Jean Cavalier

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Jean Cavalier (* um 1679 in Ribaute im Languedoc; † 17. Mai 1740 in Chelsea) war einer der Hauptanführer der Kamisarden im Cevennenkrieg und später englischer Gouverneur von Jersey.

Der Bauernsohn Jean Cavalier lebte in Genf, als 1702 der Aufstand in den Cevennen ihn nach Hause zurückrief und bald an die Spitze der Hugenotten brachte. Er disziplinierte die ungeordneten Scharen und leitete ihre Unternehmungen gegen das königliche Heer mit so viel Umsicht und Geschick, dass ihm der Marschall Villars 1704 Vergleichsvorschläge machte. Cavalier legte die Waffen nieder unter der Bedingung halber Toleranz. Ihm selbst bewilligte Ludwig XIV. das Patent eines Obersten, das mit einem Gehalt von 1.200 Livres versehen war. Auch erhielt er die Erlaubnis, aus den Kamisarden ein eigenes Regiment im königlichen Sold zu machen. Hierin folgte ihm allerdings nur eine geringe Anzahl der Genossen.

Cavalier wurde von der Regierung misstrauisch beobachtet und war nicht zum katholischen Glauben zu bewegen. So floh er nach einiger Zeit nach Holland und dann nach England, befehligte darauf in Spanien ein Regiment aus geflüchteten Kamisarden und zeichnete sich mit diesen Truppen 1707 bei den mörderischen Kämpfen um Almansa in Neu-Kastilien aus. Später wurde er englischer Generalmajor und Gouverneur von Jersey.