Jabłonowo Pomorskie

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Jabłonowo Pomorskie
Wappen von Jabłonowo Pomorskie
Jabłonowo Pomorskie (Polen)
Jabłonowo Pomorskie
Jabłonowo Pomorskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Brodnica
Fläche: 3,35 km²
Geographische Lage: 53° 23′ N, 19° 9′ OKoordinaten: 53° 23′ 20″ N, 19° 9′ 16″ O
Höhe: 80 m n.p.m.
Einwohner: 3842
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 87-330
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CBR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 543 Brodnica-Radzyń Chełmiński
Schienenweg: Toruń–Olsztyn
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 16 Schulzenämter
Fläche: 134,36 km²
Einwohner: 9064
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0402073
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Tadeusz Fuks
Adresse: ul. Główna 28
87-330 Jabłonowo Pomorskie
Webpräsenz: jablonowo.samorzady.pl



Jabłonowo Pomorskie (deutsch Jablonowo, ab 1903 Goßlershausen) ist eine Stadt in der polnischen Wojewodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, etwa 28 Kilometer (Luftlinie) ostsüdöstlich von Graudenz (Grudziądz) und 55 Kilometer nordöstlich von Thorn (Toruń). Die Entfernung nach Strasburg (Brodnica) im Südosten beträgt etwan 23 Kilometer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jablonowo ostsüdöstlich von Graudenz, nordöstlich von Thorn und nordwestlich von Strasburg (Strasbrg.) auf einer Landkarte von 1908.
Häuser in der Stadt
Kirche
Kirche
Palast
Sternwarte
Eisenbahn-Überführung

Im Jahr 1222 beurkundet Konrad, Herzog in Masowien und Kujawien, dass er dem ersten Bischof von Preußen, Christian, für die Erlaubnis, welcher dieser den nach Preußen bestimmten Kreuzfahrern zum Wiederaufbau der Burg Culmen (Kulm) erteilt, einen Teil des Kulmer Landes verliehen habe, darunter auch die ehemalige Burg Grudenz, das Dorf Copriven (Engelsburg, poln. Koprzywno), das Dorf Jablonowo und eine Reihe weiterer Ortschaften, alle im Osten des Kulmer Landes gelegen.[2][3] Um 1609 gehörte Jablonowo den Jesuiten.[4] Um die Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich das Gut Jablonowo im Besitz des Deutschen Ordens[5]

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit Graudenz und Jablonowo unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren. Während der Franzosenzeit war der Ort von 1807 bis 1815 Teil des Herzogtums Warschau und fiel danach zurück an Preußen.

Im Jahr 1855 wurden in Jablonowo an sieben Tagen zwischen Februar und November Kram-. Vieh- und Pferdemärkte abgehalten.[6] 1868 wird Jablonowo als Rittergut bezeichnet.[7] Einen Bahnanschluss erhielt Jablonowo über eine Verlängerung der ostpreußischen Grenzbahn, die über Graudenz und Konitz nach Neustettin weitergeführt wurde.[8] 1903 wurde durch Zusammenschluss der Dörfer Jablonowo und Sadlinken (poln. Sadlinki) eine neue Ortschaft gebildet; die neue Gemeinde wurde nach dem kurz zuvor verstorbenen Oberpräsidenten in Goßlershausen umbenannt.

Bis 1920 gehörte Goßlershausen zum Kreis Strasburg in Westpreußen im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Kreis Strasburg i. Westpr. mit Jablonowo und anderen Teilen Westpreußens aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug 1939 kam der Landkreis wieder in das Reichsgebiet zurück und wurde nunmehr dem Reichsgau Danzig-Westpreußen angegliedert, zu dem Goßlershausen bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde die westpreußische Region mit Goßlershausen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. In Goßlershausen setzte nun der Zuzug polnischer Zivilisten ein, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Goßlershausen wurde in Jabłonowo Pomorskie umbenannt. Soweit die deutschen Einheimischen nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

1954 erhielt der Ort den Status einer Siedlung, Stadtrecht erhielt Jabłonowo Pomorskie 1962.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1818 182 in zwanzig Häusern[9]
1864 299 darunter 38 Evangelische und 261 Katholiken[7]

Grundschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Schulgebäude der Stadt wurde im Jahr 1900 errichtet. Kurz darauf wurde diese um das heutige Gebäude 2 erweitert. Die Schule war zuerst zweiklassig, wurde aber bald nach ihrer Einrichtung vierklassig. Im September 1954 wurde die Schule als Grundschule wiedereröffnet, im Jahr darauf wurde in den Räumen der heutigen Bibliothek ein Sportsaal eingerichtet. Am 27. Mai 1978 wurde die Schule nach Janusz Kusociński benannt. Am 27. Mai 1982 wurde ein neuer Sportsaal übergeben. Die Schule heißt heute Szkoła Podstawowa im. Janusza Kusocińskiego (Grundschule Janusz Kusociński).[10]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Jabłonowo Pomorskie gehören neben der Stadt selbst die folgenden 16 Ortsteile (sołectwo):

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939–1945)
Adamowo Adamsdorf Adamsdorf
Budziszewo Budzischewo
1876–1920 Waitzenau
Waitzenau
Buk Góralski Buggorall
1904–1920 Leinefelde
Leinefelde
Bukowiec Bukowitz Bukowitz
Buk Pomorski Königlich Buchwalde Buchwalde
Górale Goral 1939–1942 Goral
1942–1945 Leineberg
Gorzechówko Gorzechowko
1875–1919/20 Hochheim
Hochheim
Jabłonowo-Zamek Gut Jablonowo 1939–1942 Schloß Jablonowo
1942–1945 Schloß Goßlershausen
Kamień Kamin 1939–1942 Kamin
1942–1945 Steine
Konojady Konojad 1939–1942 Konojad
1942–1945 Koppelgrund
Lembarg Lemberg Lemberg
Mileszewy Mileszewo 1939–1942 Mileszewo
1942–1945 Meiler
Nowa Wieś Adlig Neudorf Adligneudorf
Piecewo Piecewo 1939–1942 Piecewo
1942–1945 Ofen
Płowęż Groß Plowenz 1939–1942 Groß Plowenz
1942–1945 Freiwald
Szczepanki Deutsch Szczepanken
1881–1920 Dietrichsdorf
Dietrichsdorf

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Góraliki, Jaguszewice (Jaguschewitz) und Płowężek (Waldheim).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt führt die Wojewodschaftsstraße 543, welche in westlicher Richtung nach Radzyń Chełmiński und in südöstlicher Richtung nach Brodnica führt.

Die polnische Eisenbahngesellschaft Polskie Koleje Państwowe bietet Direktverbindungen nach Toruń und Iława.

Der nächste internationale Flughafen ist der Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz, welcher etwa 85 Kilometer südwestlich von Jabłonowo Pomorskie liegt. Der bedeutendere Frédéric-Chopin-Flughafen Warschau befindet sich 180 Kilometer südöstlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jabłonowo Pomorskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Max Perlbach: Preußische Regesten bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. In: Altpreußische Monatsschrift. Band 11, Königsberg i. Pr. 1874, S. 1–32, insbesondere S. 18.
  3. Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie Preussens. Gotha 1858, S. 10.
  4. Xaver Frölich: Geschichte des Graudenzer Kreises. Band 1, Graudenz 1868, S. 42.
  5. Xaver Frölich: Geschichte des Graudenzer Kreises. Band 2: Die Zeit- und Kulturgeschichte. Graudenz 1872, S. 167.
  6. Jahrmärkte und Messen in der Preussischen Monarchie und benachbarten Städten, im Jahre 1855. In: Volks-Kalender für 1855, Simion, Berlin 1855, S. 187.
  7. a b E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder, Danzig 1868, S. 182–183, Nr. 120.
  8. H. Lullies: Landeskunde von Ost- und Westpreußen. Breslau 1893, S. 25.
  9. J. D. F. Rumpf und H. F. Rumpf: Vollständiges Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, Berlin 1820, S. 9.
  10. Website der Schule, Historia Szkoły, abgerufen am 17. März 2008.