Johannes Caspar

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Johannes Caspar (* 28. Januar 1962 in Salzgitter[1]) ist ein deutscher Jurist und Honorarprofessor. Er ist Landesdatenschutzbeauftragter in Hamburg (Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caspar legte sein Abitur 1981 in Hannover ab und leistete anschließend seinen Grundwehrdienst. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen 1989 promovierte er 1992 an der Universität Göttingen und legte zwei Jahre später das zweite Staatsexamen ab. Von 1995 bis 1999 war er an der Universität Hamburg wissenschaftlicher Referent im Bereich des Umweltrechts, dabei Lehrbeauftragter ab 1996.

1999 habilitierte er im Staatsrecht, Verwaltungsrecht und für die Rechtsphilosophie, im selben Jahr erhielt er eine vertretungsweise Professur an der Universität Marburg. Nach der Anwaltszulassung und einer Tätigkeit als Rechtsanwalt arbeitete er von 2000 bis 2002 am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt am Main. Von 2002 an war er stellvertretender Leiter des Wissenschaftlichen Dienstes im Landtag Schleswig-Holsteins. 2007 verlieh ihm die Universität Hamburg den Titel eines Honorarprofessors. Caspar lehrt Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Hamburg.

Am 31. März 2009 schlug ihn der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg als neuen Datenschutzbeauftragten vor. Am 4. Mai 2009 wurde er in das Amt eingeführt.[2]

Politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste öffentlichkeitswirksame Aktion Caspars war sein Vorgehen gegen das amerikanische Unternehmen Google Inc. wegen dessen Vorhaben, die Straßen und Gebäude Hamburgs für Google Street View aufzunehmen. Der Konflikt wurde nach Zugeständnissen von Google zunächst beigelegt.[3]

Caspar rief die Initiative „Meine Daten kriegt ihr nicht!“ ins Leben und warnt Nutzer vor einer „digitalen Tätowierung“. Datenschutz müsse zur Aufklärung an den Schulen unterrichtet werden, um die kommenden Generationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten im Netz zu sensibilisieren.[4]

Zwei Monate nachdem Facebook eine Software zur automatisierten Gesichtserkennung eingeführt hatte, forderte Caspar die Löschung der erhobenen Daten, da die Praxis gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht verstoßen würde.[5]

2015 legte Caspar nicht den turnusmäßigen Tätigkeitsbericht vor, sondern eine Mängelliste seiner Behörde. Die Ausstattung und personelle Situation sei nicht geeignet, die gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen, wie die anlasslosen Kontrollen der öffentlichen Bereiche und Unternehmen, darunter Xing, Parship, Facebook und Google.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Habilitationsschrift Tierschutz im Recht der modernen Industriegesellschaft – Eine rechtliche Neukonstruktion auf philosophischer und historischer Grundlage verlieh ihm die Ludwig-Maximilians-Universität München 2000 den Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Johannes Caspar ist der neue Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Biografie bei Stadt und Staat Hamburg, www.hamburg.de
  2. Einführung in das Amt des Datenschutzbeauftragten, Mitteilung vom 4. Mai 2009
  3. ddp/pat: Google Street View sichert Datenschutz zu In: Focus online vom 20. Mai 2009
  4. Hamburger Schulinitiative: "Meine Daten kriegt ihr nicht!" Hintergrundinformationen bei lehrer-online.de
  5. Gesichtserkennung - Datenschützer verlangt Löschaktion von Facebook spiegel-online vom 2. August 2011
  6. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hamburger-Datenschutzbeauftragter-listet-eigene-Defizite-auf-3028853.html
  7. Bekannter Tierschutz-Preis für Johannes Caspar, Pressedienst der Universität Hamburg vom 6. Dezember 2000