Jesenice

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jesenice (Begriffsklärung) aufgeführt.
Jesenice
Aßling
Wappen von Jesenice Karte von Slowenien, Position von Jesenice hervorgehoben
Basisdaten
Staat Slowenien
Historische Region Oberkrain / Gorenjska
Statistische Region Gorenjska (Oberkrain)
Koordinaten 46° 26′ N, 14° 3′ OKoordinaten: 46° 26′ 5″ N, 14° 3′ 5″ O
Fläche 75,8 km²
Einwohner 21.945 (2008)
Bevölkerungsdichte 290 Einwohner je km²
Postleitzahl 4270
Kfz-Kennzeichen KR
Struktur und Verwaltung
Webpräsenz
Ortspanorama
Jesenice, vom Hochstuhl aus gesehen
Altsave, Jesenice

Jesenice (deutsch früher Aßling) ist eine Kleinstadt in der Oberkrain in Slowenien nahe der Grenze zu Österreich mit einer Fläche von 75,8 km² und 21.620 Einwohnern (2002). Das Durchschnittsalter beträgt 41,1 Jahre, es gibt 6.197 Haushalte (Stand: jeweils 2002).

Bürgermeister ist Tomaž Tom Mencinger.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort grenzt im Norden an die Karawanken, die die Staatsgrenze zu Österreich (Bundesland Kärnten) bilden, und im Süden an Mežakla. Jesenice liegt an der Save (Sava Dolinka). Hausberg der Stadt ist der 1096 m hohe Jelenkamen nordöstlich des Siedlungskerns.

Die Stadt Kranj (Krainburg) befindet sich 40 km südöstlich, Bled (Veldes) 10 km. Des Weiteren finden sich in der Umgebung die Orte Mojstrana (Meistern in der Oberkrain), Hrušica (Birnbaum) und Radovljica (Radmannsdorf).

Die Autobahn A2, die südlich der Stadt vorbeiführt, führt nach Norden durch den Karawankentunnel nach Villach in Österreich und nach Süden nach Ljubljana (Laibach).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1004 erstmals urkundlich erwähnt. Er ist bekannt für seine Eisenhütten und die metallverarbeitende Industrie (Acroni Jesenice). Die ersten Schürfrechte wurden 1381 vom Haus Ortenburg erteilt. Später waren die Eisenhütten eine Waffenschmiede der Habsburger.

1872 wurde die Bahnstrecke Tarvis-Laibach fertiggestellt. Jesenice/Aßling war damit an das Eisenbahnnetz Österreich-Ungarns angeschlossen. Die Verbindung von Jesenice ins nunmehr italienische Tarvis wurde 1967 stillgelegt.[1] 1904 wurde die Wocheiner Bahn eröffnet, die von Jesenice/Aßling über die Julischen Alpen nach Neu-Görz/Nova Gorica führt, wovon Anschluss nach Triest besteht. Bis zum Ende des Habsburgerreichs gehörte der Ort zum Kronland Krain, wobei Jesenice eine selbständige Gemeinde im Gerichtsbezirk Kronau (politischer Bezirk Radmannsdorf) bildete.

Im Herbst 1906 wurde die Karawankenbahn eröffnet, die in Jesenice in diese Linie einmündet. Mit der 1909 fertiggestellten Tauernbahn ergab sich dadurch die neue Alpentransversale SalzburgTriest. Von der endgültigen Festlegung der Grenze zwischen Österreich und dem neuen SHS-Staat 1920 an war Jesenice für die durch den Karawankentunnel fahrenden Züge Grenzbahnhof. Die Grenzkontrollen wurden am 21. Dezember 2007 auf Grund des Schengener Abkommens eingestellt.

1926 wurden einige Siedlungen vereinigt, Jesenice wurde zur Stadt erhoben. 1941–1945 gehörte Jesenice zum vom Deutschen Reich besetzten Oberkrain, das hier liegende Eisenwerk wurde in die NS-Rüstungsindustrie eingegliedert. Dagegen wandten sich immer mehr Partisanen; über 400 Stadtbewohner fielen als Opfer des Widerstands. Wegen ihrer Eisenwerke wurde die Stadt am 1. März 1945 heftig bombardiert. Später waren die Werke einer der größten Arbeitgeber (7000 Arbeiter und Angestellte) im sozialistischen Jugoslawien. Die letzten Reste der längst geschlossenen Werke wurden 2003 niedergerissen; ein Schlot des Hochofens blieb erhalten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesenice war die Heimatstadt des Eishockeyvereins HK Jesenice, der zwischen 2006 und 2012 in der Erste Bank Eishockey-Liga spielte. Anschließend ging der Verein in die Insolvenz. Heute spielen in Jesenice die HDD Jesenice und die HD mladi Jesenice.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vierteljahrhundert oder ein Tag ist vergangen, seit ich, auf der Spur meines verschollenen Bruders, in Jesenice ankam. [...] ... durfte ich, den Seesack über der Schulter, ohne ein Bargeld vorzeigen zu müssen, aus dem finsteren Grenzbahnhof hinaus in die nordjugoslawische Stadt treten, die damals in den Schulkarten, neben Jesenice, in Klammern noch altösterreichisch Aßling hieß.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jesenice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://members.a1.net/edze/enzyklopaedie/krb.htm (Memento vom 24. April 2012 im Internet Archive)
  2. Erster Absatz aus: Peter Handke: Die Wiederholung, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-02580-5