Jeseník nad Odrou

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Jeseník nad Odrou
Wappen von Jeseník nad Odrou
Jeseník nad Odrou (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 2893 ha
Geographische Lage: 49° 37′ N, 17° 54′ OKoordinaten: 49° 36′ 48″ N, 17° 54′ 22″ O
Höhe: 264 m n.m.
Einwohner: 1.994 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 741 01 – 742 33
Verkehr
Straße: OdryStarý Jičín
Bahnanschluss: Břeclav–Petrovice u Karviné
Nächster int. Flughafen: Flughafen Studénka
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Tomáš Machýček (Stand: 2015)
Adresse: Jeseník nad Odrou 256
742 33 Jeseník nad Odrou
Gemeindenummer: 599468
Website: www.jeseniknadodrou.cz

Jeseník nad Odrou (deutsch: Deutsch Jaßnik) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt acht Kilometer westlich von Nový Jičín an der Oder und gehört zum Okres Nový Jičín.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeseník nad Odrou befindet sich im Süden der Oderberge im Tal der Oder, die das Kuhländchen durchfließt. Durch die Gemeinde fließt der Bach Luha, der an der nördlichen Gemeindegrenze in die Oder mündet. Südöstlich erhebt sich der Hůrka (Hurkaberg, 382 m). Durch den Ort führt die Staatsstraße 4810 von Odry nach Starý Jičín.

Nachbarorte sind Mankovice (Mankendorf) und Suchdol nad Odrou (Zauchtel) im Norden, Bernartice nad Odrou (Barnsdorf) und Šenov (Schönau) im Osten, Starý Jičín (Alttitschein) im Südosten, Dub (Daub) im Südwesten, Vražné (Heinzendorf/Petersdorf) sowie Odry (Odrau) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde um 1169 als Besitz des Benediktinerklosters Raigern gegründet. Der Name Deutsch Jaßnik erscheint schon in den ältesten Urkunden. Anfang des 18. Jahrhunderts hatte Rudolf von Witten ein kleines Barockschloss als Herrensitz in der Nähe des herrschaftlichen Gutes errichten lassen. Dazu gehörten ein Meierhof, ein Bräuhaus und ein Park mit großem Schlossteich (das Schloss ist auch heute noch gut erhalten). Der Ort liegt an der Bahnlinie Wien–Krakau, der 1846 eröffneten sogenannten Kaiser Ferdinands-Nordbahn. Die Kirche Maria Himmelfahrt (aus der Zeit vor 1383) war 1560–1624 evangelisch. 1752 wurde sie barock umgestaltet und im 19. Jahrhundert umgebaut. Haupterwerbszweig war die Landwirtschaft. Die herrschaftliche Brennerei wurde ab 1829 als Likör- und Essigfabrik genutzt. Der größte gewerbliche Betrieb war die herrschaftliche Dampfmühle. Über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt war auch der Sauerbrunn, eine mineralhaltige Quelle. Einwohner 1930: 1.102 Deutsche, 104 Tschechen und 12 Ausländer.

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Neu Titschein.

In jüngster Zeit wurden die kulturellen Anstrengungen der Verbandsgemeinde bei der Teilnahme am nationalen Wettbewerb „Dorf des Jahres 2013“ des Ministeriums für Regionalentwicklung in Prag mit dem „Goldenen Band“ ausgezeichnet. Im Jahr 2014 nahm Jeseník nad Odrou am Wettbewerb Europäischer Dorferneuerungspreis teil.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barockschloss
  • Kirche Mariä Himmelfahrt auf einem Hügel in der Nähe des Dorfes
  • Statue von St. Johannes von Nepomuk auf dem Dorfplatz
  • Kruzifix in der Kirche
  • Naturdenkmal Mäander im Odertal

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Hauptmann (1882–1929), deutscher Mundartdichter

Standort für Großprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1940 erschien eine Kommission des Reichsverkehrsministeriums aus Berlin zur Erkundung einer Trasse des damals durch das Ortsgebiet geplanten Oder-Donau-Kanals.

In den 1970er Jahren wurde der Ortsteil Blahutovice als ein möglicher Standort für den Bau eines Kernkraftwerkes ausgewählt. Dieser Plan wurde nach 1989 fallen gelassen. Jedoch wurde der Ort im Jahr 2009 trotz Bürgerprotesten als möglicher Standort eines mit Helium gekühlten Schnellen Brüters (Projekt Allegro) benannt.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeseník nad Odrou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  2. Das Allegroprojekt in Tschechien
  3. Das Allegroprojekt