Panik unterwegs. Kurz danach spielte er sein erstes Konzert als Gitarrist und ist seither festes Mitglied.

The Taste and the Money[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2006 arrangierten und spielten Ja, Panik das Stück Ich sprenge alle Ketten für das zweite Album Kitsch und Revo des Wiener Chors Stimmgewitter Augustin ein. Zu dieser Zeit begannen auch die Arbeiten am zweiten Langspieler. Produziert wurde diesmal von Ja, Panik selbst, aufgenommen vom damaligen Live-Techniker der Gruppe Lukas Virits und gemischt abermals von b.kantine. Große Teile des Materials wurden in der gemeinsamen Wohnung der Mitglieder der Gruppe, der sogenannten Ja, Panik-Zentrale, in Wien aufgenommen.[4] Beim letzten Lied wirkte der Holy-As-Hell-Satanic-Panic-Choir mit.[5]

Das Album erschien schließlich unter dem Namen The Taste and the Money im Oktober 2007 in Österreich auf schoenwetter und im April 2008 in Deutschland und der Schweiz auf Alfred Hilsbergs Label ZickZack. Kurz vor dem Release des Albums veröffentlichte die Gruppe ein erklärendes Programm in 6 Punkten im Internet und in Form von kleinen gelben, an Reclam-Bücher erinnernden Heftchen (laut FAZ „teils künstlerisches Manifest, teils scherzhaft-paradoxe Distanzierung von Pop-Kritik und Diskurs-Rock“[6]) und zeigte sich somit erstmals von ihrer konzeptionellen Seite.[7]

Mit The Taste and the Money erzielte die Gruppe Ja, Panik erstmals größeres Aufsehen in Fach- und Kritikerkreisen. So wurde das Album vom renommierten Musikmagazin SPEX als "wichtigste deutschsprachige Platte seit Blumfelds L'Etat Et Moi" bezeichnet und auf Platz 3 der Album-Jahrescharts 2008 gewählt[8], das Stück "Ich bringe mich in Form" auf Platz 5 der entsprechenden Single-Charts.[9]

The Angst and the Money[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2008 begann die Gruppe mit Demo-Aufnahmen für das nächste Album, welches im Dezember im Berliner Chez Cherie Studio von Moses Schneider, bekannt für seine Arbeit mit Tocotronic, den Fehlfarben und den Beatsteaks, aufgenommen wurde.[10]

Zu diesem Zeitpunkt hatte Sänger Andreas Spechtl bereits seinen Wohnsitz von Wien nach Berlin verlegt. Der Rest der Gruppe blieb einstweilen im sogenannten Hauptquartier in Wien.[11]

Im Mai 2009 veröffentlichte Ja, Panik im Internet ein viel diskutiertes Video zu Alles hin hin hin, der ersten Single des anstehenden neuen Albums.[12] [13] [14] [15]

Nach dem Sommer übersiedelte schließlich die gesamte Gruppe nach Berlin und zog erneut in eine gemeinsame Wohnung.

Das neue Album The Angst and the Money erschien im September auf dem Berliner Label Staatsakt und bestätigte den Status der Gruppe als eine der besten Bands im deutschsprachigen Independent-Bereich. Als Cover diente ein Portrait der Gruppe, gemalt vom österreichischen Künstler Franz Amman, im Original ein 2x2,5 m großes Öl-Gemälde.[16]

Zeitgleich mit dem Album erschienen auch das Medium NJURE – Organ zur Entgiftung der Gruppe Ja, Panik, eine Zeitschrift mit gesammelten Beiträgen von u.a. Ja, Panik selbst und Tex Rubinowitz.[17]

Kurz nach Erscheinen von Jochen Distelmeyers Video zu der Single Lass uns Liebe sein, veröffentlichten Ja, Panik unkommentiert ein Video (Pardon), das offensichtlich auf das von Distelmeyer Bezug nimmt.[18] Distelmeyer, ehemals Sänger von Blumfeld, wird immer wieder als Referenz bzw. Einfluss für Ja, Panik angegeben. Die Gruppe Ja, Panik äußerte sich allerdings in keinem einzigen Interview ernsthaft zu ihrem Video und ließ somit unklar, ob es sich um eine Parodie, eine Hommage oder eine Kritik an etwaigen Vergleichen mit Blumfeld handelt.[19] [20]

Im Jänner 2010 gründeten Ja, Panik das Label Nein, Gelassenheit als Sub-Label ihrer Plattenfirma Staatsakt. Erste Veröffentlichung war eine Split-7″-Vinyl mit dem Berliner Künstler und Radikalchansonnier Hans Unstern[21]. Unstern covert darauf das Ja, Panik-Stück Als habe ich. Ja, Panik wiederum interpretieren Hans Unsterns Paris. Das Cover zeigt die Gruppe Ja, Panik nackt in gleicher Pose wie auf dem Gemälde von Franz Amman, auf die Körper der Gruppe ist ein Gesichtsporträt von Hans Unstern projiziert.[22]

Weitere Veröffentlichungen auf Nein, Gelassenheit sind Hans Unsterns Debütalbum Kratz Dich Raus und Schätzmeisters The Wurst And The Money.[23] Unstern begleitete die Gruppe Ja, Panik auf ihrer Tour im Frühjahr und ist seither als Tourbegleiter bei allen Konzerten von Ja, Panik dabei.

Für das renommierte Donaufestival im österreichischen Krems wurde im April 2010 Ja, Panik – Eine Entgiftung angekündigt.[24] Tatsächlich fand kein Konzert der Gruppe statt, sondern lediglich ein Soundcheck, gefolgt von einem Theaterstück mit Christiane Rösinger, Hans Unstern und Peter Schachinger.[25] [26]

Im Oktober 2010 war die Gruppe Ja, Panik zehn Tage lang in Afrika unterwegs und spielte Konzerte in Alexandria, Kairo (Ägypten) und Khartum (Sudan).[27]

DMD KIU LIDT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2010 begab sich die Gruppe abermals ins Chez Cherie Studio um mit Moses Schneider ein neues Album aufzunehmen. Dieses erschien am 15. April 2011[28] und trägt den Namen DMD KIU LIDT, „Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“. Es verschränkt deutsch- und englischsprachige Textpassagen noch enger miteinander als die Vorgängeralben; auf dem der CD beiliegenden Textblatt sind die Sprachen vertauscht, also deutsch gesungene Passagen englisch gedruckt und umgekehrt.[29] Von der Kritik wurde das Album begeistert aufgenommen.[30][31][32][33]

Im Oktober 2011 veröffentlichte die Gruppe via Nein, Gelassenheit das Buch Schriften – Erster Band sowie Das große bunte Kochbuch der Gruppe Ja, Panik.[34]

Auf der Berlinale 2014 feierte der Film DMD KIU LIDT des österreichischen Regisseurs Georg Tiller Premiere.[35]

Libertatia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album Libertatia wurde am 31. Januar 2014 veröffentlicht. Die Band besteht seit dem Weggang von Christian Treppo und Thomas Schleicher nur mehr aus drei Mitgliedern.[36] Das Album ist nach der möglicherweise fiktiven Piratenkolonie Libertatia benannt, die im späten 17. Jahrhundert an der Nordspitze Madagaskars von Piraten gegründet wurde. Dort sei bereits die Sklaverei abgeschafft gewesen, es hätte Religionsfreiheit und Frauenrechte gegeben. Laut Sänger Andreas Spechtl möchte sich die Band den Begriff aus der Vergangenheit leihen und ihn mit ihrem Ding füllen.[37] Am 6. Dezember 2013 wurde der Titelsong Libertatia als erstes Video aus dem Album veröffentlicht.[38]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ja, Panik waren 2009 für den Amadeus Award, den größten österreichischen Musikpreis in der Kategorie Alternative/Rock nominiert, 2010 in den Kategorien Song des Jahres (Alles hin, hin, hin) und Alternative und 2012 in den Kategorien Alternative und Album des Jahres (DMD KIU LIDT).[39] Laut Spex-Redakteur Jan Kedves durfte die Gruppe Ja, Panik 2012 für den Kritikerpreis des deutschen Musikpreises Echo aufgrund ihrer österreichischen Staatsbürgerschaften nicht nominiert werden.[40] 2014 erhielt die Gruppe Ja, Panik den VUT Indie Award in der Kategorie Bester Act, indem sie sich gegen Die Höchste Eisenbahn, Moderat und The Notwist durchsetzte.[41]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Ja, Panik (Schoenwetter / Tenstaag)
  • 2007: The Taste and the Money (Schoenwetter / Zickzack)
  • 2009: The Angst and the Money (Staatsakt)
  • 2011: DMD KIU LIDT (Staatsakt)
  • 2014: Libertatia (Staatsakt)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Venedig
  • 2006: Ob ich das verdiene?
  • 2006: Zwischen 2&4
  • 2007: Like a Hurricane
  • 2007: Marathon
  • 2008: Thomas sagt
  • 2008: Quizshows
  • 2009: Alles hin, hin, hin
  • 2009: Nevermore (D)
  • 2009: Die Luft ist dünn (A)
  • 2010: Pardon
  • 2011: Trouble
  • 2011: Suicide (A)
  • 2011: Nevermind
  • 2014: Libertatia
  • 2016: Futur II

Sonstige Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Paris (Split-7" mit Hans Unstern; Nein, Gelassenheit)
  • 2010: The Essling-Tapes (Split-Musikkassette mit Goldsoundz; Wilhelm show me the major label)
  • 2011: Das große bunte Kochbuch der Gruppe Ja, Panik (Broschüre; Nein, Gelassenheit)
  • 2011: Ja, Panik: Schriften - Erster Teil (Taschenbuch; Nein, Gelassenheit)
  • 2012: Für den nächstbesten Dandy (Split-12" mit Die Heiterkeit; Nein, Gelassenheit)

Buch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ja, Panik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: Österreich - Deutschland - Schweiz
  2. MOHR, Christina auf satt.org: Ja, Panik: The Taste and the Money. Kein pickeliger Befindlichkeitspop
  3. Programm Kupro Sauwald.org
  4. Ja, Panik: The Taste And The Money (CD). schoenwetter/zickzack 2008
  5. HAFEDH, Jasmine auf fm5.at: Ja, Panik - "..zu viel party in meinem Blut"
  6. MÜLLER, Alexander in: F.A.Z., 12. Juli 2008, Nr. 161 / Seite 36
  7. vgl. WESEMÜLLER, Ellen: Auch Frauen schrubbeln. In: Berliner Zeitung. Nummer 93. Montag, 21. April 2008
  8. spex.de: Redaktionscharts 2008. Die 50 wichtigsten Alben
  9. spex.de: Redaktionscharts 2008. Die wichtigsten Songs des Jahres.
  10. transporterraum.de, 23. Dezember 2008
  11. HOSSBACH, Martin auf spex.de: Ja, Panik. Das Video zur Singlepräsentationsparty: Andreas Spechtl im E-Mail-Interview
  12. DAX, Max; WACHT, Walter W. auf spex.de: Ja, Panik. Alles hin, hin, hin
  13. AUGUSTIN, Alexandra auf fm4.orf.at: Ja, Panik - The Angst And The Money
  14. BLUMENAU, Martin auf fm4.orf.at: Journal '09: 25.9.
  15. BLUMENAU, Martin auf fm4.orf.at: Journal '09: 21.9.
  16. HOSSBACH, Martin auf spex.de: Ja, Panik. Interview. Das Video zur Singlepräsentationsparty: Andreas Spechtl im E-Mail-Interview.
  17. vgl. Online-Version der NJURE
  18. vgl. WACHT, Walter W. auf spex.de: Ja, Distelmeyer. Ja, Panik mit Distelmeyer-Cover-Video, Album-Re-Release, Verlosung, Live.
  19. THADEUS auf kabelblume.de: Ja, Panik. Interview
  20. vgl. IHLE, Christian: Album des Monats September / Platz 1: Ja, Panik – The Angst & The Money.
  21. FREITAG, Jan auf blog.zeit.de: Das Kratzen im Hals des Pop
  22. Homepage von Nein, Gelassenheit
  23. HASLER, Iris: Fremde Soundframes: Ja, Panik als Labelbosse.
  24. Programm donaufestival.at
  25. KRAMAR, Thomas auf diepresse.com: Donaufestival: In Krems nervt Diskurs über Diskurs
  26. ONDRUSOVA, Susi auf fm4.orf.at: Ach verdammt!
  27. vgl. SPECHTL, Andreas auf fm4.orf.at: Ja, Panik Tourtagebuch
  28. Webseite von Nein, Gelassenheit
  29. WALTER, Klaus auf spex.de: DMD KIU LIDT
  30. FREITAG, Jan auf zeit.de: Fünf junge Bohemians
  31. IHLE, Christian auf taz.de: 15 Fakten über das neue Ja, Panik – Album
  32. WALTER, Klaus auf spex.de: DMD KIU LIDT
  33. HAWK, Sina auf litheart.de: There is a fire that I have lit ...
  34. STÖGER, Gerhard auf falter.at: Rezension
  35. berlinale.de
  36. Stefan Niederwieser: Europa im Herbst thegap.at
  37. Andreas Spechtl im Interview thegap.at
  38. Ja, Panik – Libertatia auf YouTube
  39. Amadeus Awards
  40. KEDVES, Jan auf spex.de: Für die allerbesten Staatsbürger
  41. VUT Indie Award 2014
  42. Die Band Ja, Panik blickt zurück voraus in FAZ vom 21. Januar 2017, Seite 12