Johann Friedrich Krigar

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Johann Friedrich Krigar

Johann Friedrich Krigar (* 21. November 1774 in Kreuzburgerhütte; † 1. April 1852 in Berlin) war der erste deutsche Lokomotivbauer.

1804 wurde der Sohn eines Hochofen- und Formermeisters vom Minister Graf Reden als Gründer und Leiter der Königlichen Eisengießerei vor dem Oranienburger Tor nach Berlin gerufen und reiste 1814 auf Staatskosten in geheimer Mission nach England, wo er die vier Lokomotiven der Middleton Colliery in Leeds genau studierte, welche 1812–1814 von Blenkinsop gebaut worden waren.

Krigar, damals preußischer Hütteninspektor, fertigte nach diesem Vorbild die erste Lokomotive auf dem Europäischen Festland, welche im Juni 1816 ihre ersten Fahrten auf dem Betriebsgelände in Berlin unternahm. Dabei konnten interessierte Schaulustige gegen Entgelt in angehängten Wagen mitfahren, weshalb es sich streng genommen auch um den ersten Personenverkehr mit einer Dampflokomotive in Deutschland handelte. Das Fahrzeug war für die Königshütte in Oberschlesien bestimmt, konnte aber dort nicht eingesetzt werden, weil die Spurweite der Lokomotive zu klein war und sich die Zylinder als zu schwach erwiesen. Die Lok wurde zwar noch umgebaut, kam aber dennoch nicht zum Einsatz.

Eine zweite, größere Lok nach dem gleichen Vorbild wurde 1818 ausgeliefert. Sie traf 1819 in Geislautern bei Völklingen/Saar bei einer Grubenbahn ein und konnte erst nach etlichen Ausbesserungen im Oktober 1821 die ersten Fahrten absolvieren. Auch diese Lokomotive kam nicht in den regelmäßigen Einsatz; wohl, weil einfach das technische Verständnis fehlte. Sie wurde in Geislautern neben dem Amtshaus abgestellt und 1836 als Altmetall verkauft.

Krigar wurde später Oberbergrat. Er verstarb am 1. April 1852 im Haus Marienstraße 22 (früher Marienstraße 15)[1] in Berlin.

Der Musiker Hermann Krigar war sein Sohn.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Pierson: Lokomotiven aus Berlin. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-458-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Claude Keisch, Marie Ursula Riemann-Reyher: Adolph Menzel, Briefe. Band 1, Deutscher Kunstverlag, München 2009, ISBN 978-3-422-06740-0, S. 468.