Jan Hammer

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Jan Hammer 1977

Jan Hammer (* 17. April 1948 in Prag als Jan Hamr) ist ein tschechischer Jazz-Pianist und -Keyboarder, der inzwischen vor allem als Filmmusiker arbeitet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Hammer ist der Sohn der tschechischen Sängerin Vlasta Průchová (* 12. Juli 1926, † 16. Juni 2006) und des Kardiologen Jan Hammer senior (* 1920, † 2. Mai 1989). Andrea Hammer (* 1953) ist seine Schwester. Bereits im Alter von vier Jahren begann er mit dem Klavierspielen. Als Schüler gründete er im Alter von vierzehn Jahren ein Jazz-Trio und spielte in vielen Ländern Osteuropas. Er studierte an der Prager Musikhochschule, bis seine Studienzeit nach der Invasion der Tschechoslowakei durch die Sowjetunion vorzeitig beendet wurde. Kurz danach zog er in die USA, wo er ein Stipendium am Berklee College of Music in Boston erhalten hatte. Er ist Vater eines Sohnes, Paul Hammer.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahavishnu Orchestra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammer war von 1971 bis 1973 Mitglied des Mahavishnu Orchestra und spielte gemeinsam mit John McLaughlin (Gitarre), Jerry Goodman (Violine), Rick Laird (Bass) und Billy Cobham (Schlagzeug) die viel beachteten Fusion-Platten „The Inner Mounting Flame“, „Birds of Fire“ und „Between Nothingness and Eternity“ ein. Bis zu ihrem Abschiedskonzert am 30. Dezember 1973 traten sie bei 530 Konzerten auf. Die von ihm anschließend gegründete Jan Hammer Group erhielt großartige Kritiken, sowohl aus dem Jazz- wie auch aus dem Rockbereich. Das im Juni 1974 entstandene Album Timeless des Gitarristen John Abercrombie ist eine der seltenen Gelegenheiten, Jan Hammer als Pianisten zu hören.

Hammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1978 nahm er das Album „Black Sheep“ auf, auf dem er jedes Instrument selbst spielte. Aus dieser Arbeit heraus entstand die Gruppe Hammer. In diesem Jahr schrieb er außerdem drei Songs für das neue Album „There and Back“ von Jeff Beck, das im Jahr 1980 erschien. Der von ihm geschriebene Song „Star Cycle“ wurde zur Erkennungsmelodie der erfolgreichen britischen Fernsehserie „The Tube“.

Die frühen 1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1970er bis in die frühen 1980er Jahre nahm Jan Hammer mit Al Di Meola die Alben „Elegant Gypsy“, „Casino“, „Splendido Hotel“ und „Electric Rendezvous“ auf. Zur selben Zeit tourte Jan Hammer mit dem Journey-Gitarristen Neal Schon unter dem Namen Schon & Hammer. Unter diesem veröffentlichte man die Alben „Untold Passion“ (1981) und „Here to Stay“ (1982). In den Jahren 1982 und 1983 war die Jan Hammer Band mit Carsten Bohn, Jack Bruce und Colin Hodgkinson auf Tournee in den USA und Europa. Im Dezember 1983 spielte Hammer zusammen mit Jeff Beck bei neuen Benefiz-Konzerten in den USA für Ronnie Lane's A.R.M.S. (Action Research into Multiple Sclerosis), woran auch Jimmy Page, Eric Clapton, Joe Cocker und viele andere teilnahmen. 1984 wirkte er am ersten Solo-Album „City Slicker“ von James Young (Styx) als Produzent und Co-Autor mit. Auch an Mick Jaggers Album „She's the Boss“ war er beteiligt.

Miami Vice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Hammer hatte bereits drei Soundtracks für Kinofilme und Musik für zahlreiche Dokumentationen sowie Werbespots komponiert, doch wirklich bekannt als Komponist wurde er erst durch Miami Vice.

Im Jahre 1984 erhielt er den Auftrag, das Titelthema und die Hintergrundmusik für eine neue amerikanische Krimiserie zu schreiben. Am 2. November 1985 stürmte der Miami-Vice-Soundtrack an die Spitze der Billboard-Charts. Mit mehr als vier Millionen verkaufter Kopien erhielt das Album viermal Platin in den USA.

Bei den Grammy Awards im Februar des Jahres 1986 erhielt das „Miami Vice Theme“ zwei Preise. Einen für "Beste Instrumentaldarbietung im Bereich Pop" und einen zweiten für "Beste Instrumentalkomposition". Außerdem erhielt Jan Hammer zwei Emmy-Nominierungen in den Jahren 1985 und 1986. Zum Jahresende 1986 wurde Jan Hammer von den Lesern der Zeitschrift "Keyboard Magazine" zum "Best Studio Synthesist" gewählt.

1988 komponierte Jan Hammer die Titelmusik für die europäische Fernsehserie Eurocops.

Ab den 1990er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990er Jahren legte Jan Hammer sein Augenmerk erneut auf Film- und Fernsehmusiken (u. a. „With I Come in Peace“, „Curiosity Kills“, ein Fernsehspot für Amnesty International, „Knight Rider 2000“, „The Taking of Beverly Hills“ und „Sunset Heat“). 1995 schuf er den Soundtrack für den Pilotfilm und die dreizehn Folgen der Serie „Vanishing Son“. 1996 folgte die Filmmusik für „A Modern Affair“ und „In the Kingdom of the Blind the Man with One Eye Is King“. Von 1996 bis 2000 schrieb er außerdem die gesamte Musik für den Sender TV Nova, den ersten kommerziellen Fernsehsender der Tschechischen Republik. 1997 komponierte er den Soundtrack für das Computerspiel "Outlaw Racers" (MegaMedia), 2003 bearbeitete Jan Hammer sein 1975 erschienenes Debütalbum im Auftrag von Sony Records neu und veröffentlichte eine remasterte Version davon. Im Jahre 2006 wurde er von Rapper Terrance Quaites für eine Neuaufnahme des Liedes „Crockett’s Theme“ gewonnen. In dieser Version erreichte das Lied in Deutschland zum zweiten Mal die Charts.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1975 Like Children 150
(3 Wo.)
mit Jerry Goodman
1977 Jeff Beck with the
Jan Hammer Group Live
23
(15 Wo.)
mit Jeff Beck, US: Gold
1981 Untold Passion 115
(8 Wo.)
mit Neal Schon als Schon & Hammer
1983 Here to Stay 122
(12 Wo.)
mit Neal Schon als Schon & Hammer
1987 Escape from Television 14
(23 Wo.)
34
(12 Wo.)
DE, UK: Gold
1989 Snapshots 44
(4 Wo.)
24
(2 Wo.)

weitere Alben

  • 1968: Maliny Maliny (Jan Hammer Trio mit George Mraz und Cees See; als MPS-Platte auch als Make Love)
  • 1974: Mourners Rhapsody (mit Czesław Niemen Band, Rick Laird, John Abercrombie und anderen)
  • 1975: Timeless (mit John Abercrombie und Jack DeJohnette)
  • 1975: Jazz 2000 (Elvin Jones mit Jan Hammer, Frank Tusa, Terry Clarke, David Liebman und Gene Perla)
  • 1975: Is “On the Mountain” (Elvin Jones mit Jan Hammer und Gene Perla)
  • 1975: The First Seven Days
  • 1976: Make Love
  • 1976: Oh, Yeah? (Jan Hammer Group)
  • 1977: Melodies (Jan Hammer Group)
  • 1978: Live (Jan Hammer Group)
  • 1979: Hammer (Hammer)
  • 1979: Black Sheep (Hammer)
  • 1980: Hip Address (mit David Earle Johnson)
  • 1980: I Giganti del Jazz Vol. 15 (mit Jeremy Steig, Don Alias und Eddie Gomez)
  • 1981: Finger Dancing (Yoshiaki Masuo mit Jan Hammer)
  • 1983: The Midweek Blues (mit David Earle Johnson und John Abercrombie)
  • 1985: City Slicker (James Young mit Jan Hammer)
  • 1986: Fania All Stars Featuring Jan Hammer (Fania All Stars feat. Jan Hammer)
  • 1993: Beyond the Mind’s Eye
  • 1994: Drive
  • 2000: Snapshots 1.2
  • 2006: Police Quest 3 (The Kindred Soundtrack) (28 mp3-Files)
  • 2007: Turtles – Live at Domicile 1968 (Jan Hammer Trio und Olaf Kübler; VÖ: 22. August)
  • 2010: Live in Berlin (Stone Alliance Special Guest Jan Hammer)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: The Early Years
  • 1998: No More Lies – The Neal Schon & Jan Hammer Collection (Schon & Hammer)
  • 2002: Miami Vice: The Complete Collection (2 CDs)
  • 2004: The Best of Miami Vice
  • 2005: Black Sheep / Hammer (2 CDs)
  • 2006: The Best of Miami Vice
  • 2013: Šíleně Smutná (mit Helena Vondráčková und Václav Neckář)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1985 Miami Vice Theme
Escape from Television
5
(23 Wo.)
4
(10 Wo.)
8
(9 Wo.)
5
(11 Wo.)
1
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1985
UK: Silber
1987 Crockett’s Theme
Escape from Television
4
(23 Wo.)
29
(4 Wo.)
9
(11 Wo.)
2
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1987
UK: Silber
1987 Tubbs and Valerie
Escape from Television
34
(10 Wo.)
84
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1987
1988 Forever Tonight
Escape from Television
62
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1988
1988 The Runner
Snapshots
93
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1988
1991 Crockett’s Theme (Remix) 47
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1991
Jan Hammer remixed by Il Nitro
2006 Crockett’s Theme 52
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 2006
Jan Hammer Project feat. TQ

weitere Singles

  • 1976: Oh, Yeah?
  • 1977: Darkness / Earth in Search of a Sun (Instrumental) / Earth (Still Our Only Home) (Track 3 mit Jerry Goodman)
  • 1977: Don’t You Know (Jan Hammer Group)
  • 1979: Oh, Pretty Woman (VÖ: Oktober)
  • 1983: No More Lies (mit Neal Schon; VÖ: März)
  • 1985: Finale (VÖ: Juni)
  • 1985: Airport Swap / Golden Triangle (VÖ: September)
  • 1987: Shadow in the Dark (Miami Vice, Halloween 1986) (VÖ: Juni)
  • 1989: Too Much to Lose
  • 1989: Eurocops
  • 1990: Chancer (Theme from the Central Television Series)
  • 1993: Seeds of Life
  • 1993: Midnight
  • 2010: Fairlight EP (Junkie XL feat. Jan Hammer)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammer erhielt 1986 in den Kategorien Best Instrumental Composition und Best Pop Instrumental Performance für das Miami-Vice-Theme jeweils einen Grammy Award.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.nndb.com/people/897/000024825/
  2. a b Chartquellen: Singles Alben UK US / The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  3. a b Gold-/Platin-Datenbanken: DE UK US

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Tast, Hans-Jürgen Tast „be bop - Die Wilhelmshöhe rockt. Disco und Konzerte in der Hölle“ Verlag Gebrüder Gerstenberg GmbH & Co. KG, Hildesheim, ISBN 978-3-8067-8589-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]