Duingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Duingen
Duingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Duingen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 0′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Samtgemeinde: Leinebergland
Höhe: 193 m ü. NHN
Fläche: 59,62 km2
Einwohner: 4944 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31089
Vorwahl: 05185
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 041
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Töpferstraße 9
31089 Duingen
Webpräsenz: www.duingen.de
Bürgermeister: Klaus Krumfuß (CDU)
Lage der Gemeinde Duingen im Landkreis Hildesheim
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Duingen (hochdeutsche Aussprache nach Schriftbild [ˈdʊɪŋən], dialektal (ostfälisch) Daujen [ˈdaʊʒən])[2] ist ein Flecken in der Samtgemeinde Leinebergland im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Es ist Mitglied der Region Leinebergland, ein nach dem Leader-Ansatz gegründeter freiwilliger Zusammenschluss verschiedener Städte und Gemeinden im südlichen Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Holzen-Ith auf Duingen

Duingen liegt etwas östlich vom Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln im Leinebergland zwischen Ith, Thüster Berg und Duinger Berg. Nahe liegt die Quelle des südwestlichen Leine-Zuflusses Saale. Durch den Duinger Wald führen mehrere Wander- und Fahrradwege zur idyllisch gelegenen Duinger Seenplatte mit dem Bruchsee, Humboldtsee, Ententeich und Weinbergersee.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Duingen besteht aus folgenden Ortsteilen:

(Einwohnerzahlen: Stand 30. November 2016)[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Duingen zwischen 826 und 876 als Duthungun schriftlich erwähnt.[4] Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Suffix -ung oder -unga[5] zu einem Grundwort *duð/þ- unbekannter Bedeutung (vielleicht eine Pflanzenbezeichnung).[6][7] Geschichtliche Varianten des Ortsnamens sind u. a. Dudingen, Tuingoburg, Dujen.

Im April 948 weilte der Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches, der spätere römisch-deutsche Kaiser Otto I. in Duingen.[8]

Um 1233 lebten die „Ritter von Duingen“ in der sogenannten „Tinne“. Die „Tinne“ steht im Alfelder Weg und ist Duingens ältestes Haus. Im Jahre 1642 wurde das Hirtenhaus im Hirtenweg 1 gebaut. Duingen hatte zu diesem Zeitpunkt rund 800 Einwohner. Die erste Windmühle wurde 1661 auf dem Windmühlenweg errichtet. 1742 wurde die Windmühle baufällig und neu aufgebaut. Bis Ende der 60er Jahre im letzten Jahrhundert war der Müllermeister Großmann tätig. Die Mühle wurde später zu einem Wohnhaus umgebaut. 1911 wurde die Freiwillige Feuerwehr Duingen gegründet. 1977 kam Duingen zum Landkreis Holzminden und wurde 1981 in den Landkreis Hildesheim umgegliedert.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Capellenhagen und Fölziehausen eingegliedert.[9] Am 1. November 2016 wurden die Gemeinden Coppengrave, Hoyershausen, Marienhagen und Weenzen eingemeindet. Zeitgleich wurde die Samtgemeinde Duingen zur neuen Samtgemeinde Leinebergland fusioniert. Duingen ist dadurch nicht mehr Verwaltungssitz, erhielt aber Außenstellen der neuen Samtgemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Duingen setzt sich aus 4 Ratsfrauen und 13 Ratsherren folgender Parteien zusammen:[10]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister der Gemeinde Duingen ist Klaus Krumfuß (CDU). Seine Stellvertreter sind Andrea Prell (SPD) und Wolfgang Schulz (WGL).[10]

Wappen der Gemeinde Duingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde wurde das Ortswappen am 22. August 1939 durch den Oberpräsidenten in Hannover verliehen. Die Überreichung durch den Landrat aus Alfeld wurde am 9. Dezember desselben Jahres durchgeführt.[11]

Wappen von Duingen
Blasonierung: „In blauem Schild auf grünem Dreiberg sitzend eine silberne Taube mit goldener Bewehrung; darüber in der linken Schildecke eine silberne heraldische Rose mit goldenen Kelchblättern und Staubgefäßen.“[11]
Wappenbegründung: Das Wappen ist von einem seit dem 17. Jahrhundert für Duingen nachzuweisenden Fleckensiegel abgeleitet, das auf den Ortsnamen (Duwe-nigen/ Duwe = Taube) deutet. Das alte Siegel ist oftmals gewandelt; einmal ist die Taube nach links, dann wieder nach rechts gerichtet. Im Schnabel trägt dieselbe ein gelegentlich als Palmwedel, dann wieder als Oelzweig zu deutendes Reis. Später ist dem Wappen eine heraldische Rose als Beizeichen gesetzt worden. Anfänglich fand sie sich über dem Schild, später im Schild über dem Rücken der Taube. Ob dieses Zeichen aus dem Wappen des Adelsgeschlechts „von Duingen“ entlehnt ward, ist zu vermuten; denn dieses führte drei Rosen im goldenen Schild. Das neueste festgelegte Fleckenwappen ist in Anlehnung an das überlieferte, aber in anderer Tingierung und unter Einfügung des Dreiberges sowie der Fortlassung des Reises im Schnabel der Taube gestaltet.

Wappen der eingemeindeten Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capellenhagen Coppengrave Fölziehausen Hoyershausen Lübbrechtsen Marienhagen Rott Weenzen
Wappen Capellenhagen Wappen Coppengrave Wappen Fölziehausen Wappen Hoyershausen Wappen Lübbrechtsen Wappen Marienhagen Wappen Rott Wappen Weenzen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Duinger Seenplatte (Bruchsee, Humboldtsee, Weinbergersee) in etwa vier Kilometer Entfernung vom Ort
  • Töpfermuseum Duingen[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es Kindergärten, eine Oberschule, eine Grundschule sowie zwei Supermärkte, einen Getränkemarkt und ein Hallenbad.

Verkehr
Bahnhof Duingen, Vereinsheim des Fördervereins Kleinbahn VDD
  • Duingen liegt an der Bundesstraße 240.
  • Der Bahnanschluss bestand früher in Form der Kleinbahn Voldagsen-Duingen-Delligsen. Mittlerweile ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, allerdings wird vom Förderverein Kleinbahn VDD ein musealer Verkehr in Richtung Voldagsen angestrebt.
  • Über die Buslinie 64 der Regionalverkehr Hildesheim GmbH ist Duingen an Alfeld und Thüste angebunden.
  • Wander- und Fahrradwege führen unter anderem zur Duinger Seenplatte.
Katholische Kirche Guter Hirt

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Katharinenkirche, 1735–1739 nach Plänen von Ernst Braun erbaut, befindet sich am Pfarrhof. Die Kirchengemeinde, deren Pastor und Pfarramt auch die Kirche in Coppengrave betreut, gehört zum Kirchenkreisverband Hildesheimer Land/Alfeld.

Die katholische Kirche Guter Hirt wurde 1960/61 an der Ebertstraße erbaut. Sie gehört seit 2006 zur Pfarrgemeinde St. Marien in Alfeld.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Töpferstraße am Ortsausgang. Die Gemeinde wurde 1930 gegründet, 1953 wurde ihr erstes Kirchengebäude geweiht. Die Gemeinde gehörte zum Kirchenbezirk Hildesheim und wurde 2014 geschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Busch: Duingen: ein niedersächsischer Töpferort. Ausstellungskatalog. Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums 2. Braunschweig 1975.
  • Ralf Busch: Mittelalterliche und neuzeitliche Töpfereien zwischen Alfeld und Deister. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 48: Hannover, Nienburg, Hildesheim, Alfeld. Teil I: Einführende Aufsätze. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1981. Seiten 224–231. Mit Literaturangaben.
  • Historisches Museum am Hohen Ufer Hannover. In Zusammenarbeit mit Westermann’s. Hannover 1986. Seite 113: Abbildung „Braunes Duinger Steinzeug“.
  • Ulrich Fliess: Volkskundliche Abteilung. Ausstellungskatalog des Historischen Museums am Hohen Ufer Hannover II. Hannover 1972. Seite 95–98: Duinger Steinzeug (Geschichtlicher Überblick) und Ausstellungsstücke in der Wandvitrine 141 (zugehörige Abbildungen in Tafel 14).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Friedrich Becker: Datt Dausche Platt. In: Duinger Heimat- und Kulturverein e.V. (Hrsg.): Schriftenreihe des Heimat- und Kulturvereins. Band 16, 2016, S. 12.
  3. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Leinebergland. Vom: 30. November 2016, abgerufen am 20. September 2017 (pdf-Datei).
  4. Dr. Paul Wigand (Hrsg.): Traditiones Corbeienses. F. A. Brockhaus, Leipzig 1843, § 352, S. 77 (am Rand: Dudingen).
  5. Rosemarie Lühr (Hrsg.): Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen. V: iba - luzillo. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-20771-0 (Lemmata: -ing/-ung, -inga/-unga; Autor: Harald Bichlmeier).
  6. Guus Kroonen: Etymological Dictionary of Proto-Germanic. In: Alexander Lubotsky (Hrsg.): Leiden Indo-European Etymological Dictionary Series. Band II. Brill, Leiden / Boston 2013, ISBN 978-90-04-18340-7, S. 106 (Lemma: *dudra/on-).
  7. Gerhard Köbler: Altenglisches Wörterbuch. Buchstabe D. 2014, abgerufen am 28. März 2017 (Lemma: dȳþ).
  8. Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde (Hrsg.): Momunenta Germaniae Historica. Band 1. Impensis Bibliopolii Hahniani, 1879, S. 181.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  10. a b Rat der Gemeinde Duingen. Auf: Internetseite der Samtgemeinde Gronau (Leine), abgerufen am 3. Juli 2017.
  11. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung).
  12. Töpfermuseum Duingen. In: Internetseite der Samtgemeinde Leinebergland. Abgerufen am 25. Juli 2018.