Joshiko Saibou

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Basketballspieler
Joshiko Saibou
SaibouJoshiko1.jpeg
Spielerinformationen
Geburtstag 7. März 1990
Geburtsort Köln, Deutschland
Größe 188 cm
Position Point Guard
Vereine als Aktiver
1997–2000 DeutschlandDeutschland BSC Berlin
2000–2006 DeutschlandDeutschland TuS Lichterfelde Berlin
2006–2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mount Si Highschool / Seattle
2007–2009 DeutschlandDeutschland ALBA Berlin II / ALBA (NBBL)
2009–2011 DeutschlandDeutschland Alba Berlin
2011–2013 DeutschlandDeutschland TBB Trier
2013–2014 DeutschlandDeutschland Gießen 46ers
2014–2015 DeutschlandDeutschland Crailsheim Merlins
2015–2016 DeutschlandDeutschland s.Oliver Baskets
2016–2017 DeutschlandDeutschland Gießen 46ers
2017–2019 DeutschlandDeutschland Alba Berlin
2019–2020 DeutschlandDeutschland Telekom Baskets Bonn
Nationalmannschaft1
Seit 0 2017 DeutschlandDeutschland Deutschland 2 Spiele
1Stand: 24. Februar 2018

Joshiko Saibou (* 7. März 1990 in Köln) ist ein deutscher Basketballspieler, der zuletzt bei den Telekom Baskets Bonn unter Vertrag stand.

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saibou wuchs in Berlin auf und entdeckte früh sein Interesse am Basketball. Er begann im Alter von sechs Jahren mit dem Basketballtraining beim BSC Berlin.

Nach seinem Wechsel zur „Mini“- Mannschaft nach Berlin-Lichterfelde, die von Marina Zöllner und Vera Pesic trainiert wurde, spielte Saibou von 2000 bis 2006 beim TuS Lichterfelde, der damaligen Nachwuchsmannschaft von Alba Berlin.

Nach seinem Jahr an der Mount-Si Highschool im US-Bundesstaat Washington wurde er in Albas Kader für die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) eingeladen.

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Alba-Nachwuchsmannschaft unter Coach Henrik Rödl, aus der als aktive Spieler auch Niels Giffey, Andreas Seiferth, Konstantin Klein und Nico Adamczak hervorgingen, holte er 2008 die NBBL-Vizemeisterschaft und 2009 die NBBL-Meisterschaft der U19.

Nach seinem Abitur am Coubertin Sportgymnasium in Berlin unterschrieb er seinen ersten Profivertrag bei Alba Berlin, wo er unter Coach Luka Pavićević trainierte; die „Löwenanteile“ seiner Einsätze hatte er in Albas zweiter Mannschaft in der Regionalliga, wo er mit guten Leistungen sein Potential bestätigte.

2010 wurde er von der 2. Bundesliga zum Youngster des Monats November ernannt (Durchschnittlich 11,6 Punkte, 4,0 Rebounds, 3,2 Assists). 2011 verpflichtete sich Saïbou, erneut unter Henrik Rödl, in der Basketball-Bundesliga (BBL) beim TBB Trier, wo er einen Zweijahresvertrag unterzeichnete. Zur Saison 2013/2014 wechselte er für ein Jahr in die zweithöchste Spielklasse (ProA) zu den gerade abgestiegenen Gießen 46ers, wo er unter Trainer Denis Wucherer zum Mannschaftskapitän ernannt wurde und mit durchschnittlich 14,0 Punkten, 5,0 Rebounds und 3,4 Assists auf den Positionen 1 und 2 mit seiner Mannschaft das Halbfinale erreichte.[1] Durch seine Leistungen in der ProA brachte er sich erneut bei Bundesligisten ins Gespräch.

Zur Saison 2014/2015 unterschrieb Saïbou beim BBL-Aufsteiger Crailsheim Merlins.[2] Bei den Merlins konnte Saibou mit guten Leistungen in der BBL auf sich aufmerksam machen. Jedoch gelang der Klassenerhalt nicht und die Mannschaft stieg am Ende der Saison in die ProA ab. Saibou wechselte daraufhin zu den s.Oliver Baskets aus Würzburg, die als Aufsteiger in die BBL zurückgekehrt waren.

2016/2017 ging Saïbou zu den Gießen 46ers zurück und verließ den Verein nach einem Jahr, um wieder bei seinem Heimatklub Alba Berlin zu spielen.[3] Anfang November 2017 wurde er erstmals in die deutsche A-Nationalmannschaft berufen.[4] Während der Aufbauspieler die Berliner in der Saison 2017/18 noch durchschnittlich knapp 20 Minuten pro Bundesliga-Begegnung auf dem Feld stand und dabei 9,9 Punkte je Einsatz erzielte, ging seine Spielzeit in der Folgesaison um rund fünf Minuten zurück, auch seine mittlere Punktausbeute halbierte sich.[5] Sowohl 2018 als auch 2019 wurde Saibou mit den Albatrossen deutscher Vizemeister, zudem stand er mit den Berlinern im April 2019 im Endspiel des europäischen Vereinswettbewerbs Eurocup, welches aber gegen Valencia verloren wurde.[6]

In der Sommerpause 2019 wechselte er innerhalb der Bundesliga zu den Telekom Baskets Bonn und erhielt einen Vertrag bis Sommer 2021.[7] Er bestritt insgesamt 17 Bundesliga-Spiele (6,5 Punkte/Spiel) für die Rheinländer.[8] Anfang August 2020 wurde er fristlos entlassen (siehe Abschnitt Kontroverse).[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saibou ist mit der Leichtathletin Alexandra Wester liiert.[10]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2020 veröffentlichte Saibou unter dem Hashtag #AppellandenVerstand ein Video, in dem er bezüglich der Corona-Beschränkungen sagte: „Du gibst das wieder, was Fernsehen, Zeitungen und Politiker Dir sagen. Hinterfrage nichts“ und anfügte: „Selbst, wenn Menschen niedergeschlagen und verhaftet werden. Das ist zum Wohl aller.“ Saibou unterstrich dies mit einem erhobenen Zeigefinger und am Ende des Videos mit dem Anlegen einer Schutzmaske und den Worten: „Also. Blatt vor dem Mund.“ Wolfgang Wiedlich, der Präsident der Bonner Mannschaft, distanzierte sich von diesen Äußerungen. Saibous Lebensgefährtin Wester warf Wiedlich und Medien „Unwahrheiten und Beleidigungen“ vor. Sie und Saibou hätten nur „den Einschnitt in die Grundrechte wahrgenommen und dies hinterfragt“, so Wester gegenüber der Deutschen Presseagentur.[11]

Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), sagte laut Verband, er habe ein „sehr angenehmes“ Telefonat mit dem Spieler geführt. Saibou habe erklärt, dass er mit seinen Äußerungen zur Diskussion habe anregen wollen. „Ob das nun in Form und Art das Richtige war, darüber kann man sicher streiten“, teilte der DBB mit. „Andere Meinungen“ solle man aber „zulassen und auch aushalten“, hieß es seitens des Verbandes.[12] Anfang August 2020 wurde Saibou von den Bonnern fristlos entlassen, die Mannschaftsführung gab „Verstöße gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“ als Grund an. Der Verein warf ihm unter anderem vor, bei einer Demonstration vorsätzlich gegen die Schutzregeln verstoßen zu haben und ein „permanentes Infektionsrisiko“ darzustellen.[9] Saibou erläuterte, er habe ein „reines Gewissen bezüglich meines Verhaltens auf der Demonstration und auch bezüglich des Gebrauchs meines Grundrechts, der Meinungsfreiheit“. Er kündigte Mitte August 2020 an, gegen die fristlose Kündigung der Telekom Baskets Bonn zu klagen.[11]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Deutscher Vizemeister NBBL
  • 2009: Deutscher Meister NBBL
  • 2010: November „ProB-Youngster des Monats“
  • 2011, 2018, 2019: Deutscher Vizemeister

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angenehme Sorgen für den wilden Haufen Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung (Rhein-Main) vom 1. April 2014, von Jörg Daniels, Gießen, Abgerufen am 15. September 2014
  2. BBL: Joshiko Saibou wechselt nach Crailsheim Artikel von ZEIT ONLINE vom 21. Juni 2014; Abgerufen am 15. September 2014
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 10. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.albaberlin.de
  4. DBB-Herren: Rödl nominiert Kader. Deutscher Basketball Bund, abgerufen am 13. Juli 2019.
  5. easyCredit - 8687 Joshiko SAIBOU. Abgerufen am 10. Juli 2019.
  6. Der Schmerz ist akut bei Alba Berlin. Abgerufen am 10. Juli 2019.
  7. Nationalspieler Joshiko Saibou wechselt von Berlin nach Bonn. Abgerufen am 10. Juli 2019.
  8. easyCredit - 8687 Joshiko SAIBOU. Abgerufen am 4. August 2020.
  9. a b Baskets kündigen Joshiko Saibou fristlos. Abgerufen am 4. August 2020.
  10. Alexandra Wester und Joshiko Saibou: Moderne Sportlerliebe auf morgenpost.de, 13. Januar 2019
  11. a b Saibou klagt gegen Entlassung: „An mir wurde zu Unrecht ein Exempel statuiert“. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. August 2020]).
  12. Thilo Neumann, DER SPIEGEL: Weitspringerin und Basketballer verbreiten Verschwörungstheorien: Die kruden Thesen der Sportstars - DER SPIEGEL - Sport. Abgerufen am 4. August 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]