Johann Arnold Nering

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Johann Arnold Nering (auch: Nehring) (* 13. Januar 1659 in Wesel; † 21. Oktober 1695 in Berlin) war ein kurfürstlich brandenburgischer Baumeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Ingenieursausbildung fand vermutlich in Holland statt. Bildungsreisen führten ihn in den Jahren 1677 bis 1679 bis nach Italien.

Bereits ab 1682 beteiligte Nering sich am Bau des Köpenicker Jagdschlosses, wo ihm das Tor, die Schlosskapelle und die Galerie (?) zugeschrieben werden. Noch unter der Herrschaft des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wurde er 1684 zum kurfürstlichen Oberingenieur ernannt. Im folgenden Jahr erfolgte seine Berufung zum Ingenieur-Oberst im Generalstab. Der Kurfürst zog ihn unter anderem 1685 beim Neubau eines Orangerie-Hauses am nordwestlichen Ende seines Schlossgartens heran.

Für den jungen Kurfürsten Friedrich III. (ab 1701 König Friedrich I.) trat Nering unmittelbar nach dessen Regierungsantritt 1688 in die Baukommission zur Anlage der neuen Friedrichstadt ein, wo er für die Prüfung aller Entwürfe der etwa dreihundert zweigeschossigen Bürgerhäuser verantwortlich war. Auf Nerings Einfluss ging aber auch die Anlage des Linden-Marktes zurück, eines Platzes, der heute als Gendarmenmarkt als schönster Platz Berlins gilt.

Mit seiner Ernennung zum kurfürstlich-brandenburgischen Oberbaudirektor am 9. April 1691 bestimmte Nering die wesentlichen Bauten im vorköniglichen Berlin und Brandenburg; so Umbau und Erweiterung von Schloss Oranienburg (1690–94), der Bau der Langen Brücke (heutige Rathausbrücke, 1692–95), des Hetzgartens (1693), der Parochialkirche und Teile des Zeughauses (1695).

Schloss Charlottenburg, die heute größte Hohenzollernresidenz in Berlin (fertiggestellt 1713)

Auf Nering geht auch der Entwurf für die Sommerresidenz der Kurfürstin Sophie Charlotte zurück, des später nach ihr benannten Schlosses Charlottenburg. Doch mit dem Aufstieg der Kurfürstin zur Königin 1701 benötigte man ein weitaus repräsentativeres Gebäude, was zu umfangreichen Ergänzungen am heutigen Mittelteil des Schlosses führte, des sogenannten Neringbaus. Schloss Charlottenburg ist heute ein Wahrzeichen Berlins.

Auch dem Jagdschloss Friedrichshof bei Königsberg, später Groß Holstein genannt, lag ein Bauplan Nerings zugrunde (nach dem Vorbild des Schlosses Schönhausen bei Berlin).

Johann Arnold Nering starb 1695 im Alter von nur 36 Jahren in Berlin. Er wurde im Gruftgewölbe der Dorotheenstädtischen Kirche beigesetzt. Anlässlich des Neubaus der Kirche 1861–1863 kam es zur Bestattung seiner sterblichen Überreste auf dem anliegenden Kirchhof. Das Grabmal ging spätestens bei der Einebnung von Kirche und Kirchhof im Jahr 1965 verloren.[1]

Zu Ehren des Baumeisters wurde 1892 eine Straße in der Nähe des Schlosses Charlottenburg nach ihm benannt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Arnold Nering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 40–41. Erika Schachinger: Die Dorotheenstadt 1673–1708. Eine Berliner Vorstadt. Böhlau, Köln u. a. 2001, ISBN 978-3-412-10601-0, S. 62.
  2. Information des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf, abgerufen am 24. Oktober 2009