Jan Peter (Regisseur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jan Peter (* 20. November 1968 in Merseburg) ist ein deutscher Regisseur und Autor. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die dokumentarische Dramaserie 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs, das Dokudrama „Die geheime Inquisition“ und die Dokumentation Der Rebell.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Peter wuchs in Merseburg auf. Mit 16 Jahren gründete er an seiner EOS „Ernst Haeckel“ eine Band, die zwei Jahre unter dem Namen „Auf eigene Gefahr“ in der Stadt und Umgebung spielte. Später gründete Peter gemeinsam mit dem Leipziger Gitarristen Peter Felix Liebe erneut eine Band, die unter dem Namen „H-Milch aus Bagdad“ in Leipzig Anfang der 1990er Jahre Kultstatus erlangte.

Ende der 1980er Jahre engagierte sich Peter in diversen kirchlichen Gruppen in Leipzig und Merseburg für einen Wechsel in der Politik der DDR. Unter anderem war er mehrere Jahre in der Jungen Gemeinde Merseburg des Stadtjugendpfarrers Lothar König aktiv. Während der Montagsdemonstrationen in Leipzig wurde er zu einem Mit-Herausgeber der Flugblätter des Neuen Forums. Im Januar 1990 engagierte er sich als Mitbegründer und Chefredakteur der ersten unabhängigen DDR-Wochenzeitung DAZ (Die Andere Zeitung), die über Politik, Wirtschaft, Kultur und Soziales berichtete. Aus der ursprünglichen Kulturbeilage der DAZ entwickelte sich das Leipziger Stadtmagazin Kreuzer, als dessen Mit-Herausgeber Jan Peter in den Anfangsjahren ebenfalls verantwortlich zeichnete.

Im Jahr 1993 gründete er gemeinsam mit Yury Winterberg und Katja Herr die Leipziger Produktionsfirma LE Vision. Unter deren Trägerschaft entstanden ein Spielfilm und zahlreiche, zum Teil ausgezeichnete Dokumentarfilme und Dokudramen, bei denen Jan Peter Regie führte oder an denen er als Drehbuchautor oder Produzent beteiligt war. Gegenstand der Arbeiten waren neben politischen und gesellschaftlichen auch wissenschaftliche und historische Themen. Im Februar 2011 stellte die LE Vision nach beinahe achtzehn Jahren erfolgreicher Arbeit als eine der größten ostdeutschen Fernsehproduktionsfirmen aufgrund schwieriger Marktbedingungen ihren Betrieb ein.

Im Jahr 2002 engagierte sich Jan Peter als einer der Gründer in der Richard-Wagner-Gesellschaft Leipzig 2013.

Peter gründete im Mai 2015 gemeinsam mit dem Berliner Wirtschaftsprofessor Dr. Michael Faustino Bauer die Firma Fortis Imaginatio zur Entwicklung, Koproduktion und Vermarktung von Stoffen und Medienformaten.

Peters Arbeiten sind geprägt durch das Überschreiten gängiger Grenzen zwischen den Genres Dokumentation, Spielfilm und Animation. Mit Projekten wie u. a. Meine Kindheit (Doku-Animation), Friedrich - Ein deutscher König (dokumentarischer Spielfilm) und 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs (dokumentarische Dramaserie) entwickelte er eine eigene, hybride Formsprache. Seit 2013 übt er zunehmend die Funktion eines Showrunners aus.

Jan Peter lebt und arbeitet in Leipzig.

Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 – „Over the Rainbow – Sehnsucht ist eine Droge“[1]

Dokumentarische Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarische Dramaserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997 – „Neue Menschen aus Schreberschem Geist“ (ARD, 90 Minuten)
  • 1999 – „Aufstand der Träumer: Drei Tage im August 1989“ (Pro7, 30 Minuten)
  • 2000 – „Die Macht der Stunde: Eine Geschichte der Zeitmessung“ (ARTE/ARD, 60 Minuten)
  • 2001 – „Nach Hitler. Radikale Rechte rüsten auf“ (ARD, 3×45 Minuten)
  • 2003 – „Schöner neuer Mensch – Genforschung im 21. Jahrhundert“ (ARTE/ARD, 90 Minuten)
  • 2005 – „Der Rebell. Psychogramm eines Terroristen“ (ARD, 94 Minuten)
  • 2007 – „Verlassene Heimat/Unsere Heimat“ (MDR, 60 Minuten/3×30 Minuten)
  • 2009 – „Mein Deutschland“ (ARD, 3×45 Minuten)
  • 2009 – „Mein Mauerfall“ (RBB/MDR, 45 Minuten)
  • 2010 – „Ernst Reuter – Ein zerrissenes Leben“ (ARD, 45 Minuten)
  • 2010 – „Damals nach der DDR“ (ARD/MDR 6×45 Minuten) Serienregie
  • 2010 – „Meine Einheit – Schicksale im vereinigten Deutschland“ (MDR/RBB, 90/45 Minuten) Regie/Co-Autor
  • 2010 – „Als wir Kinder waren – Aufgewachsen in der DDR“ (MDR, 45 Minuten)
  • 2012 – „Kinder des Ostens“ Animierte Dokumentation (MDR/RBB, 3×45 Minuten)
  • 2015 – „Geheimauftrag Pontifex - Der Vatikan im Kalten Krieg“ (ARD/ARTE/RBB/BR/ORF/TVP, 2×52 Minuten/1x90 Minuten)

Dokudramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002 – „Die geheime Inquisition“ (ZDF, 3×45 Minuten)[3]
  • 2004 – „Hexen – Magie, Mythen und die Wahrheit“ (ARD, 3×45 Minuten)
  • 2005 – „Mätressen – Die geheime Macht der Frauen“ (ARD, 3×45 Minuten)
  • 2006 – „Savonarola – Der schwarze Prophet“ (ZDF, 45 Minuten)
  • 2008 – „Imperium der Päpste“ (ZDF, 3×45 Minuten, Regie Fiction und Gesamtregie Teil 2)

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008 – „Die Illuminaten – Auf der Suche nach der Weltherrschaft“ (argon Hörbuch, 59 Minuten)
  • 2008 – „Die Rosenkreuzer – Auf der Suche nach dem letzten Geheimnis“ (argon Hörbuch, 73 Minuten)
  • 2008 – „Die Templer – Das Geheimnis der Armen Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel“ (argon Hörbuch, 65 Minuten)
  • 2008 – „Opus Dei – Das ‚Werk Gottes‘ zwischen Heiligkeit und Santa Mafia“ (argon Hörbuch, 79 Minuten)

Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009 – „Deutsche und Deutsche“ (ARTE, 45 Minuten, Regie: Mira Thiel)
  • 2010 – „Damals nach der DDR“ (ARD/MDR Buch Teile 1, 3 und 6 gemeinsam mit Yury Winterberg)
  • 2010 – „Die Deutschen – August der Starke und die Liebe“ (ZDF, 45 Minuten, mit Yury Winterberg)
  • 2011 – „Friedrich – Ein deutscher König“ (ARTE, ARD, 90 Minuten mit Yury Winterberg)
  • 2012/13: „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ (Autor der Episoden 2 und 8. Hauptautor Episoden 3, 4, 5 und 7. Co-Autor Episoden 1 und 6.)
  • 2014 – „Great War Diaries“ (BBC 2, 3×60 Minuten)
  • 2015 – „Geheimauftrag PONTIFEX“ (ARD/ARTE/ORF/RBB/BR/TVP 2x52' und 1x90', gemeinsam mit Yury Winterberg)

Stoffentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SOKO Leipzig im Auftrag von UFA Fiction gemeinsam mit Jörg Winger, Thomas Teubner und Yury Winterberg: allgemeine Figurenkonstellation, Storielines und Übertrag der Originalserie nach Leipzig

Shows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kennst Du den Mythos; Regie der Videoinstallation innerhalb der Jubiläumsshow zum 111. Gründungsjubiläum des FC Schalke 04 in Koproduktion mit dem Musiktheater im Revier, Musik Dieter Falk und Heribert Feckler, Libretto Ulf Schmidt, Bühneninszenierung Michaela Dicu. [4]

DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003 – „Die geheime Inquisition“ (Komplett Media)
  • 2005 – „Mätressen“ (Polyband)
  • 2006 – „Nach Hitler“ (Ottonia Media)
  • 2006 – „Der Rebell“ (Absolut-Medien)
  • 2008 – „Hexen“ (Icestorm)
  • 2010 – „Terra X Volume 13 – Imperium der Päpste“ (Universum Film)
  • 2010 – „Damals nach der DDR“ (Polyband)
  • 2012 – „Friedrich – Ein deutscher König“ (Edel)
  • 2012 – „Kinder des Ostens“ (Polyband)
  • 2014 – „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ (Polyband)
  • 2014 – „Great War Diaries“ (BBC Worldwide)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert:

Erhalten:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Over the Rainbow bei kino.de. Abgerufen am 23. März 2014.
  2. http://www.newsday.com/opinion/columnists/william-f-b-o-reilly/war-weary-europe-is-putty-to-putin-william-f-b-o-reilly-1.9935420
  3. Die geheime Inquisition. ZDFmediathek. Archiviert vom Original am 23. März 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zdf.de Abgerufen am 23. März 2014.
  4. "Projektseite: Kennst Du den Mythos"
  5. Deutscher Fernsehpreis: Nominierte für den besten Mehrteiler Dokumentation, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  6. Japan Prize Official Website. Abgerufen am 27. November 2014.
  7. Pressemitteilung: 31. Robert Geisendörfer Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen. (Memento des Originals vom 18. Mai 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.robert-geisendoerfer-preis.de 17. Juni 2014, abgerufen am 25. Juni 2014.
  8. Winners 2015: "Winners of Awards for best Film and TV"
  9. Award List 2015: "Remi Award Winners 2015" (Memento des Originals vom 26. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/worldfest.org
  10. Mitteilung bei nic: "Drama-Serie erhält Grand Prix des 12. Internationalen Dokumentarfilmfestivals Sewastopol", abgerufen am 13. Juni 2016