Brodnica

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Brodnica in Kujawien-Pommern. Zum Dorfe Brodnica in Großpolen, siehe Brodnica (Großpolen)
Brodnica
Wappen von Brodnica
Brodnica (Polen)
Brodnica
Brodnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Brodnica
Fläche: 22,87 km²
Geographische Lage: 53° 15′ N, 19° 24′ O53.2519.4Koordinaten: 53° 15′ 0″ N, 19° 24′ 0″ O
Höhe: 95 m n.p.m
Einwohner: 28.574
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 87-300 bis 87-302
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CBR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Toruń - Bydgoszcz
Schienenweg: Jabłonowo Pomorskie - Iława
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 22,87 km²
Einwohner: 28.574
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1249 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0402011
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Jarosław Radacz
Adresse: ul. Kamionka 23
87-300 Brodnica
Webpräsenz: www.brodnica.pl



Strasburg 1738-1745 (Georg Friedrich Steiner)

Brodnica ([brɔdˈɲiʦa], deutsch Strasburg in Westpreußen oder Strasburg an der Drewenz) ist eine Stadt in Polen, in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, 150 Kilometer südöstlich von Danzig.

Brodnica, Blick auf die St.-Katharinen-Kirche

Geschichte[Bearbeiten]

Strasburg wurde 1262 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1298 das Stadtrecht. Mit dem Zweiten Thorner Frieden kam die Stadt zu Preußen königlichen Anteils.

1772 kam Strasburg im Zuge der ersten polnischen Teilung an das Königreich Preußen und 1807 vorübergehend zum Herzogtum Warschau. 1815 wurde Strasburg preußisch und war ab 1818 Sitz des Landratsamtes des Kreises Strasburg in Westpreußen.

1920, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde Strasburg durch den Versailler Vertrag dem neu entstandenen polnischen Staat zugeschlagen und in Brodnica umbenannt. 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde die Stadt von Wehrmachtstruppen erobert und unter Rückbenennung in Strasburg in das Reichsgebiet eingegliedert. Bis zum Ende des Krieges verloren etwa 1.000 Einwohner der Stadt ihr Leben.

Am 22. Januar 1945 wurde die Stadt von den nach Westen vorrückenden Truppen der Sowjetunion erobert und kam unter dem Namen Brodnica erneut an Polen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1772 1.283 in 228 Haushalten (Feuerstellen)[2]
1783 1.853 mit der Garnison (315 Personen, die zu zwei Schwadronen eines 1773 gebildeten Husaren-Regiments gehören), meistens Lutheraner, 27 Juden[3]
1807 2.113[2]
1816 1.994[2]
1826 2.669[2]
1831 2.585 meistens Deutsche[4]
1875 5.454[5]
1880 5.801[5]
1890 6.122 davon 2.587 Protestanten, 3.048 Katholiken und 480 Juden (2.000 Polen)[5]
1905 7.217 davon 2.702 Protestanten und 318 Juden[6]
1931 8.521 ca. 800 Deutsche[7]
2006 32.588

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • St.-Katharinen-Kirche, gotischer Backsteinbau, erbaut im 13. und 14. Jahrhundert, mit Innenausstattung im Stil der Renaissance und des Barock
  • Pfarrkirche der Unbefleckten Empfängnis der Seligen Jungfrau Maria, Barockbau, erbaut 1752 bis 1761, geweiht am 1. August 1762
  • Ehemalige Evangelische Kirche, erbaut 1827 bis 1830 im klassizistischen Stil, geweiht am 4. April 1830. Letzter evangelischer Gottesdienst am 1. Januar 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg von der Katholischen Kirche übernommen, heute kirchliche Schule[8]
  • Von der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichteten und nach 1785 abgebrochenen Burg des Deutschen Ordens sind der 54 Meter hohe Turm mit Aussichtsetage, Mauerreste und Teile des Kellers erhalten, in denen sich eine archäologische Ausstellung befindet[9]
  • Von der ebenfalls in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichteten Stadtbefestigung sind neben Mauerresten das Kulmer Tor mit einem backsteingotischen Stufengiebel (heute Galerie für zeitgenössische Kunst) und der Storchenturm erhalten
  • Anna Vasa Palast, errichtet 1564, 1606 bis 1625 Wohnsitz der schwedischen Prinzessin Anna Wasa (1568-1625), der Schwester des polnischen Königs Sigismund III. Wasa, 1678 bis 1698 rekonstruiert, 1945 ausgebrannt, nach Rekonstruktion von 1960 bis 1970 dient das Gebäude heute als Bibliothek
  • Das Ende des vierzehnten Jahrhunderts erbaute Rathaus wurde im Jahre 1631 durch einen Brand zerstört. Später wurde es von Gebäuden umgeben und schließlich 1868 bis auf den erhaltenen achteckigen Turm abgerissen.
  • Kornspeicher aus dem 17. Jahrhundert, heute Stadt- und Regionalmuseum

Verkehr[Bearbeiten]

Brodnica liegt an der Landesstraße 15 Richtung Ostróda und verfügt über direkte Eisenbahnverbindungen nach Toruń und Bydgoszcz.

Mit Deutschland besteht eine regelmäßige Fernreisebuslinienverbindung.

Bahnhof Brodnica

Gmina Brodnica[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Brodnica, zu welcher die Stadt Brodnica selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 126,96 km² auf welcher 7670 Menschen leben (30. Juni 2014). Zur Gemeinde gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939–45)
Cielęta Cielenta
1903–20 Zeland
Zeland
Dzierżno Dzierzno 1939–42 Dzierzno
1942–45 Dreschenbusch
Gorczenica Groß Gorczenitza
1903–20 Groß Gorschen
Großgorschen
Gorczeniczka Klein Gorczenitza
1903–20 Klein Gorschen
Kleingorschen
Gortatowo Gottartowo 1939–42 Gottartowo
1942–45 Gottersdorf
Karbowo Karbowo
1906–20 Karben
Karben
Kominy Komini 1939–42 Komini
1942–45 Rauchfeld
Kozi Róg Kozirog 1939–42 Kozirog
1942–45 Koserock
Kruszynki Geistlich Kruschin 1939–42 Geistlich Kruschin
1942–45 Waldkrossen
Michałowo Michelau Michelau
Moczadła Moczadlo 1939–42 Moczadlo
1942–45 Feuchtenau
Mszano Mszanno 1939–42 Mszanno
1942–45 Schannen
Niewierz Niewierz
1894–1920 Neuheim
Neuheim
Nowy Dwór Neuhof bei Strasburg 1939–42 Neuhof bei Strasburg
1942-45 Drewenzneuhof
Opalenica Opalenitza
1891–1920 Wilhelmsdank
Wilhelmsdank
Podgórz Arndtshof
1867–1920 Karlsberg
Karlsberg
Sobiesierzno Sobierszysno 1939–42 Sobierszysno
1942–45 Soberschütz
Szabda Szabda 1939–42 Szabda
1942–45 Schaben
Szczuka Szczuka 1939–42 Szczuka
1942–45 Hecht
Szymkowo Szymkowo 1939–42 Szymkowo
1942–45 Schenkendorf

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften mit folgenden Städten;

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Bahr: Strasburg. In: Handbuch der historischen Stätten, Ost und Westpreußen. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 215–216.
  • Rudolf Birkholz: Der Kreis Strasburg. Osnabrück 1981 (vergr.)
  • Rudolf Birkholz: 700 Jahre Strasburg. Brodnica 1989

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brodnica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b c d Handbuch der historischen Stätten, Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 215–216.
  3. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Part II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 42–44.
  4. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 437, Nr. 46.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Strasburg (2006).
  6. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 95–96.
  7. Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 18, Leipzig 1934, S. 234.
  8. https://pl.wikipedia.org/wiki/Kościół_Matki_Bożej_Królowej_Polski_w_Brodnicy Ehemalige Evangelische Kirche
  9. http://www.zamkipolskie.com/brodnica/brodnica.html Burg des Deutschen Ordens