Jaschkowitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den gleichnamigen Ort bei Broslawitz siehe Jaśkowice (Zbrosławice).
Jaschkowitz
Jaśkowice
Jaschkowitz  Jaśkowice führt kein Wappen
Jaschkowitz  Jaśkowice (Polen)
Jaschkowitz  Jaśkowice
Jaschkowitz
Jaśkowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Powiat: Oppeln
Gmina: Proskau
Geographische Lage: 50° 34′ N, 17° 49′ OKoordinaten: 50° 34′ 23″ N, 17° 49′ 25″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 46-060
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice



Naturschutzgebiet bei Jaschkowitz
Naturschutzgebiet bei Jaschkowitz

Jaschkowitz (poln. Jaśkowice) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Jaschkowitz liegt in der Gemeinde Proskau (Prószków) im Powiat Opolski (Kreis Oppeln) in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Jaschkowitz sind im Norden Ochotz (Ochodze), im Osten die Stadt Proskau (Prószków), im Südosten Przyschetz (Przysiecz) und im Süden Ellguth Proskau (Ligota Prószkowska).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde am 29. November 1312 urkundlich als Villa Johannis erwähnt.[1] Der ursprüngliche Ort ist wohl wüst geworden, datierte Felix Triest den Ort 1865 auf ein Alter von 300 Jahren, also auf das 16. Jahrhundert. 1784 hatte der Ort, der zur Herrschaft Proskau gehörte, neun Gärtner, drei Häusler und ein Vorwerk.[2] 1797 wurde die Kolonie Jaschkowitz gegründet. Angesiedelt wurden Klasterschläger. 1818 zählte Jaschkowitz neun Gärtner, drei Häusler und ein Vorwerk.[3] 1865 bestand Jaschkowitz aus einem Dorf, einer Kolonie und einem Rittergut und es hatte neun Gärtner, 12 Häusler und drei Angerhäusler. Die Kolonie hatte elf Häuslerstellen. Ferner waren im Ort ein Kretschmer (Gastwirt), ein Schmied, zwei Viktualienhändler und drei Teerhändler ansässig. Zu diesem Zeitpunkt waren die katholischen Einwohner nach Ellguth-Proskau eingepfarrt und eingeschult, die evangelischen nach Proskau.[4][5]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 191 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 31 für die Zugehörigkeit zu Polen.[6] Jaschkowitz verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 298 Einwohner. Am 28. April 1936 wurde der Ort in Johannsdorf/Oberschlesien umbenannt. 1939 hatte der Ort 311 Einwohner.[7] Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Oppeln.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Jaśkowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Opolski. Am 11. Juli 2006 wurde in der Gemeinde Proskau, der Jaschkowitz angehört, Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt. Am 30. April 2010 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Jaschkowitz.

Sehenswürdigkeiten und Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neogotische Wegkapelle mit Glockenturm aus den Jahren 1903 bis 1907 mit Ziegelsteinfassade. An der Kapelle befindet sich eine Gedenktafel für die 33 Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
  • Bildstock aus dem Jahr 1932 in Form eines Eichenbaumstamms
  • Naturschutzgebiet Jaschkowitz

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Codex Diplomaticus Silesiae: Teil 16 - Regesten zur schlesischen Geschichte 1301-1315
  2. Johann Ernst Tramp: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 3, Brieg 1784
  3. Geographisch-statistisches Handbuch über Schlesien und die Grafschaft Glatz, Band 2; Breslau und Jauer 1818
  4. Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865
  5. Internetseite der Gemeinde, abgerufen im Juni 2012
  6. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921
  7. Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Oppeln