Deutscher Bauernverband

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Dieser Artikel befasst sich mit der landwirtschaftlichen Berufsvertretung in der Bundesrepublik Deutschland. Zu anderen Verbänden siehe Deutscher Bauernbund (Begriffsklärung).

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Deutscher Bauernverband
(DBV)
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Rechtsform eingetragener Verein
Sitz Berlin
Gründung 1948
Präsident Joachim Rukwied
Generalsekretär Bernhard Krüsken
Website www.bauernverband.de

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die größte landwirtschaftliche Berufsvertretung in der Bundesrepublik Deutschland. Er ist die Dachorganisation der 18 Landesbauernverbände, die sich in Niedersachsen Landvolk und in Nordrhein-Westfalen und Bremen „Landwirtschaftsverband“ nennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des organisierten Verbandswesens vor der Gründung des DBV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während sich in den ersten beiden Dritteln des 19. Jahrhunderts organisierte Strukturen innerhalb der Interessenvertretung der Industrie und, auf Basis der Zünfte, des Handwerks bildeten, bildeten sich Zusammenschlüsse der Landwirte nur langsam. Obwohl die Landwirte zu der Zeit den wichtigsten, und über die staatlichen Domänen in Teilen im öffentlichen Besitz befindlichen Wirtschaftszweig bildeten, war eine gemeinsame Interessenvertretung der Landwirte durch die unterschiedlichen Organisationsstrukturen, Agrarverfassungen der und wirtschaftlich Größenverhältnisse der Betriebe und daraus resultierender verschiedener Lebensumstände erschwert. Auch die Mentalität der Landwirte und die Abhängigkeit vom grundbesitzenden Adel sowie der Kirche erschwerten den Einzug von Innovationen und Risikobereitschaft in den Berufsstand der Landwirte. Die sich beginnend mit der „Thüringischen Ökonomischen Gesellschaft zu Weißensee“ in den folgenden Jahrzehnten an vielen Orten bildenden Ökonomischen Gesellschaften waren Zusammenschlüsse der privilegierten Schicht der adligen Großgrundbesitzer die dort gemeinsam mit Wissenschaftlern und Verwaltungsbeamten organisiert waren. Praktische Landwirte waren darin nicht vertreten.[1]

Nach der Bauernbefreiung begann eine neue Welle der Organisation der Landwirte mit den sich bildenden landwirtschaftlichen Vereinen. Beginnend 1810 mit dem „Landwirtschaftlichen Verein für Bayern“ gründeten sich diese in den folgenden Jahrzehnten in den meisten deutschen Ländern an verschiedenen Orten.

Landwirtschaftliche Vereine
Jahr Anzahl
1820 15
1830 45
1841 176
1860 541
1870 865

Die Vereine entstanden nur mit staatlicher Mitwirkung sowie finanzieller Unterstützung, wobei der Organisationsgrad der Landwirte mit insgesamt 40.000 Mitgliedern in den 1850er Jahren gering blieb. Sie waren meist eng verpflochten mit staatlichen Agrarverwaltungen. Ab der Mitte des Jahrhunderts wurde dieser Zusammenschluss weiter verstärkt und die Vereine hatten als „institutsnalisiertem berufsständischem Zusammenschluss“ ähnliche Funktionen wie die Handwerkskammern. Im Unterschied zu den Ökonomischen Gesellschaften bildeten sich die Vereine aber auch abseits der Residenz- und Verwaltungsstädte. Ihnen gehörten Domänenverwalter und Staatsbeamte weiterhin meist in führender Position an, daneben gab es als führende Mitglieder aber örtliche Honoratioren wie Pfarrer und Lehrer sowie den niederen Adel. Im 19. Jahrhundert traten auch immer mehr praktische Landwirte ein, auch wenn dies meist nur die Besitzer größerer Betriebe waren. Das Ziel der Vereine war der Erfahrungsaustausch in produktionstechnischen Neuerungen. Dies war staatlicherseits so gewünscht, um die Interessenunterschiede zwischen Adel und Bauernschaft nicht sichtbar zu machen. In letzter Konsequenz begründete das Vereinswesen von Staat und landwirtschaft sowie den Führungsanspruch der Bürokratie im landwirtschaftlichen Modernisierungsprozess.[2]

Ab 1837 bildeten sich, schon vor der Deutsche Revolution 1848/1849 eine Bauernvereinsbewegung. Ausgehend vom „Kongreß von Abgeordneten deutscher landwirtschaftlicher Vereine“ im November 1848 in Frankfurt versuchte diese auch politisch Einfluss zu nehmen auf nationaler Ebene. Gleichzeitig bildeten sich Vereine der Großgrundbesitzer, welche für den Erhalt der Feudalrechte kämpften. Die freien Bauernvereine unterschieden sich stark von den bisherigen landwirtschaftlichen Vereinen. Geleitet wurden sie nicht von Beamten sondern von, meist mittleren bis größeren, Bauern. In ihnen entwickelten sich mit den politischen Forderungen nach einer endgültigen Abschaffung der alten Agrarverfassung erstmals Ansätze einer modernen Interessenvertretung. Erfolgreich wurde die Bewegung besonders durch den 1862 von Burghard von Schorlemer-Alst gegründeten „Westfälischen Bauernverein“. Dieser galt besonders in den katholischen gebieten in West- und Süddeutschland als Vorbild. Mitglieder waren dann auch hauptsächlich katholische Mittel- und Großbauern während Pächter, Kleinbauern und evangelische Christen in den Vereinen unterrepräsentiert blieben. Eines der wichtigsten Anliegen der Vereine war die christliche Gesellschaftspolitik.[3]

Im Deutschen Kaiserreich bildeten sich drei verschiedene Entwicklungsstufen in der Erfassung, Formulierung und Vertretung agrarischer Interessen. Bis zum letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hatte sich ein gut entwickeltes landwirtschaftliches Vereinswesen und die mitgliederstarke Bauernvereinsbewegung entwickelt, die aber beide keine politische Interessenvertretung wahrnehmen konnten. Bedingt das Bismarck nicht nur beispielsweise bei seiner Schutzzollpolitik agrarische Interessen immer mit berücksichtigte trat erst unter seinem Nachfolger Leo von Caprivi durch dessen Politikwechsel in der Handelspolitik mit der Erleichterung ausländischer Agrarimporte eine Krise mit sinkenden Erlösen für die Landwirtschaft ein. In der Folge gründete sich 1893 der Bund der Landwirte. Laut Hans-Peter Ullmann war er der Typ einer Pressure Group, wie es sie vorher im Kaiserreich noch nicht gegeben hatte.

  • Landwirtschaftliche Vereine: In Preußen gab es 1895 2175 landwirtschaftlichen Vereine mit fast 220.000 Mitgliedern. Dies entsprach trotzdem nur einem geringen Anteil der in der Landwirtschaft tätigen und geleitet wurden sie hauptsächlich von staatlichen Bediensteten. Trotz dieser personellen Verflechtung blieben sie freie Zusammenschlüsse und es wurden ihnen keine hoheitlichen Aufgaben übertragen. Dafür wurden die Landwirtschaftskammern gegründet. Diese waren einerseits Organe der mittelbaren Staatsverwaltung und Agrarförderung und sollten andererseits landwirtschaftliche Interessen gegenüber der Bürokratie vertreten. Sie verdrängten die Landwirtschaftlichen Zentralvereine während es auf lokaler Ebene eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kammern und Vereinen gab, die im Kaiserreich eine „geräuschlose Agrarpolitik“ gewährleistete.[4]
Mitglieder in Bauernvereinen
Jahr Anzahl
1893 85.000
1901 200.000
1907 350.000
  • Bauernvereine: Die meisten Bauernvereine (außer dem Westfälischen 1862 und dem Bayrischen 1898) waren während des Kulturkampfs gegründet worden. Trotz einer beeindruckenden Entwicklung der Mitgliederzahl blieben sie lange politisch bedeutungslos. Dazu trug bei, das es lange keinen überörtlichen Zusammenschluss gab. Der 1900 von 17 Vereinen gegründeten „Vereinigung der christlichen deutschen Bauernvereine“ traten bis 1906 10 weitere Vereine bei. Der Dachverband blieb ohne eigenen Präsidenten und ohne feste Geschäftsstelle. Vom Selbstverständnis blieben die Vereine eher unpolitisch, da die Nähe zur Zentrumspartei aufgrund derer heterogener Zusammensetzung diese nie zu einer agrarischen Vertretung werden ließen, und die christliche Bildungsarbeit blieb wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit. Die Nähe zum Wesentliches leisteten die vereine dabei für den Aufbau des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens.[5]
  • Bund der Landwirte (BdL): Der Bund entwickelte sich schnell zu einer mitgliederstarken Vereinigung mit einer schlagkräftigen Verwaltung. Er unterhielt regional Verkaufs- und Einkaufsgenossenschaften und gab mehrere Zeitungen und Zeitschriften heraus. Er organisierte Propaganda- und Protestveranstaltungen. Sein Ziel war es den bisherigen Einfluss der Landwirtschaft im Staat zu bewahren und den durch die Industrialisierung absehbaren politischen und wirtschaftlichen Bedeutungsverlust der Landwirtschaft aufzuhalten. Es gelang dem Bund erfolgreich, im sich wandelnden Parteienspektrum im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts weg von Honoratiorenparteien hin zu Massenparteien Abgeordnete für sich zu organisieren. 1908 waren 243 von 442 Abgeordneten im Preußischen Landtag dem BdL verpflichtet. Mit dem Zolltarif der Regierung Bülow, der die den handelspolitischen Kurswechsel unter Caprivi revidierte gelang ihm sein größter politischer Erfolg zur Weichenstellung für „agrarische Politik im Industriestaat“. Da diese protektionistische Politik allen Bauern unabhängig von der Größe des Betriebs zugutekam, stärkte sie den Verband auch nach innen.[6]
Hauptartikel: Bund der Landwirte

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit Beginn des Ersten Weltkriegs war die Bedeutung der Landwirtschaft und ihrer Organisationen in der politischen Wahrnehmung immer mehr hinter der Bedeutung der (Rüstungs)industrie und deren Verbänden zurückgeblieben. Gleichzeitig wurde den Wünschen der Verbraucher höhere Priorität eingeräumt als denen der Erzeuger. Die Novemberrevolution änderte zwar nichts an den Eigentumsverhältnissen und der Sozialstruktur auf dem Land, durch die Abschaffung der Monarchie schwand allerdings der Einfluss der ostelbischen Großagrarier und die gesamte Politik und Verwaltung stand den Wünschen aus den Reihen der landwirtschaftlichen Verbände weniger aufgeschlossen gegenüber. Der BdL befand sich zu der Zeit in einer Krise und die Interessenvertretung blieb zersplittert. Die Parlamentarisierung mit verstärkten Einfluss der Sozialdemokraten, und auch der Gewerkschaften, trug weiter zum Bedeutungsverlust landwirtschaftlicher Interessen hinter derer der Verbraucher bei und führte dazu, dass landwirtschaftliche Verbände auf einen strikten Konfrontationskurs gegenüber dem Weimarer System gingen.[7]

Der 1917 gegründete „Kriegsausschuss der deutschen Landwirtschaft“, später umbenannt in Reichsausschuss, unter Beteiligung aller landwirtschaftlichen Verbände und Organisationen blieb auf dem Status einer lockeren Koordinatisionsstelle und wurde nie zu einem Kristallationspunkt hin zu einem gesamtheitlichen Spitzenverband.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Bauernverband hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins mit Sitz im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin. Die Andreas Hermes-Akademie, zuvor im Bonner Ortsteil Röttgen, ist aus dem ehemaligen Tagungshaus in ein Bürogebäude in Bad Godesberg gezogen. Ein weiteres Büro befindet sich in Brüssel. Der Deutsche Bauernverband hat drei Organe: die Mitgliederversammlung, das Präsidium und den Präsidenten. Seine Jugend- und Nachwuchsorganisation ist der „Bund der Deutschen Landjugend“.

Es gibt im Deutschen Bauernverband keine individuelle Mitgliedschaft. Er ist ein Verband der Verbände; neben den Landesbauernverbänden gibt es eine Vielzahl assoziierter Mitglieder. Die einzelnen Landwirte wiederum sind in den Landesbauernverbänden organisiert. Diese erreichen einen sehr hohen Organisationsgrad (im Durchschnitt über 80 % aller rund 370.000 landwirtschaftlichen Betriebe). Der Aufbau der Landesbauernverbände ist basisdemokratisch, indem die Wahlen auf Ortsebene beginnen und über Bezirks- und Kreisebene bis zur Landesebene führen, auf der nur gewählt werden kann, wer auf den vorhergehenden Ebenen ein Wahlamt bekleidet. Besonders über die Kreisgeschäftsstellen bietet der Bauernverband seinen Mitgliedern aber ein Dienstleistungsangebot, das auch für kleinere Landwirte attraktiv ist: z. B. Beratungen in Fragen der Sozialversicherung sowie bei Steuerangelegenheiten und Rechtsproblemen.

Verbandstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal jährlich gibt der Deutsche Bauernverband den „Situationsbericht – Trends und Fakten zur Landwirtschaft“ heraus. Er weist repräsentativ die wirtschaftliche Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe aus. Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen über 2.000 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie Personengesellschaften und Agrargenossenschaften zu Grunde. Herausgeber ist der Deutsche Bauernverband in Zusammenarbeit mit der Land-Data GmbH (Softwarehersteller für landwirtschaftliche Buchführungsabschlüsse), der ZMP GmbH und der information.medien.agrar e. V. (i.m.a) sowie der Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank.[8]

Der Bericht erschien seit etwa 1988[9] in unterschiedlicher Form und soll ein Gegenstück zum Agrarbericht der Bundesregierung bilden.

Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes seit 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Spitze des Deutsche Bauernverbands steht der Präsident. Seit 1946 (zwischen 1946 und 1948 als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Bauernverbände) hatten folgende Personen dieses Amt inne:

1946–1954 Andreas Hermes
1954–1959 ein dreiköpfiges geschäftsführendes Präsidentenkollegium:
1959–1969 Edmund Rehwinkel
1969–1997 Constantin Heereman von Zuydtwyck (seit 1997 Ehrenpräsident[10])
1997–2012 Gerd Sonnleitner (seit 2012 Ehrenpräsident[10])
seit 2012 Joachim Rukwied[11]

Vizepräsidenten sind Norbert Schindler, Udo Folgart, Werner Schwarz und Werner Hilse.

Der Präsident des Bauernverbands Jochim Rukwied bewirtschaftet selbst 290 Hektar, die Vizepräsidenten Werner Hilse rund 300 Hektar, Werner Schwarz 400 Hektar, Norbert Schindler 316 Hektar und Udo Folgart 932 Hektar.[12]

Generalsekretäre des Deutschen Bauernverbandes seit 1947[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Zwischen 1947 und 1948 als Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Bauernverbände.)

1947–1966 Johannes Hummel
1966–1975 Heinz Möws
1976–1991 Rudolf Schnieders
1991–2013 Helmut Born
Seit 2013 Bernhard Krüsken

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem es dem Bauernverband weit über 50 Jahre gelungen war, als alleinige Berufsvertretung der Landwirtschaft zu fungieren, neben der nur wenige kleinere Verbände wie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) bestanden, welche bäuerlich wirtschaftende und ökologische Betriebe vertritt, hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) nach eigenen Angaben im Jahr 2008 ca. 34.000 Mitglieder, im Jahr 2014 sind diese Zahlen um mehr als ein Drittel gesunken. Der Hauptkritikpunkt des BDM ist, das der Bauernverband die Milchviehbetriebe ungenügend vertrete und diese deshalb keine kostendeckenden Milchpreise erzielen könnten. Im Nachgang des Milchstreiks kam es aus dieser Kritik heraus zu öffentlichen Kündigungen der Mitgliedschaft in den dem DBV jeweils nachgeordneten Kreisbauernverbänden.[13]

Von den Organisatoren der Demonstration Wir haben es satt! wird dem Bauernverband eine falsche Ausrichtung vorgeworfen. Während der Demonstration wurde eine Agrarwende gefordert.[14]

In einem Kommentar kritisiert die Süddeutsche Zeitung den Bauernverband dafür, eine exportorientierte Landwirtschaft in Deutschland zu fördern und damit für eine Überproduktion und Dumpingpreise zu sorgen. Der Bauernverband sei „vor allem“ Schuld an der Misere seiner Mitglieder und habe diese mit seiner „Wachstumsstrategie geradewegs in die Krise manövriert“.[15]

Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter kritisiert, dass der Bauernverband von Anfang an nicht als Interessenvertretung der Landwirte, sondern als Einheitsverband zur Sicherstellung der Ernährung nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden sei. Die nicht nur gemeinsamen Interessen von Milchindustrieverband, Lohnunternehmern, Saatguterzeugern seien dabei nicht nur gebündelt, sondern auch vermischt worden. Es sei im Laufe der Jahre ein Filz entstanden, der sich durch Ämterhäufung verfestigt habe. Er spricht es Funktionären, die gleichzeitig im Aufsichtsrat von Molkereien sitzen, ab für Milcherzeuger eintreten zu können. Gleichzeitig kritisierte er (als Allgäuer) die gleichzeitige einseitige politische Ausrichtung an die CSU.[16]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ordentliche Mitglieder sind 18 Landesbauernverbände.[17] Rund 90 % der knapp 300.000 Landwirte in Deutschland sind freiwillig je nach Verbandsstruktur des Landesverbandes entweder direkt Mitglied in einem Landesbauernverband oder in einem rechtlich selbständigen Kreisbauernverband, der dann seinerseits einem Landesbauernverband angehört. Zu den Landesbauernverbänden als ordentliche Mitglieder des Deutschen Bauernverbandes kommen der Bund der Deutschen Landjugend, der Deutsche Raiffeisenverband und der Bundesverband der ehemaligen landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen hinzu. Erheblich größer ist die Zahl der assoziierten Mitglieder:

Diese der Landwirtschaft nahestehenden Verbände haben bei Delegiertenversammlungen auf Bundesebene ebenfalls Stimmrecht.

Der Deutsche Bauernverband selbst ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung. Über seine Mitgliedschaft in COPA, der Arbeitsgemeinschaft der Bauernverbände in der EU, vertritt der DBV die deutschen bäuerlichen Interessen gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. Die COPA sieht sich selbst als die Spitzenorganisation der gesamten Landwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Ackermann: Der Deutsche Bauernverband im politischen Kräftespiel der Bundesrepublik: Die Einflussnahme des DBV auf die Entscheidung über den europäischen Getreidepreis, Tübingen: Mohr 1970. ISBN 978-3-16-830211-7
  • Rolf G. Heinze: Verbandspolitik zwischen Partikularinteressen und Gemeinwohl – Der Deutsche Bauernverband. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 1992. ISBN 978-3-89204-061-3
  • Eckehard Niemann: Das Interessengeflecht des Agrobusiness. In: Thomas Leif/Rudolf Speth (Hrsg.): Die stille Macht. Lobbyismus in Deutschland. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, S. 186–212 ISBN 3-531-14132-5.
  • Dieter Wolf: Deutscher Bauernverband: Einfluss und Rechtsbefolgung. In: Annette Zimmer, Bernhard Weßels (Hrsg.): Verbände und Demokratie in Deutschland. Bürgerschaftliches Engagement und Nonprofit-Sektor, Bd. 5. Verlag Leske+Budrich 2001, ISBN 3-8100-2957-2.
  • Schnieders, Rudolf / Hintze Elisabeth (Zzst.): Der Deutsche Bauernverband im politischen und wirtschaftlichen Umfeld –1945 bis 2008–, Bonn / Berlin: Andreas Hermes Akademie / Deutscher Bauernverband, 2009,

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Peter Ullmann: Zusammenschlüsse im Agrarbereich: Ökonomische Gesellschaften, landwirtschaftliche Vereine und Bauernvereinsbewegung in Interessenverbände in Deutschland (Edition Suhrkamp; Bd. 283 : Neue historische Bibliothek), Suhrkamp Verlag, 1988, ISBN 3-518-11283-X, S. 31–33
  2. Hans-Peter Ullmann: Zusammenschlüsse im Agrarbereich: Ökonomische Gesellschaften, landwirtschaftliche Vereine und Bauernvereinsbewegung, S. 34–36
  3. Hans-Peter Ullmann: Zusammenschlüsse im Agrarbereich: Ökonomische Gesellschaften, landwirtschaftliche Vereine und Bauernvereinsbewegung, S. 36–40
  4. Hans-Peter Ullmann: Die Mobilisierung agrarischer Interessen: Gründung und Politik des „Bundes der Landwirte“ in Interessenverbände in Deutschland (Edition Suhrkamp; Bd. 283 : Neue historische Bibliothek), Suhrkamp Verlag, 1988, ISBN 3-518-11283-X, S. 84–86
  5. Hans-Peter Ullmann: Die Mobilisierung agrarischer Interessen: Gründung und Politik des „Bundes der Landwirte“, S. 87/88
  6. Hans-Peter Ullmann: Die Mobilisierung agrarischer Interessen: Gründung und Politik des „Bundes der Landwirte“, S. 89–94.
  7. Hans-Peter Ullmann: Desintegration und Reorganisation der Agrarverbände: Vom „Bund der Landwirte“ zur „Grünen Front“ in Interessenverbände in Deutschland (Edition Suhrkamp; Bd. 283 : Neue historische Bibliothek), Suhrkamp Verlag, 1988, ISBN 3-518-11283-X, S. 144/145
  8. Website zum Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes
  9. Argumente: Trends und Fakten zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft herausgegeben vom Deutschen Bauernverband ab 1988. ISSN 0939-0235
  10. a b Gerd Sonnleitner ist DBV-Ehrenpräsident. agrarheute.com vom 29. Juni 2012
  11. Deutscher Bauernverband: Rukwied zum Bauernpräsidenten gewählt. Pressemeldung vom 27. Juni 2012
  12. Transkript eines Panorama-Beitrags vom 26. April 2013 (PDF; 99 kB)
  13. Stephan Börnecke: Unruhe an der Basis. Austrittswelle beim Bauernverband. In: Frankfurter Rundschau vom 28. Juli 2008
  14. "Wir haben Agrarindustrie satt": Demonstranten forderten Systemwechsel in TopAgrar (abgerufen am 16. Oktober 2014)
  15. Die Süddeutsche, Bauern steuern auf selbstgemachte Krise zu, 11. Oktober 2015
  16. Romuald Schaber: Blutmich - Wie die Bauern ums Überleben kämpfen, Pattloch Verlag, 2010, ISBN 978-3-629-02273-8, S.52/53
  17. Deutscher Bauernverband: Landesbauernverbände