Jan Peter Beckmann

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Jan Peter Beckmann (* 25. Dezember 1937 in Bielefeld) ist ein deutscher Philosoph und emeritierter Professor für Philosophie an der Fernuniversität in Hagen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Bonn-Bad-Godesberger Aloisiuskolleg studierte Beckmann ab 1958 Philosophie sowie Literatur- und Sprachwissenschaften an den Universitäten Bonn, München und Stellenbosch/Südafrika. Im Anschluss an die Promotion zum Dr. phil. 1967 war er 1968–1970 Assistant Professor of Philosophy an der Yale University. Der Habilitation an der Universität Bonn (1979) folgte ein Ruf an die FernUniversität Hagen als Inhaber des neu errichteten 1. Lehrstuhls für Philosophie. Im Laufe seiner dortigen Tätigkeit war er Prodekan und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften (1981–1983), Prorektor für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs (1983–1985) sowie geschäftsführender Direktor des neu gegründeten Instituts für Philosophie der FernUniversität (1995–2003). Gastprofessuren führten ihn an die Oxford University (1983), die Universität Bonn (1993 und 1995) und die Universität Münster (1995). Die Medizinische Fakultät der Universität Essen erteilte ihm einen Lehrauftrag für Medizinische Ethik (1997–2011).

Beckmann war Mitglied in den Direktorien des Instituts für Wissenschaft und Ethik (1996–2010) sowie des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) (1999–2007) an der Universität Bonn.

2002 wurde Beckmann von der Bundesregierung als Sachverständiger in die Zentrale Ethikkommission für Stammzellenforschung berufen, deren Mitglied er bis heute ist.[1]

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Metaphysik, Ontologie, der Philosophie der Antike und des Mittelalters sowie der philosophischen Fragen und Probleme der Biowissenschaften, speziell der Medizinischen Ethik. Hier hat er sich besonders den ethischen Aspekten der Stammzellforschung, der Organtransplantation sowie der Präimplantationsdiagnostik (PID) gewidmet. Er befürwortet die PID unter strengen Auflagen und plädiert insoweit für konsistente Regelungen in allen Bereichen der Reproduktionsmedizin.[2]

Beckmann ist Mitherausgeber der im Alber Verlag in Freiburg erscheinenden Reihe „Praktische Philosophie“ sowie des im Verlag de Gruyter in Berlin erscheinenden Jahrbuchs für Wissenschaft und Ethik.

Auch seit seiner Emeritierung (2003) lehrt er weiterhin an der FernUniversität in Hagen.

Am 19. Dezember 2014 wurde ihm von der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen in Anerkennung seiner Verdienste im Bereich der medizinischen Ethik die Ehrendoktorwürde (Dr. med. h.c.) verliehen.[3]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ethische Herausforderungen der modernen Medizin Verlag Karl Alber, Freiburg 2009, ISBN 978-3-495-48394-7
  • Fragen und Probleme einer medizinischen Ethik (Hrsg.) Verlag de Gruyter, Berlin/New York 1996, ISBN 3-11-014782-3
  • Wilhelm von Ockham Beck Verlag, München 1955, 2. Aufl. 2010, ISBN 978-3406611162
  • Organtransplantation: Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte (zusammen mit Hans-Ludwig Schreiber, Günter Kirste) Verlag Karl Alber, Freiburg 2008, ISBN 978-3-495-48344-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung, zuletzt aufgerufen am 12. Dezember 2012
  2. Ärztezeitung vom 14. April 2011, zuletzt aufgerufen am 6. Januar 2013
  3. Pressemeldung der Universität Duisburg-Essen, zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014