Johann Heinrich Wolff

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Johann (Jean) Heinrich Wolff (* 21. August 1792 in Kassel; † 25. November 1869 ebenda)[1] war ein deutscher Steinmetz, Architekt und Architekturschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Heinrich Wolff begann das Studium an der Universität Göttingen. 1811 wurde er hier Mitglied des Corps Hassia Göttingen.[2] Später, um 1813, studierte er an der Pariser Ecole d'Architecture. Nach Kassel zurückgekehrt, war er hier als Steinmetz tätig und vollendete an der Kunstakademie bei Johann Conrad Bromeis seine architektonischen Studien. 1819 wurde er Assistent von Heinrich Christoph Jussow. Als Bromeis 1821 Hofbaumeister des Kurfürsten Wilhelm II. wurde, übernahm er dessen Lehrtätigkeit. 1826 gründete er eine private Architekturschule.

1832 wurde Wolff Professor für Architektur an der Kunstakademie Kassel. 1864 wurde Wolff emeritiert. Er vertrat die Gültigkeit der Griechischen Architektur und stand damit im Gegensatz zu Heinrich Hübsch, zu dessen schärfsten Kritikern er gehörte. Zu seinen Schülern gehörte Georg Gottlob Ungewitter.[3] Er stand in engem Kontakt zu Karl Friedrich Schinkel und Georg Ludwig Friedrich Laves.

Johann Heinrich Wolff, verheiratet mit Ida Spohr, verfasste 1860 das Vorwort der Selbstbiographie seines Schwiegervaters Louis Spohr.[4] Wolffs Sohn war der Schriftsteller Louis Wolff.

Architektonische Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwurf zu einem kreisförmigen Volksgarten, 1813[5]
  • Mitwirkung am Umbau des Fridericianums[6]
  • Entwurf des Residenzschlosses Kassel, 1824/1825[7]
  • Entwurf und Bau von fünf Mietshäusern in der Wolfsschlucht, Kassel, 1838
  • Musikzimmer seines Schwiegervaters Louis Spohr

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über Plan und Methode bei dem Studium der Architectur, 1831.
  • Beiträge zur Ästhetik der Baukunst oder die Grundgesetze der plastischen Form, nachgewiesen an den Haupttheilen der griechischen Architektur, 1834.
  • Ein Princip und keine Parteien! In: Allgemeine Bauzeitung, 11, 1846, 358–367.
  • Die wesentlichste Grundlage der monumentalen Baukunst, 1857.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silke Walther: "In welchem Style sollen wir bauen?" – Studien zu den Schriften und Bauten des Architekten Heinrich Hübsch (1795–1863), 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Heinrich Wolff auf www.bildindex.de
  2. Kösener Korpslisten 1910, 73, 2
  3. Georg Gottlob Ungewitter (1820 – 1866)
  4. Folker Göthel: Vorwort in der Neuausgabe der Selbstbiographie von Louis Spohr, 1963 (Digitalisat)
  5. GS 15179 der Graphischen Sammlung der Staatlichen Museen Kassel
  6. Das Museum Fridericianum in Kassel (Memento vom 29. November 2015 im Internet Archive)
  7. GS 15156 der Graphischen Sammlung der Staatlichen Museen Kassel