Jo Brauner

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Joachim „Jo“ Brauner (* 29. November 1937 in Nimptsch, Niederschlesien) ist ein ehemaliger Nachrichtensprecher der ARD-Tagesschau. Am 9. Oktober 1974 las er erstmals eine Ausgabe der Tagesschau (10:00-Uhr-Ausgabe), am 30. April 1975 erstmals die Hauptausgabe um 20.00 Uhr und am 9. Oktober 2004 letztmals die Nachrichten der Tagesschau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Jo Brauner im Januar 1945 mit seiner Mutter und drei Geschwistern aus Breslau nach Saalfeld/Saale in Thüringen gebracht. 1958 machte er das Staatsexamen als Grundschullehrer für Deutsch in der DDR am Pädagogischen Institut in Leipzig. Im August desselben Jahres flüchtete er aus der DDR über West-Berlin in die Bundesrepublik Deutschland. In der folgenden Zeit arbeitete er in Hamburg unter anderem in einer graphischen Kunstanstalt, später als kaufmännischer Angestellter in einer Versicherungsgesellschaft.

1964 bewarb Brauner sich beim NDR. Er nahm Sprechunterricht und las am 15. Mai 1965 seine ersten Nachrichten auf NDR 2. Auf Einladung von Herbert Zimmermann sprach er im Juli 1965 die Sportnachrichten auf NDR 1 und NDR 2. Nachdem er bis dahin nur sonntags gesprochen hatte, gab Brauner im Oktober 1965 seine Anstellung bei der Versicherungsgesellschaft auf und arbeitete hauptberuflich als Sprecher in Hörfunk-Abteilungen des NDR. 1967 nahm er auch eine Tätigkeit als Sprecher bei den Berichten vom Tage auf. 1974 wurde er auf Einladung von Karl-Heinz Köpcke auch On- und Off-Sprecher bei der Tagesschau. Am 1. Januar 2000 trat Brauner die Nachfolge von Dagmar Berghoff als Chefsprecher von ARD-aktuell an. Im Interview mit der FAS merkte er indes an: „Fehler zu entdecken ist das einzige Recht, das die Sprecher den Redakteuren gegenüber haben.“ (Jo Brauner[1]). Am 9. Oktober 2004 las Brauner zum letzten Mal die Nachrichten in der Tagesschau und beendete damit nach 30 Jahren seine Tätigkeit für die Nachrichtensendung. Im Rahmen der ARD-Themenwoche 2008 sprach er am 21. April 2008 im ARD-Morgenmagazin ein weiteres Mal die halbstündlich wiederkehrenden Nachrichten der Tagesschau.

Als Fußball-Fan war Brauner lange Zeit Stadionsprecher beim HSV und auch bei den alljährlich stattfindenden Internationalen Tennismeisterschaften der Damen und Herren am Hamburger Rothenbaum. Die Tätigkeit als Stadionsprecher beim HSV gab er auf, weil er ein zunehmend auf Showelemente fokussiertes Format nicht mittragen wollte.

Brauner ist Nachrichtensprecher beim Gesundheitsformat vigo TV der AOK. Seit November 2009 ist er Pate des Kinderhospizes Bethel für sterbende Kinder.[2]

In der Nacht auf den 21. Dezember 2012 moderierte Brauner gemeinsam mit Florian Schroeder die Pilotfolge der neuen Satireshow des Ersten Deutschen Fernsehens Das Ernste.[3]

Brauner ist seit 1969 verheiratet und hat zwei Töchter. Er liebt Literatur und Klavier- und Violinkonzerte, spielt selbst Klavier.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ARD-Nachrichtenmann Jo Brauner geht in den Ruhestand, KK1192 Seite 13
  2. kinderhospiz-bethel.de
  3. DWDL.de: „Mit Florian Schroeder und Jo Brauner: „Das Ernste“ kommt: ARD testet neue Comedyshow“ (abgerufen am 2. Dezember 2012)