Alès

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Alès
Alès (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Gard (30)
Arrondissement Alès (Unterpräfektur)
Kanton Alès-1, Alès-2, Alès-3
Gemeindeverband Alès Agglomération
Koordinaten 44° 8′ N, 4° 5′ OKoordinaten: 44° 8′ N, 4° 5′ O
Höhe 116–356 m
Fläche 23,16 km²
Einwohner 41.837 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 1.806 Einw./km²
Postleitzahl 30100
INSEE-Code
Website Alès

Alès – Ortsbild mit Fluss Gardon

Alès (bis in die 1920er Jahre: Alais) ist eine Stadt mit 41.837 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Gard in der südfranzösischen Region Okzitanien.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die etwa 150 m hoch gelegene Stadt Alès liegt knapp 45 km (Fahrtstrecke) nordwestlich von Nîmes in einer Flussbiegung des Gardon d’Alès, am südlichen Rand des Cevennen-Nationalparks. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 1200mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2019
Einwohner 8.944 18.871 24.940 36.893 39.346 41.837
Quellen: Cassini und INSEE

Die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft haben zur immer noch anhaltenden Zuwanderung von Menschen aus den ländlichen Gebieten im Umland geführt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Alès ein regionales Zentrum des Kohlebergbaus im Gard, der im Jahr 1840 mit der Eröffnung der auf Veranlassung von Paulin Talabot gebauten Eisenbahn von Beaucaire über Nîmes nach Alès seinen Aufschwung nahm. Die Strecke wurde als Cevennenbahn weiter nach Saint-Germain-des-Fossés bei Vichy verlängert. Außerdem gab es eine beachtliche Eisenverarbeitung und Seidenproduktion. Im Jahr 1912 wurden zwei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr gefördert, 1947 arbeiteten 20.000 Mineure im Kohlebecken. Erst im Jahr 1958 nahm die Kohleförderung wieder deutlich ab; im Jahr 1986 wurde die Mine d’Destival und zwei Jahre später die Mine d’ Oules und 1995 der letzte Abbauort geschlossen. Im 21. Jahrhundert ist die Stadt zu einem Forschungszentrum für Mechanik, Biotechnologie und Ökologie geworden.[1] Die 1843 gegründete allgemeine Ingenieurschule École nationale supérieure des mines d'Alès befindet sich in der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

protestantischer Tempel

Aufgrund von Funden kann angenommen werden, dass Alès bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. erstmals besiedelt wurde. Im Jahr 2008 wurde eines der größten römischen Mosaike aus der Zeit Julius Cäsars entdeckt. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Stadt an einer wichtigen römischen Handelsstraße lag und von Bedeutung war.

Ein Geldstück aus der Zeit der Merowinger trägt den Namen Alesto, der aus dem phönizischen Wort für Eisen stammt. Bereits um das Jahr 1200 sicherte eine Charta von Alès die Rechte seiner Bewohner.

Alès war einer der Sicherheitsplätze für die Hugenotten zur Zeit der Reformation. In Alès fand im Jahr 1620 die Hauptsynode der reformierten Kirche Frankreichs statt, und 1629 wurde hier das Friede von Alès verkündet. Die Zitadelle wurde im Jahr 1688 von Vauban errichtet. In den Jahren 1702 bis 1704 fand hier der Aufstand der evangelischen Kamisarden statt.

Alès war Bischofssitz – die zugehörige ehemalige St. Jean-Baptiste stammt größtenteils vom Ende des 17. Jahrhunderts. Im Querschiff der Kathedrale befindet sich eine Himmelfahrt Mariä von Pierre Mignard aus dem 17. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der ehemaligen Franziskanerkirche (Église des Cordeliers) befindet sich das Touristenbüro.
  • Kathedrale (17. Jh.) und protestantischer Tempel (19. Jh.) bilden die religiösen Zentren der Stadt.
  • Das Musée du Colombier widmet sich sowohl der Archäologie als auch der bildenden Kunst; hier ist u. a. ein Triptychon von Jean Bellegambe (um 1470–1534) ausgestellt.

Meteorit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. März 1806 fielen bei Alès zwei Fragmente eines Meteoriten zur Erde. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die beiden vier und zwei Kilogramm schweren Stücke von einem Kohligen Chondriten des Typs CI1, einem besonders seltenen Meteoritentyp, stammen. Der Fall wurde unter dem damaligen Ortsnamen Alais offiziell registriert.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alès – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Histoire. In: Ales.fr. 14. Januar 2022, abgerufen am 9. Juli 2022 (französisch).
  2. Alais meteorite. In: mindat.org. Abgerufen am 1. August 2021 (englisch).
  3. Tobias Glenz: Älteste Ordensfrau der Welt und zugleich älteste Europäerin wird 117. In: katholisch.de. 9. Februar 2021, abgerufen am 10. Februar 2021.