Joachim Schäfer (Musiker, 1950)

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Joachim Schäfer (2002)

Joachim Schäfer (* 16. Juli 1950 in Mannheim) ist ein deutscher Musiker, Sänger, Komponist, Texter, Produzent, Musikverleger und Studiobetreiber.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Einfluss von Großvater (Flötist) und Vater (Cellist), beide Theatermusiker und Musiklehrer, kam nie ein Zweifel auf, in welche Richtung es mal gehen sollte.

Bei Schülerkonzerten stand er mit zehn Jahren das erste Mal auf der Bühne. Doch die Beat-Musik änderte die Begeisterung radikal und lenkte alles in eine andere Richtung. Mit der Schülerband „The Thunderbirds“ wurde man im regionalen Raum und später mit der Profi-Rockband „Kin Ping Meh“ in ganz Deutschland enorm populär. Vor dem Besuch der Musikschule Mannheim absolvierte Schäfer allerdings noch eine Ausbildung bei der C. Bechstein Pianofortefabrik als Klavierbauer.

Ende der 70er war er als Background-Chorsänger z. B. bei Produktionen von Paola Felix, Costa Cordalis, Ricki King, Pete Tex, Joy Unlimited oder Ivan Rebroff tätig, spielte bei verschiedenen Musicals Gitarre im Orchestergraben vom Nationaltheater Mannheim. Gleichzeitig entwickelte Schäfer die Mannheimer Musikkneipe MILJÖÖ und organisierte dort in sieben Jahren über 700 Veranstaltungen. Daneben betreute Schäfer den Freizeitpark „Tivoli“ in Pirmasens nebst Circus. Später war er für einige Zeit als Musiklehrer mit halbem Deputat am Gymnasium der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim tätig. Ende der 90er verlegte er mit seinen Tonstudios seine Hauptaktivitäten auf das Lokalisieren von PC-Games. Für ein Jahrzehnt war man für Musik-, Sprach- und Geräuschaufnahmen verantwortlich. Ein Label und Musikverlage wurden angegliedert. Als Bandleader tourte er mit dem Gesangsduo Nina und Mike in den USA durch die deutschen Clubs der östlichen Staaten. Joachim Schäfer ist immer noch, vorwiegend im Kurpfälzer Raum, musikalisch auf Bühnen unterwegs. Mannheim ehrt ihn 2016 mit dem Bloomaulorden.

Band: The Thunderbirds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 gründete er die Mannheimer Coverband „The Thunderbirds“ mit Gerhard Mayer, Torsten Herzog (Harry Abbi), Werner Stephan und Hubert Weber für eine Weihnachtsfeier. Man blieb zusammen als Schülerband und spielte in Jugendheimen, Gemeindesälen, beim Cola-Ball oder in Tanzschulen. Zwischenzeitlich gründete Joachim Schäfer die Rockband „Nine Days Wonder“, ging allerdings wieder zurück zu den Thunderbirds.

Die Truppe hat sich in alter Besetzung wieder formiert und spielt nun seit einiger Zeit für die alten und neuen Fans authentisch die Hits der sechziger Jahre. Wahrscheinlich ist diese Band nun „Die Älteste Beat-Band Deutschland“.

Band: Kin Ping Meh[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970 entstand aus der alten Band mit Joachim Schäfer, Torsten Herzog, Werner Stephan, dazu Kalle Weber und Frieder Schmitt die Rockband „Kin Ping Meh“. Den Durchbruch erreichten sie in der Fernsehsendung „Talentschuppen“ vom SWF-Baden Baden von Dieter Pröttel, zusammen mit Udo Jürgens und Juliane Werding. Außerdem gewannen sie einen wichtigen nationalen Wettbewerb in Hamburg, veranstaltet von der „Bild am Sonntag“, „Constantin Filmverleih“ und dem Label „Polydor“. Danach wurden „Kin Ping Meh“ Profis und tourten jahrelang durch Deutschland, u. a. mit Deep Purple, den Hollies, mit Uriah Heep oder standen mit den Scorpions auf einer Bühne. In diese Zeit kam es auch zu zahlreichen Funk- und Fernsehauftritten (Beatclub) und dem Kinofilm Sonne, Sylt und kesse Krabben mit Ingrid Steeger.

Solo: Joachim Schäfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Schäfer als Alleinunterhalter (2018)

Als Sänger und Solist wurde Schäfer bekannt, als 1973 nach seinem Weggang von Kin Ping Meh unter dem Slogan „Mensch Meier Mannem“ + „Wasserturm-Boogie“ seine erste Mundart-Platte erschien, produziert mit Joy and the Hit Kids. Zur Bundesgartenschau 1975 erschienen der offizielle Musikbeitrag „Schau schau Bundesgartenschau“ und „Hey Unkel Willi“. Dadurch wurde man bei CBS auf ihn aufmerksam und es entstand sein erstes Solo-Album „Joachim Schäfer I“ mit dem Single-Hit „Badetag“. Sein zweites LP-Album mit alten und neuen Songs im Mannheimer Dialekt erschien 1982. Es folgte, dieses Mal als CD, der Sampler „Schäfer III - Schäfer und seine Freunde“, unter Mithilfe von Nina und Mike, Trainer Uli Stielike mit den Waldhof-Buben, Harold Kreis mit den MERC-Adlern, dem Opernstar Peter Parch, dem Polizeichor, Adax + Mattel Dörsam, Karin Rühle und Ute Berling und Heinz Möllmann (v. Peter Maffey).

Lieder und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Polydor
    • Everything's my way, Woman mit Kin Ping Meh (Single)
    • Alexandra, Everyday mit Kin Ping Meh (Single)
  • Trendrecords:
    • Mensch Meier Mannem, Wasserturm-Boogie (Single)
  • Rubo:
    • Schau Schau Bundesgartenschau, Hey Unkel Willi (Single)
  • CBS:
    • Badetag, Ich bin so frustriert (Single)
    • Schäfer I (LP)
      • Badetag
      • Ich bin so frustriert
      • Party
      • Mensch Meier Opa
      • Geisha
      • Schilf im Wind
      • Margie (Die Männer in Weiß)
      • Mutter
      • Sonnenuntergang
      • Ich war so blau
      • Damenwahl
      • Der alte Mann von Peru
  • Mouton Records:
    • Weihnachtsmedley (Single)
    • Schafer II, Schäfer und seine Freunde (LP)
      • Mensch Meier Mannem
      • Der Schrank
      • De Filsbachstomb
      • Ja mir sin die Stromer
      • Isch bin eschder Mannemer
      • Des weeß isch noch
      • Make up
      • Toor
    • Frankenthal, klarer Fall (Single)
    • Schäfer III, Schäfer und seine Freunde (CD)
      • So sin die Mannemer
      • De Filzbachstomb
      • S'werd doch nix passiert soi
      • Isch bin en eschder Mannemer
      • Blumepeterlied
      • Wasserturm-Boogie
      • Mit unsre wacklische Knie
      • Quadrate-Lied
      • In Mannem
      • Hey Unkel Willi
      • Meine Alte
      • Oh Mannem is schä
      • Mir liewe unser Mannem
      • Mannemer Marsch
      • Mir hawwe 2 linke Händ
      • Mädel mach kä Färz
      • Pudelnaggisch
      • Ja mir sin die Stromer
      • Wo ist der Küsser
      • Des weeß isch noch
  • Schäfer IV, …s.a.m.m.l.u.n.g… (Doppel-CD, Best of)
    • Mensch, Meier, Mannem (1973)
    • Wasserturm Boogie (1973)
    • Schau, Schau Bundesgartenschau (1975)
    • Der alte Mann von Peru (1978)
    • Tooor (1982)
    • Die Party (1978)
    • Damenwahl (1978)
    • Isch bin en eschder Mannemer (1983)
    • Eskimo am Marterpfahl (1983)
    • Make Up (1983)
    • Der Schrank (1983)
    • Isch flipp aus (1983)
    • Die Sackträger (1983)
    • Des weeß Isch noch (1991)
    • Ich bin so frustriert (1978)
    • Badetag (1978)
    • Mensch, Meier, Opa (1978)
    • Ich war so blau (1978)
    • So sin die Mannemer (1991)
    • De Filzbachstomp (1991)
    • Isch bin eschder Mannemer (1991)
    • Mit unsre wacklische Knie (1991)
    • Hey Unkel Willy (1991)
    • Oh Mannem is schä (1991)
    • Mir hawwe zwee linke Händ (1991)
    • Pudelnaggisch (1991)
    • Wo ist der Küsser (1991)
    • Ja, mir sin die Stromer (1991)
    • Die Männer in Weiß (1978)
    • Schilf im Wind (1978)
    • Sonnenuntergang (1978)
  • Ariola:
    • Soundtrack „Earth 2140“
  • Topware:
    • Peter Graf Persiflage „What goes on - kommt hier der Graf mit dem Geldkarton“ (+Videoclip)

Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mouton Records:
    • Zehnkampf (Hingsen, Kretschmer, Wenz zur Olympiade 1984) (Single)
    • Hundert Jahre Feuerio (mit Xavier Neidoo) (Maxi Single)
  • athmo-music - Relaxing & Meditation: -zusammen mit Gerd Hofmann- (CDs)
    • The Lounge 1
    • The Lounge 2
    • The Lounge 3
    • Skys
    • Trees
    • Water
    • Wellness-Music Vol. 1
    • Wellness-Music Vol. 2
    • Wellness-Music Vol. 3
  • ensemble 3 plus x - Nationaltheater Mannheim:
    • W.A. Mozart: Horn- und Klarinettenkonzert

Notenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schäfchen Musikverlag
    • So klingt's in den Quadraten

Computerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik und Sprachaufnahmen in fünf Sprachen und EFX (Geräusche)

  • Top Ware:
    • New Motion
    • Earth 2140
    • Earth 2140 (Expansionpack I)
    • Earth 2140 (Expansionpack II)

Veröffentlichungen zusammen mit Gerd Hofmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zuxxez:
    • Emergency
    • Knights and Merchants - The Peasants Rebellion
    • Knights and Merchants - The Shattered Kingdom
    • Digitale Hühnerjagd
    • World War III
    • KnightShift
    • I of the Dragon
      • Zweitverwertungen:
        • Eidos, Hemming, BigBen Interactive, ak tronic Softeware, TopWare interactiv Poland, ALIVE, Blackstar, Koch Media, E.P.I.C-Interactiv, Arctis Software, Pearl,
      • Zeitschriftenbeilage:
        • PC Action, Superplayer Special, Totally Strategie, PLAYING ALIVE, 25 Supergames, PC JOKER, Computer BILD Spiele

MILJÖÖ, Musikkneipe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1979 bis 1986 managte Schäfer den Studentenclub „Miljöö“. In der Musikkneipe traten u. a. auf: Extrabreit, Trio, Tokio, Terence Trent D'Arby, Supercharge, Mitch Mitchell (Jimi Hendrix), Ulrich Roski, Zeltinger, UKW, Münchner Freiheit, Wolf Maahn, Schulzkes Skandaltrupp, Edo Zanki, Inga Rumpf, Ina Deter, Pete York, Curt Cress, Purple Schulz, A. Mangelsdorf.

Auftritte hatten auch Musiker aus der Kurpfälzer Musikszene: Circus Haselbeck, Amokoma, Peter Lübke, Elkie and the Steelers, Crypton, Bigband 70, Jule Neigel, uvm.

TMS-Multimedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

T- Tonstudio Mannheim, M- Mouton Records, S- Schäfchen Musikverlag,

1983 wurde der „Schäfchen Musikverlag“ gegründet (mit inzwischen über 800 Veröffentlichungen). Gleichzeitig entstand das Label „Mouton Records“, später kamen die beiden Labels „ensemble 3 plus X“ (Klassik) und „athmo-music“ (Wellness) dazu. Ein Jahr darauf eröffnete man das „Tonstudio Mannheim“ in Mannheim-Rheinau. Inzwischen sind es 4 Studios für ganz unterschiedliche Bereiche. Ein weiteres Projektstudio wurde in Spanien bei Alicante erstellt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bloomaulorden (2016), höchste bürgerschaftliche Auszeichnung Mannheims

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961 Hertie – Jugend-Musikwettstreit
  • 1962 Hertie – Jugend-Musikwettstreit
  • 1970 HAFA – Messe, Ludwigshafen (Kin Ping Meh)
  • 1970 Pop Shop, Baden Baden, SWF (Kin Ping Meh)
  • 1971 Bild am Sonntag + Constantin Filmverleih (Kin Ping Meh)
  • 1992 Weiß-Blauer Gaudi-Max, Bayerischer Rundfunk (mit Gerd Rubenbauer)
  • 2009 Verstehen Sie Spaß? ARD (mit Frank Elstner)

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schäfer ist seit 1984 verheiratet, er hat einen Sohn und eine Tochter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]