Jean Aurel

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Jean Aurel (* 6. November 1925 in Rastolita, Mureș als Jean-Claude Aurel; † 24. August 1996 in Paris) war ein französischer Drehbuchautor und Filmregisseur, der zwischen den Jahren 1950 und 1994 über 25 Drehbücher schrieb und rund ein Dutzend Kinofilme inszenierte. Darunter In Freiheit dressiert, der Oscar-nominierte Dokumentarfilm Nacht über Europa: 14–18, Hemmungslose Manon oder Oh, diese Frauen.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Aurel, geboren am 6. November 1925 in einem Schlafwagen Richtung Rastolita, Rumänien [1] begann, nachdem er 1936 bereits früh mit dem Filmgenre in Achte auf deine Linke als Kinderdarsteller in einer Kurzfilmproduktion des französischen Regisseurs René Clément in Berührung gekommen war, seine eigene Filmkarriere mit Mitte zwanzig als Regisseur mit dem Kurzfilm Les fêtes galantes (Watteau) (1950). Es folgten einige weitere kleine Kurzfilmproduktion, bevor er 1953 für Zur Liebe verdammt einem Drama des Regisseurs Ralph Habib das erste Drehbuch für einen Kinofilm fertigstellte.

In rund 40 Jahren entstanden dann zahlreiche Drehbücher für das französische Kino. In den 1950er Jahren überwiegend für Abenteuerfilme und Komödien für Regisseure wie Ralph Habib, Michel Boisrond, Jack Pinoteau, André Hunebelle, Pierre Gaspard-Huit oder René Clair. Seit den 1960er Jahren schrieb er auch vermehrt Drehbücher für Dramen. Wie 1960 Das Loch mit Michel Constantin und Philippe Leroy für Regisseur Jacques Becker und dann überwiegend für seine eigenen Regiearbeiten.

Darunter für den Dokumentarfilm Nacht über Europa: 14–18 der 1965 für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert wurde. Außerdem für das Drama Hemmungslose Manon 1968 mit Catherine Deneuve, Jean-Claude Brialy, Sami Frey und Elsa Martinelli in den Hauptrollen.

1969 inszenierte er mit Brigitte Bardot und Maurice Ronet den Film Oh, diese Frauen.

Ende der 1970er Jahre entstanden zudem mit Liebe auf der Flucht, Die Frau nebenan und Auf Liebe und Tod drei Drehbücher für den Regisseur François Truffaut.

Das Drehbuch für Rosine schrieb er 1994 als Adaption zwei Jahre vor seinem Tod für die Regisseurin Christine Carrière. Diese Arbeit blieb seine letzte für das französische Kino.

Am 24. August 1996 starb Aurel im Alter von 70 Jahren in Paris.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmregisseur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: In Freiheit dressiert (La bride sur le cou)
  • 1964: Sieg in Frankreich (La bataille de France) (Dokumentarfilm)
  • 1964: Über die Liebe (De l'amour)
  • 1965: Nacht über Europa: 14–18 (14-18) (Dokumentarfilm)
  • 1967: Lamiel – ich liebe die Liebe (Lamiel)
  • 1968: Hemmungslose Manon (Manon 70)
  • 1969: Oh, diese Frauen (Les femmes)
  • 1971: Was würden Sie an meiner Stelle tun? (Êtes-vous fiancée à un marin grec ou à un pilote de ligne?)
  • 1974: ...Comme un pot de fraises!
  • 1985: Staline

Drehbuchautor (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1953: Zur Liebe verdammt (La rage au corps)
  • 1954: Die Tochter der Mata Hari (La figlia di Mata Hari)
  • 1955: Oh, la-la, Cherie (Paris canaille)
  • 1956: Für Männer verboten (Club de femmes)
  • 1957: Die Mausefalle (Porte des Lilas)
  • 1957: Anton, der Querschläger (Le triporteur)
  • 1957: Die Pariserin (Une parisienne)
  • 1958: Verrückter Urlaub (Taxi, roulotte et corrida)
  • 1959: In die Falle gelockt (Délit de fuite)
  • 1960: Das Loch (Le trou)
  • 1961: In Freiheit dressiert (La bride sur le cou)
  • 1964: Über die Liebe (De l'amour)
  • 1967: Lamiel - ich liebe die Liebe (Lamiel)
  • 1968: Hemmungslose Manon (Manon 70)
  • 1969: Oh, diese Frauen (Les femmes)
  • 1971: Was würden Sie an meiner Stelle tun? (Êtes-vous fiancée à un marin grec ou à un pilote de ligne?)
  • 1979: Liebe auf der Flucht (L'amour en fuite)
  • 1981: Die Frau nebenan (La femme d'à côté)
  • 1983: Auf Liebe und Tod (Vivement dimanche!)
  • 1985: Staline
  • 1994: Rosine

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean Aurel in: Cinéma, Ausgaben 261-264, Fédération française des ciné-clubs, 1980, Seite 107
  2. Biographische Daten von Jean Aurel in: Fiches du cinéma: Tous les films, L'Office catholique français du Cinema, 1996, Seite 496