König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg

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König Ludwig GmbH & Co. KG
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1871
Sitz Fürstenfeldbruck, Deutschland
Leitung Oliver Lentz und Stephan Fahrig
Branche Brauerei
Website www.koenig-ludwig-brauerei.com

Die König Ludwig GmbH & Co. KG (kürzer: König Ludwig Brauerei) mit Hauptsitz im oberbayerischen Fürstenfeldbruck ist eine mittelständische bayerische Brauerei. Die Brauerei ist aus der Schloßbrauerei Kaltenberg hervorgegangen. 2001 ist die König Ludwig GmbH & Co.KG eine Partnerschaft eingegangen zwischen Luitpold Prinz von Bayern, seiner Schloßbrauerei Kaltenberg Irmingard Prinzessin von Bayern GmbH einerseits und der Warsteiner Brauerei andererseits. Die König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg ist Lizenznehmerin der König Ludwig International, die von Luitpold Prinz von Bayern kontrolliert wird. Die Getränkemarken „König Ludwig Dunkel“, „König Ludwig Weissbier“, „König Ludwig Hell“ sowie „Kaltenberg“ sind im Eigentum der Lizenzgeberin, der König Ludwig International. Sie führt diese Marken weltweit und hat in vielen Ländern an Dritte Lizenzrechte vergeben.[1][2] 2004 wurden 340.000 hl gebraut, davon 100.000 hl in Kaltenberg.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name und der offizielle Slogan „Bier von königlicher Hoheit“ rührt daher, dass die Brauerei, die in erster Linie durch ihre Marken König Ludwig Dunkel und König Ludwig Weissbier bekannt ist, auf das bayerische Königshaus zurückgeht und lange Zeit noch ein Wittelsbacher, Luitpold Prinz von Bayern, die Geschäftsführung innehat. Heute ist die Geschäftsführung in Händen von zwei angestellten Geschäftsführern. Luitpold Prinz von Bayern ist weiterhin Geschäftsführer der König Ludwig International GmbH & Co. KG.[3]

Standorte[Bearbeiten]

Ursprünglicher Standort ist das Schloss Kaltenberg, hier wird auch heute noch gebraut. 1980 wurde der Marthabräu in Fürstenfeldbruck übernommen, seitdem ist dort die Verwaltung und ein Großteil der Produktion angesiedelt. Weitere Standorte sind der Oberbräu in Holzkirchen und das Brauhaus Thannhausen.

Geschichte der Brauerei[Bearbeiten]

Schloss Kaltenberg

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bereits 1260 gründete das Haus Wittelsbach die erste Brauerei, wenig später (1292) erbaute Herzog Rudolph das Schloss Kaltenberg. Es wird angenommen, dass seitdem an jener Stelle Bier gebraut wird. Nach einer langen wechselvollen Geschichte gelangte es erst 1955 zurück in den Besitz der Wittelsbacher, die zuvor durch das Bayerische Reinheitsgebot und das über 200 Jahre andauernde Weißbiermonopol die bayerische Braukunst geprägt hatten. Seitdem ziert das alte bayerische Königswappen die Kronkorken der Flaschen (die bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising verwendet das ähnliche, alte bayerische Staatswappen von 1923).

Geschichte der Schlossbrauerei Kaltenberg[Bearbeiten]

Die Schlossbrauerei in ihrer heutigen Form wurde 1871 eröffnet[4] und trat 1920 der Münchener Unionsbrauerei (heute Löwenbräu) bei. Seit 1955 ist die Brauerei wieder in Besitz der Familie Wittelsbach, 1976 übernimmt Luitpold Prinz von Bayern Schloss und Brauerei. Als Geschäftsführer setzte er auf die Nischenstrategie. Die Brauerei spezialisierte sich auf Dunkles Bier. Seitdem wurde der Bekanntheitsgrad der Biere (vor allem durch das seit 1979 stattfindende Kaltenberger Ritterturnier) und die Produktion erheblich gesteigert. 1980 konnte der Marthabräu in Fürstenfeldbruck übernommen werden.[5] 2003 wurde eine enge Kooperation mit der Postbrauerei Thannhausen eingegangen. Die Postbrauerei blieb dabei weiterhin ein eigenständiger Familienbetrieb.[6] Seither wurden noch weitere Brauereien übernommen wie 2007[7] der Holzkirchner Oberbräu. Durch Lizenzvergabe werden Biere unter dem Namen Kaltenberg weltweit gebraut und vertrieben.

Marken und Märkte[Bearbeiten]

Ein Glas Kaltenberg

Produkte[Bearbeiten]

Biere aus Kaltenberg[Bearbeiten]

  • König Ludwig Dunkel

Biere aus Fürstenfeldbruck[Bearbeiten]

  • Prinzregent Luitpold Weizenbock
  • König Ludwig Weissbier Hell
  • König Ludwig Weissbier Dunkel
  • König Ludwig Weissbier Kristall
  • König Ludwig Weissbier Leicht
  • König Ludwig Weissbier Alkoholfrei

Biere aus Holzkirchen[Bearbeiten]

  • König Ludwig Hell

Marke „Kaltenberg“[Bearbeiten]

  • Kaltenberg Spezial
  • Kaltenberg Schlosskeller naturtrüb
  • Kaltenberg 3,8
  • Kaltenberg Leicht
  • Königliches Festtagsbier
  • Kaltenberg Ritterbock

Sonstige[Bearbeiten]

Neben den Marken König Ludwig und Kaltenberg wird noch die Marken Holzkirchner Oberbräu, in den Braustätten der König Ludwig Brauerei hergestellt. In Kooperation mit der Postbräu Thannhausen werden Biere der Marken Postbräu und Münz, sowie Mineralwasser und Limonaden vertrieben.

König Ludwig in Lizenz[Bearbeiten]

Biere unter dem Markennamen „Kaltenberg“ sind in den folgenden Ländern auf dem Wege der Lizenzierung durch die König Ludwig International vertreten:

Kaltenberg und das Oktoberfest[Bearbeiten]

Um eine mögliche Teilnahme der Schlossbrauerei am Münchener Oktoberfest wird seit mehr als 20 Jahren ein erbitterter und medienträchtiger Rechtsstreit geführt. Denn obwohl das Fest anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig (I.) durch die Wittelsbacher ins Leben gerufen wurde, darf die Wittelsbacher Brauerei heute nicht teilnehmen, da hierzu nur Münchener Betriebe zugelassen werden.

Luitpold Prinz von Bayern vermutet hinter dieser Regelung ein Kartell der (heute mehrheitlich unter ausländischer Kontrolle stehenden) Großbrauereien und beruft sich seinerseits auf die königliche Tradition (beim ersten Fest sei sogar Bier aus Wien ausgeschenkt worden) und die Unterstützung der Bevölkerung (Prinz von Bayern rechnet vor, dass die Öffnung der Wiesn für Brauereien aus dem Umland den Bierpreis auf dem Oktoberfest drastisch senken würde). Doch jedes Jahr wird seine Bewerbung vom zuständigen Organisationskomitee aufs Neue abgelehnt.

Zahlreiche Protestaktionen haben bisher nicht geholfen: Ein von ihm organisierter „alternativer Brauereinzug“ brachte ihm eine Verwarnung wegen Behinderung des Verkehrs ein. Als er die Ausschließung durch Aufstellen einer „mobilen Brauerei“ zu umgehen versuchte, wurden kurzerhand die Statuten geändert, und eine kleine Brauerei in einem Münchener Gasthaus bekam keine Betriebsgenehmigung.

KLD-Asso99[Bearbeiten]

Ein exklusiver Werbeträger der Brauerei war die König Ludwig Dunkel (BYC) von Luitpold Prinz von Bayern, eine Asso99, welche als Regattayacht im Segelsport unterwegs war. Das Schiff mit dunkelbraunem Rumpf zerschellte auf dem Gardasee an einem Felsen.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.warsteiner-gruppe.de/DEU/index/215
  2. http://www.warsteiner-gruppe.de/DEU/index/107
  3. Imprint auf www.royal-bavarian-beer-selection.com, abgerufen am 24. Juli 2015
  4. Company Profile, auf www.royal-bavarian-beer-selection.com, abgerufen am 24. Juli 2015
  5. Die Braustätte Fürstenfeldbruck, auf www.koenig-ludwig-brauerei.com, abgerufen am 24. Juli 2015
  6. Postbräu will weiter hoch hinaus, auf www.augsburger-allgemeine.de, abgerufen am 21. September 2015
  7. Die Braustätte Holzkirchen, auf www.koenig-ludwig-brauerei.com, abgerufen am 24. Juli 2015
  8. Öl, auf www.kronleins.se, abgerufen am 24. Juli 2015
  9. Kaltenberg, auf www.ochakovo.ru, abgerufen am 24. Juli 2015
  10. Kaltenberg Pils, auf www.ocen-piwo.pl, abgerufen am 24. Juli 2015
  11. www.svgverlag.de, Bericht "Asso99 zieht junge Segler an"