Johannes Röring

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Johannes Röring (2009)

Johannes Röring (* 16. Mai 1959 in Vreden) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Landwirtschaftsfunktionär.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röring verließ das Gymnasium Georgianum in Vreden 1975 mit der Mittleren Reife und absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre, die er 1977 als landwirtschaftlicher Gehilfe beendete. Anschließend besuchte er die Höhere Landbauschule in Coesfeld und legte 1980 die staatliche Prüfung zum Landwirt ab. Danach war er als Landwirt im elterlichen Betrieb in Vreden tätig, den er 1985 schließlich übernahm. Er führt ihn als Ackerbaubetrieb mit Schweinemast und Biogaserzeugung.[1]

1994 wurde Röring von den Mitgliedern des Kreisverbandes Borken des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) zum Vorsitzenden (Kreislandwirt) gewählt.[1] Sechs Jahre später, 2000, wurde er Vorsitzender des WLV-Bezirksverbandes Münster.[1] Am 23. Mai 2012 wurde er schließlich mit 61 von 112 Stimmen zum Präsidenten des WLV gewählt und ist damit Nachfolger von Franz-Josef Möller.[2]

Darüber hinaus ist Röring noch stellvertretender Kreislandwirt sowie Mitglied im Direktorium der Stiftung Westfälische Landschaft und Vorstandsmitglied der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.[1] Bei der BSB GmbH – Landwirtschaftliche Buchstelle (Gesellschaft für Buchführung und Hilfeleistung in Steuersachen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe Westfalen-Lippe mbH) ist er Mitglied im Aufsichtsrat.[1]

Johannes Röring ist seit 1985 verheiratet und hat vier Kinder.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röring trat 1986 in die CDU ein und gehörte von 1987 bis 1995 dem Vorstand der CDU in Vreden an.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und ordentliches Mitglied in den Bundestagsausschüssen Ernährung und Landwirtschaft[3] sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Johannes Röring ist als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Borken II in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 56,1 % der Erststimmen.

Nebeneinkünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Pflicht, alle Nebeneinkünfte offenzulegen, hat das Internetportal abgeordnetenwatch.de für Johannes Röring Einkünfte in Höhe von mindestens 1.984.000 Euro errechnet, die sich aus unterschiedlichen Positionen zusammensetzen. Als Grundlage dazu dienten die offiziellen Angaben (Stand: 2. August 2017).[4] Das Portal führt ihn, auf Grund von zahlreichen unbekannten Quellen, als Negativbeispiel für die Verschleierung von Nebeneinkünften an.[5]

Im Ranking der Nebeneinkünfte von Abgeordneten des Deutschen Bundestages (Stand: 2. August 2017) wird Röring auf Platz 2 genannt.[6]

Laut Berechnungen von Abgeordnetenwatch verdiente Röring in der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages neben seinen Einkünften aus seiner Abgeordnetentätigkeit bis zum Juli 2017 mindestens 1.984.000 Euro zusätzlich. Damit ist er nach Philipp Graf Lerchenfeld der Abgeordnete mit den meisten Nebeneinkünften.[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tagesschau berichtete im September 2016, dass es Bilder aus dem Familienbetrieb Rörings gibt, auf welchen schwer verletzte Tiere in den Ställen zu sehen sind. Eines der Tiere könne offensichtlich nicht aufstehen und robbte sich mühsam vorwärts. Die Aufnahmen zeigten laut Prof. Matthias Gauly, ein renommierter Veterinärwissenschaftler von der Universität Bozen, „die schlechteste Form der Schweinehaltung, die man sich vorstellen kann mit einem hohen Potenzial an Tierleid“ und „mit katastrophalen hygienischen Bedingungen“. Viele Stallbuchten seien stark verdreckt, Ammoniak-Messungen zeigten Werte, die mehr als doppelt so hoch liegen wie erlaubt. In den Aufnahmen seien auch Kadaver zu sehen, einer wurde mutmaßlich mehr als einen Tag lang liegen gelassen und von anderen Tieren angefressen. Röring ließ über seinen Anwalt erklären, dass die Haltungsbedingungen im Stall zum Zeitpunkt der Bildaufnahmen „einwandfrei“ gewesen seien. Auf den Bildern sei „nichts zu sehen, was einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellen könnte“. Die erkrankten und verletzten Tiere seien umgehend behandelt worden.[8]

Am 23. September 2016 lud Röring zu einer Pressekonferenz auf seinen Betrieb ein, um zusammen mit seinem Sohn Christian und dem Hoftierarzt Jörg Tenhündfeld Stellung zu nehmen.[9]

Das Landgericht Hamburg hat am 11. Oktober 2016 durch eine einstweilige Verfügung gegen den NDR entschieden, dass der Sender die unrechtmäßig auf dem Betrieb gemachten Bilder und Videos nicht weiter verbreiten darf.[10][11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Im Fokus: Wer wird nächster WLV-Präsident? In: wlv.de, 21. Mai 2012
  2. Im Fokus: Johannes Röring neuer Bauernpräsident in Westfalen-Lippe. In: wlv.de, 23. Mai 2012
  3. Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. In: bundestag.de, abgerufen am 18. September 2014
  4. Johannes Röring. In: Bundestag.de
  5. Nebeneinkünfte – Abgeordnete kassieren mehrere Millionen Euro aus unbekannten Quellen. In: abgeordnetenwatch.de, 25. August 2014
  6. Abgeordnete kassierten Millionen aus der Wirtschaft. In: abgeordnetenwatch.de, 2. August 2017
  7. Abgeordnete und ihre Nebeneinkünfte – Das sind die Topverdiener. In: spiegel.de
  8. Erschütternde Bilder aus Ställen von Bauern-Chefs. In: Tagesschau.de, 22. September 2016
  9. Johannes Röring erklärt Ariwa/NDR-Videomaterial bei Stallrundgang. top agrar Video, 23. September 2016
  10. Stefan Werding: Bilder aus Rörings Stall dürfen nicht mehr verbreitet werden. In: Westfälische Nachrichten, 12. Oktober 2016, abgerufen am 14. Oktober 2016
  11. Oda Lambrecht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bauernfunktionär. In: tagesschau.de. 19. Oktober 2016, abgerufen am 9. November 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes Röring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien