Kögel Trailer

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Kögel Trailer GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1934
Sitz Burtenbach, Deutschland
Leitung

Thomas Heckel, Thomas Eschey, Petra Adrianowytsch, Massimo Dodoni, Josef Warmeling

Mitarbeiterzahl

ca. 1200 (2017)

Umsatz 450 Mio. EUR (2017)
Branche Fahrzeugbau
Website www.koegel.com

Die Kögel Trailer GmbH & Co. KG mit Sitz in Burtenbach wurde ursprünglich 1934 von Franz Xaver Kögel gegründet und ist heute einer der größten europäischen Hersteller von Nutzfahrzeugen, u. a. für Anhänger und Auflieger.

Haupteingang des Firmensitzes
Kögel Werk in Burtenbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Gründung und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Xaver Kögel übernahm am 1. Mai 1934 die kleine Wagnerei seines Lehrherren in Neu-Ulm.[1] 1937 übersiedelte Kögel nach Ulm in die Blaubeurer Straße.[2] Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1944 die Produktionsstätte in der Blaubeurer Straße fast vollständig zerstört.[3]

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Heereszeugamt baute Kögel 1945 erneut eine Produktionsstätte auf.[4] Den Schritt vom Handwerks- zum Industriebetrieb vollzog Kögel 1956 mit der Produktionsaufnahme in den neu erbauten Fertigungshallen im Industriegebiet Donautal[5] 1962 gründete Kögel im badischen Karlsdorf in der Nähe von Bruchsal das „Werk 2“ für die Herstellung von Isolieraufbauten und -anhängern.[6] „Werk 3“ entstand 1967 mit der Übernahme der Fahrzeugbau Wilhelm Seibel im hessischen Hanau.[7] Zusammen mit Dipl.-Ing. Karl Weinmann gründet F.X. Kögel 1969 die Kamag Transporttechnik.[8] Kögel erwarb 1973 die FAKA (Fahrzeugwerke Kannenberg) in Bückeburg/Niedersachsen.[9]

Mit der Kamag Corporation of America wurde 1980 ein Stützpunkt in Florida zur Betreuung des amerikanischen Marktes geschaffen.[10] Kögel übernahm 1984 ein Fahrzeugbauunternehmen in Marz, Burgenland und baute den Standort zur österreichischen Niederlassung „Kögel-Marz Ges.m.b.H.“ aus.[11] Mit der Firma Jinan Auto Refitting Factory wurde 1989 ein Lizenzvertrag über die Fertigung von Kühlaufbauten geschlossen. Aus der langjährigen Erfahrung im Fahrzeugbau entstand das Kögel-Baukastensystem. Damit vollzog sich der Schritt von der Einzelanfertigung zur standardisierten Serienfertigung.[12] 1990 übernahm Kögel im sächsischen Werdau einen großen Teilbereich des ehemaligen volkseigenen Betriebes (VEB) Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ und baute diesen zu einem modernen leistungsfähigen Produktionsbetrieb aus.[13] Das ehemalige Stahlbauunternehmen Marcam Kögel S.A. in Polen wurde in Form einer Beteiligung der Kögel-Gruppe 1990 angegliedert und fertigte Fahrzeugkomponenten für die deutschen Werke.[14]

Aktiengesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 – Kögel wird Aktiengesellschaft: Mit dem Gang an die Börse ist Kögel das erste Unternehmen der Anhänger und Aufbauten produzierenden Industrie, das als Aktiengesellschaft firmiert.[15]
  • 1991 – Lizenzvertrag mit Orličan a.s., Tschechien: Mit dem tschechischen Unternehmen Orličan in Choceň wird ein Lizenzvertrag über die Herstellung von Kühlaufbauten abgeschlossen. Neben der Herstellung von Großbaugruppen für die deutschen Produktionsbetriebe wird das Werk auch wichtiger Lieferant kompletter Fahrzeuge für den tschechischen Markt.[16]
  • 1992 – Joint Venture in China: Aus der erfolgreichen Lizenzproduktion geht 1992 die Gründung des Joint Venture JINAN KÖGEL SPECIAL AUTOMOBILE CO. LTD. hervor.[17]
  • 1993 – Kögel übernimmt Teile von Kässbohrer: Mit der Übernahme der Auflieger- und Anhängerfertigung der Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH im bayerischen Burtenbach übernimmt Kögel den führenden Anbieter im Bereich der Nutzfahrzeug-Aufbauten und Anhänger für General Cargo, kombinierten Verkehr und Fahrzeuge für die Bauwirtschaft.[18]
  • 1994 – Weiteres China-Joint Venture: Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens „JINAN HONGQI-Kögel TRAILER MAKING Co. Ltd.“ Beginnt in china die Produktion von Sattelanhängern und Trockenfrachtaufbauten für General Cargo Transporte. Ebenfalls 1994 beginnt die „JINAN SAF AXLE Co.Ltd.“ unter Beteiligung der österreichischen Kögel-Marz Ges.m.b.H. mit der Produktion von Anhängerachsen.[19]
  • 1996 – Gründung der Kögel a.s.: Zur Eingliederung der Beteiligungsgesellschaft Orlican a.s. in den Kögel-Konzern und zur gleichzeitigen Durchführung notwendiger Strukturierungsmaßnahmen wird im Juni die Kögel a.s. gegründet.[20]
  • 1999 – Grundsteinlegung in Burtenbach: Rund 50 Kilometer entfernt vom Kögel-Stammsitz Ulm beginnt der Ausbau des Werks Burtenbach.[21]
  • 2000 – Projekt „Kögel 2000“: Das Werk in Burtenbach wird mit umfangreichen Investitionen zum modernsten Trailer-Werk Europas.[22]
  • 2001 – Qualität dank KTL: Als absolutes Novum führt Kögel eine Anlage für Kathodische Tauchlackierung mit Zinkphosphatierung als Korrosionsschutz ein.[23]
  • 2003 – Kompetenzzentren: Kögel bildet zwei Fertigungs-Kompetenzzentren: Burtenbach für offene Aufbauten (Pritschenfahrzeuge und Kipper), Werdau für geschlossene Aufbauten (Trockenfracht- und Isolierkofferaufbauten). Die Kühlfahrzeugproduktion wird von Karlsdorf nach Werdau verlagert, die Produktion im Werk Karlsdorf eingestellt.[24]

Insolvenz der Aktiengesellschaft und Neuanfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004 – Insolvenz beantragt: Am Montag, 26. Januar stellt die Kögel Fahrzeugwerke AG in Ulm Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Betroffen sind rund 1.200 Mitarbeiter. Im weiteren Verlauf des Jahres erfolgt die Übernahme von Teilen der ehemaligen Aktiengesellschaft durch die Trailer Holding GmbH, München. Gründung der „Kögel Fahrzeugwerke GmbH“. Burtenbach wird neuer Firmensitz. Andere Teile, z. B. KAMAG und das Werk in Werdau, werden verkauft.[25]
  • 2006 – Geglückter Neuanfang: Die Kögel Fahrzeugwerke GmbH fertigt mit etwa 1.000 Mitarbeitern rund 12.000 Fahrzeuge pro Jahr. Mehr als zwei Drittel werden ins europäische Ausland geliefert.[26]
  • 2007 – Rekordjahr: 450 Mio. Euro Umsatz und Jahresproduktion von 24.000 Fahrzeugen. Etablierung des Unternehmens unter den zehn weltgrößten Trailerherstellern.[27]

Erneute Insolvenz und Übernahme durch Humbaur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kögel Feldversuch mit Euro Trailer und LangLKW
  • 2009 – Insolvenz: Die aufkommende weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise führt bei Kögel zu einem spürbaren Auftragsrückgang. Die Produktionskapazität wird gedrosselt. Am 3. August 2009 musste die Kögel Fahrzeugwerke GmbH einen Insolvenzantrag stellen. Am 30. Oktober 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und der Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm zum Insolvenzverwalter bestellt.[28]
  • 2009 – Neuanfang: Kögel wird vom Unternehmer Ulrich Humbaur aus Gersthofen übernommen, der bis heute eine Zwei-Markenstrategie verfolgt und damit die Eigenständigkeit der Marke Kögel sichert. Es wurde eine neue Gesellschaft unter der Firma Kögel Trailer GmbH & Co. KG mit Sitz in Burtenbach gegründet. Die Komplementärin Kögel Trailer Verwaltungs-GmbH hat ihren Sitz in Gersthofen.[29]
  • 2012 – Neues Kompetenzzentrum „Kögel PurFerro GmbH & Co. KG“: Kögel erwirbt das Kompetenzzentrum für Sandwichpaneelen in Duingen von der European Van Company. Das Werk wurde in den 1970er-Jahren in Duingen von der Graaff-Waggonbau gegründet und entwickelte sich in kürzester Zeit zum gefragten Zulieferer für Trockenfracht- und Kühlkofferhersteller. Kögel ist damit wieder ein Hersteller von Kofferaufbauten, der alle Kompetenzen innerbetrieblich besitzt.[30]
    Kögel Produktportfolio

Produktportfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Euro Trailer Cargo Rail

Das Kögel Produktportfolio umfasst im Speditionsgewerbe Sattelauflieger („Trailer“) von 18 t bis 42 t zGG. Dazu gehören die Pritschenfahrzeuge Kögel Cargo, Kögel Light, Kögel Mega und der höhenoptimierte Mega perfect height mit genau vier Metern Außenhöhe. Als Kofferfahrzeuge stehen branchenspezifische Lösungen der Baureihen Kögel Cool und Kögel Box, der Premium-Kühlkoffer Cool – PurFerro quality und der Box – PurFerro quality zur Verfügung. Die Wechselsysteme Kögel Swap, Kögel Combi und Kögel Port sowie die Chassis Cargo, Mega und Cool runden das Produktprogramm für das Speditionsgewerbe ab. Für das Baugewerbe – Modelle ab 30 t zGG – gibt es den Baustoffsattel Multi, den Kögel Tieflader als Drehschemel 3-achsig oder 4-achsig sowie eine 3-Achs-Sattelvariante. Muldenkipper sind in 2-Achs- und 3-Achs-Versionen mit 24 m³ oder 27 m³ erhältlich.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeitschrift: Lastwagen + Omnibus ..100 Jahre LKW, S. 127
  • Auto-Reporter.Net vom 28. Januar 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 8
  2. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 25
  3. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 25
  4. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 74
  5. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 25–26
  6. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 6
  7. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel Seite 6
  8. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 42
  9. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 7
  10. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 43–44
  11. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 7
  12. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 74
  13. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 8
  14. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 8
  15. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 53
  16. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 8
  17. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 76
  18. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 76
  19. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 76
  20. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 76
  21. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 9
  22. Dieter Mutard, Christine Karras, Lothar Riesenegger: F.X.K. – Franz Xaver Kögel Ein Leben für das Unternehmen Liebel Druck und Verlag, Bad Waldsee, S. 76
  23. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 10
  24. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 10
  25. DGA.DE: Kögel Fahrzeugwerke AG mit Insolvenzplan aus der Krise. DGAP Website. Abgerufen am 19. September 2013.
  26. Last&Kraft Sonderedition 1/2009: 75 Jahre Kögel S. 10
  27. Beitrag in XING Forum LKW FRIENDS on the road von Thomas Rosenberger, Chefredakteur der lastauto omnibus. XING Website. Abgerufen am 19. September 2013.
  28. Amtsgericht Neu-Ulm, Insolvenzgericht, IN 295/09
  29. KFZ-Anzeiger: Unternehmerischer Neustart in Burtenbach. KFZ-Anzeiger Website. Abgerufen am 28. August 2013.
  30. Kranmagazin-Meldungen per e-mail. Kranmagazin Website. Abgerufen am 28. August 2013. Auch: Presseinformation vom 29. Februar 2012.