Joachimstraße 7 (Bonn)

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Villa Joachimstraße 7 (2011)

Das Gebäude Joachimstraße 7 ist eine Villa im Bonner Ortsteil Gronau, die 1912 errichtet wurde. Sie liegt knapp 100 m westlich der Adenauerallee (Bundesstraße 9) am Rande der Südstadt. Die Villa ist in Backstein erbaut und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa entstand nach einem Entwurf des Bonner Architekten und Regierungsbaumeisters Julius Rolffs.

Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wurde, befand sich die Villa am Rande des neuen Parlaments- und Regierungsviertels. 1956 wurde sie Sitz der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Nachdem der Mietvertrag auslief, erwarb 1959 das Land Berlin die Villa, um sie als Verwaltungsgebäude seiner Vertretung beim Bund (Landesvertretung) mit Gästehaus in der gegenüberliegenden Doppelvilla Joachimstraße 6/8 zu nutzen[2]. Die DGAP konnte im Gegenzug in das bisherige Gebäude der Landesvertretung am Rheinufer (Schaumburg-Lippe-Straße 6) umziehen, die Villa in der Joachimstraße im Februar 1960 durch Berlin bezogen werden. Das Land verfügte dort über eine Bürofläche von 1064 m² in 34 Räumen bei einer Grundstücksfläche von 1593 m².[3]

Im Zuge der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes zog die Landesvertretung 2000 nach Berlin um. Der Bonner Standort wurde zunächst – aufgrund der Einrichtung einer Außenstelle in Berlin im Januar 2000 in personell reduzierter Form – aufrechterhalten, bis im Sommer 2000 auch der Bundesrat seinen Sitz nach Berlin verlegte. Nach der Schließung der Landesvertretung in Bonn Ende August konnte das Land Berlin die Liegenschaft im September 2000 für 2,6 Millionen D-Mark verkaufen. Neuer Besitzer wurde ein Bonner Auktions- und Handelshaus für Briefmarken und Münzen, das zu den führenden in Deutschland gehört. Da die Joachimstraße als Wohngebiet ausgewiesen ist, durften nur im Ober- und Dachgeschoss Büroräume eingerichtet werden.[4][5]

Die Eintragung der Villa in die Denkmalliste der Stadt Bonn erfolgte im Jahre 2000.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelika Schyma: Die Häuser der Landesvertretungen in Bonn. In: Kerstin Wittmann-Englert, René Hartmann (Hrsg.): Bauten der Länder: Die Landesvertretungen in Bonn, Berlin und Brüssel, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2013, ISBN 978-3-89870-796-1, S. 17–55 (hier: S. 26/27).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joachimstraße 7 (Bonn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 28, Nummer A 3644
  2. Daniel Friedrich Eisermann: Außenpolitik und Strategiediskussion: die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik 1955 bis 1972, Oldenbourg Verlag, München 1999, ISBN 3-486-56338-6, S. 82. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1995)
  3. Landesvertretung im Angebot: Berlin und Bonn im Häuserkampf, Der Tagesspiegel, 7. März 2000
  4. Abschied auf Raten in Berlins Bonn-Vertretung, Berliner Morgenpost, 31. Juli 2000, S. 27
  5. Briefmarken statt Berliner, General-Anzeiger, 13. September 2000

Koordinaten: 50° 43′ 27″ N, 7° 6′ 41″ O