Königsforst-Marathon

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Der Königsforst-Marathon gehört zu den ältesten Marathonveranstaltungen in Deutschland. Er findet seit 1973 im Frühjahr im Königsforst in Bensberg / Bergisch Gladbach bei Köln statt.

Erstmals wurde er 1973 von der LG Rhein-Berg unter der Leitung von Gottfried Küpper organisiert und ab 1978 bis 2013 dann vom gemeinnützigen Verein Königsforst-Marathon e.V. unter der Leitung von Manfred Blasberg, der im Jahr 2013 verstorben ist. Um die Tradition fortzuführen, ist seit 2014 das TV Refrath running team[1], eine Abteilung des Turnverein Refrath 1893 e.V., unter der Leitung von Jochen Baumhof Veranstalter des Marathons[2][3]. Mitglied bei German Road Races ist der Lauf seit 2015.[3]

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der 42,195-km-Strecke sind ein Halbmarathon (seit 1975) und ein 63,3-km-Ultralauf (seit 2021) im Programm. Die Strecke ist ein Rundkurs durch den Königsforst auf festem Waldboden mit ein paar Asphaltpassagen und befestigten Fahrwegen. Die Strecke führt am Monte Troodelöh vorbei, der höchsten Erhebung der Stadt Köln.[4] Für den Marathon wird die Halbmarathonstrecke zweimal durchlaufen, für den Ultra dreimal.

Von 1973 bis 1982 wurde die Originalstrecke absolviert, mit Start auf dem Schloßfeldweg und Ziel auf dem Schulhof der Realschule. Ab 1983 wurde auf einem neu vermessenen Rundkurs mit Start und Ziel an der der Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt)[5] gelaufen, da durch den Bau der BaSt die letzten Meter der Originalstrecke nicht mehr benutzbar waren. 1987 wurde eine kurzfristig erstellte 14-km-Runde absolviert, da viele Streckenabschnitte wegen der Wetterlage unbenutzbar waren. 1998 wurde der Kurs noch einmal leicht verändert, um auch kürzere Distanzen anbieten zu können.

Seit 2017 wird auf einer leicht veränderten Strecke gelaufen.[6] Start und Ziel, sowie die Startnummernausgabe befinden sich nun am neuen Veranstaltungszentrum, dem Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg[7], nur wenige Meter vom Originalstart von 1973 entfernt.

Rückblick auf die Anfänge des 'Volkslauf' im Königsforst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Start erfolgte am 8. April 1973 um 9 Uhr an der Johannes-Gutenberg-Realschule in Bensberg. 596 Starter, fast nur Männer und "auch einige Frauen", wie die Presse erstaunt anmerkte, wagten den Start in den Marathon. Als Zeitvorgabe waren 8 Stunden ausgegeben. Das Startgeld betrug 10 Mark. Um 9 Uhr machten sich die Männer und Frauen laufend, gehend und wandernd auf den Weg. Sogar aus Holland, Belgien und der Schweiz waren einige angereist. "Offizielle Gruppen" kamen vom Bundesgrenzschutz und den belgischen Streitkräften.

Erster Sieger wurde Helmut Urbach, damals der herausragende Ultra-Läufer in Deutschland, mit knapp vier Minuten Vorsprung auf Hans van Kasteren. Auf Platz 3 blieb auch Herbert Stöcker noch unter 2:30 h. Das hat es danach nie wieder gegeben. Erste Siegerin wurde Lucia Preusker aus Neuss in 4:08 h mit nur einer Minute Vorsprung auf Marthel van den Berg aus Münster.

Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung brauchten die Organisatoren zwei Jahre, um die nächste Veranstaltung an den Start zu bringen. 1975 ergänzten sie um einen Halbmarathon und seitdem fand der Königsforst-Marathon (fast) jedes Jahr statt. 1987 wurde wegen vereister Strecke anstelle des Halbmarathon nur ein 14-Kilometer-Lauf ausgetragen. Der Marathon fand statt: Es wurden 3 Runden gelaufen. Herbert Steffny gewann über 14 km und merkte hinterher scherzhaft an, er habe nicht gewusst, dass "ein Crosslauf zu bestreiten" sei. Denn die Passagen im Königsforst waren doch ziemlich schlammig.

Nur 2007 konnte der Lauf wegen der durch den Orkan Kyrill verursachten Schäden nicht durch das Forstamt genehmigt werden.

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2020 wurde der Marathon aufgrund der COVID-19-Pandemie erstmals auf den Herbst verschoben. Im Modus Run Happy Days starteten über 600 Frauen und Männer in kleinen Startgruppen im 10 Minuten-Abstand den ganzen Vormittag lang. Am 18.10. im Marathon und Halbmarathon und am 25.10. nur im Halbmarathon.

Die die COVID-19-Pandemie auch im März 2021 zum regulären 2021er-Termin am dritten Märzwochenende eine Durchführung nicht zuliess, erfolgte abermals einen Korrektur der Planungen: Der 47. Königsforst-Marathon im Jahr 2021 findet im März als virtuelle Variante (Motto: RUN GREEN - RUN VIRTUAL) und am 7. November als realer Lauf (Motto: RUN GREEN - RUN HAPPY) statt. Erstmals wird auch ein 63,3 km Ultralauf angeboten. Der Start für die drei Runden durch den Königsforst ist für 9.30 Uhr geplant. Um 10.00 Uhr sollen dann Halbmarathon (eine Waldrunde) und Marathon (zwei Waldrunden) starten.[8]

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele bekannte Namen erscheinen in den Siegerlisten. Schnell wieder im Ziel waren beispielsweise: Herbert Steffny, Maciek Miereczko, Astrid Benöhr und die aktuell beste deutsche Ultraläuferin Nele Alder-Baerens.

Helmut Urbach hielt von 1973 bis 2020 den Marathon-Streckenrekord. Dann löste ihn Dominik Fabianowski ab. Sechsfache Rekordsiegerin und Inhaberin des Streckenrekords im Marathon ist seit 1994 Birgit Lennartz-Lohrengel. Auf drei Halbmarathon-Siege kommt Petra Maak, seit 1993 die Inhaberin des Halbmarathon-Streckenrekords. Den Streckenrekord im Halbmarathon der Männer halten nach ihrem gemeinsamen Sieg im Jahr 1984 Michael Longthorn und Kurt Stenzel. Ein besonderes Novum: 1984 gewann auch im Marathon ein Duo zeitgleich: Georg Stock und Helmut Urbach.

Veranstaltungsrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marathon

Halbmarathon

Die Strecke wurde bislang zweimal leicht verändert. Das Profil veränderte sich dadurch allerdings nicht.

Siegerinnen- und Siegerlisten[9][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Männer Zeit (h) Frauen Zeit (h)
  2020 Dominik Fabianowski 2:24:39 Nele Alder-Baerens 3:08:10
  2019 Nikki Johnstone 2:36:54 Michaela Nicht 3:21:03
  2018 Dominik Fabianowski 2:34:03 Susanne Loewen 3:27:20
  2017 Dominik Fabianowski 2:38:41 Susanne Schulze 2:56:23
  2016 Robert Wilms 2:43:36 Annabel Diawuoh 3:24:04
  2015 Moritz Kufferath 2:47:04 Carmen Otto 3:19:12
  2014 Sascha Velten 2:49:34 Annabel Diawuoh 3:20:13
  2013 Till Schramm 2:41:37 Antje Möller 3:10:50
  2012 Jochen Kümpel 2:53:49 Annabel Diawuoh 3:21:48
  2011 Frank Hardenack 2:49:05 Gudrun Schyns 3:27:22
  2010 Philipp Nawrocki 2:49:53 Karin Meuser 3:31:53
  2009 Uwe Jungbluth 2:41:35 Anne Staeves 3:15:19
  2008 Frank Dietrich 2:47:40 Birgit Lennartz-Lohrengel 3:17:36
  2007 kein Lauf wg.Sturm 0:00:00 kein Lauf wg. Sturm 0:00:00
  2006 Ralph Hettrich 2:53:08 Irina Kretschmann 3:13:10
  2005 Jochen Kümpel 2:51:43 Susanne Beisenherz 3:36:18
  2004 Felix von Witsch 2:48:19 Carmen Otto 3:19:43
  2003 Ernst Brüssel 2:53:13 Astrid Benöhr 3:14:56
  2002 Uwe Totzke 2:42:49 Astrid Benöhr 3:21:50
  2001 Ger Bodelier 2:40:58 Ulrike Steeger 3:21:42
  2000 Martin Lohbreyer 2:47:11 Ulrike Steeger 3:19:19
  1999 Holger Schieberle 2:38:03 Astrid Benöhr 3:14:53
  1998 Peter Marke 2:43:22 Birgit Kieven 3:11:44
  1997 Arne Heuser 2:43:18 Nicole Kresse 2:57:28
  1996 Burkhard Lennartz 2:46:39 Birgit Lennartz-Lohrengel 3:09:53
  1995 Burkhard Lennartz 2:42:50 Astrid Benöhr 3:08:42
  1994 Ernst Brüssel 2:38:11 Birgit Lennartz-Lohrengel 2:53:32
  1993 Burkhard Lennartz 2:33:24 Ulrike Steeger 3:12:49
  1992 Ralf Kraus 2:36:02 Ulrike Steeger 3:21:54
  1991 Ralf Kraus 2:43:11 Gisela Schneider-Endroweidt 3:09:00
  1990 Burkhard Lennartz 2:34:29 Angelika Böttcher 3:05:49
  1989 Heinz-Josef Fetten 2:39:35 ‚Mausi‘ Gantenbein 3:22:43
  1988 Christoph Kraeber 2:35:40 Lilo Köllen 3:11:18
  1987 Georg Stock 2:38:28 Ursula Koether 3:22:17
  1986 Harald Sakowski 2.32:52 Sonja Mero 3:16:14
  1985 Martin Lüchtefeld 2:33:26 Helga Weinbrenner 3:12:58
  1984 Helmut Urbach + Georg Stock 2:36:21 Marion Keutgen 3:10:06
  1983 Helmut Urbach 2:38:33 Annemarie Hackhausen 3:19:41
  1982 Jaques Smeets 2.34:35 Ursula Koether 3:16:10
  1981 Klaus Krämer 2:29:29 leider keine Ergebnisliste 0:00:00
  1980 Alfons Everz 2:31:44 Waltraud Wollenberger 3:17:25
  1979 Georg Stock 2:35:30 Margret Zeihe 3:45:12
  1978 Clovis Morales 2:33:40 Gerda Reinke 3:17:15
  1977 Helmut Urbach 2:31:02 Marlene Spira 3:31:30
  1976 Jozef Rombourse 2:29:44 Gretel Meschede 3:08:10
  1975 Helmut Urbach 2:28:00 Gretel Meschede 3:20:42
  1974 kein Lauf 0:00:00 kein Lauf 0:00:00
  1973 Helmut Urbach 2:25:46 Lucia Preusker 4:08:00

Halbmarathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Männer Zeit (h) Frauen Zeit (h)
  2020 Patric Starosta 1:15:17 Silke Schneider 1:29:37
  2019 Maciek Miereczko 1:14:31 Adele Blaise-Sohnius 1:25:07
  2018 Markus Mey 1:16:41 Kristina Roth 1:29:14
  2017 Maciek Miereczko 1:11:41 Silke Schneider 1:28:47
  2016 Arnar Pétursson 1:10:22 Julia Kümpers 1:24:29
  2015 Dennis Klusmann 1:14:30 Liz Roche 1:28:21
  2014 Dennis Klusmann 1:16:50 Jaqueline Funke 1:29:09
  2013 Sebastian Leins 1:18:28 Jaqueline Funke 1:29:01
  2012 Christoph Leisner 1:14:20 Rike Westermann 1:24:23
  2011 Sebastian Leins 1:14.04 Jutta Schmitz 1:33:06
  2010 Martin Koller 1:15:46 Marion Eschweiler 1:29:21
  2009 Andrej Bullach 1:18:14 Jaqueline Funke 1:35:34
  2008 Detlef Ellebrecht 1:12:53 Theresa Körtgen 1:28:28
  2007 kein Lauf wg.Sturm kein Lauf wg.Sturm
  2006 Bernd Bücheler 1:16:10 Sigrid Zündorf 1:34:05
  2005 Frank Röttgen 1:18:05 Stefanie Glasenapp 1:35:27
  2004 Sasa Perisic 1:13:48 Birgit Lennartz-Lohrengel 1:29:46
  2003 Sasa Perisic 1:13:47 Annette Weiss 1:24:28
  2002 Frederique de Coninck 1:12:28 Ulla Rosen 1:26:31
  2001 Olaf Möller 1:11:53 Astrid Benöhr 1:32:57
  2000 Lieven van Severen 1:13:21 Ulla Rosen 1:24:24
  1999 Lieven van Severen 1:13.11 Ulrike Steeger 1:27:35
  1998 Patrick Küpper 1:16:02 Birgit Lennartz-Lohrengel 1:27:33
  1997 Sasa Perisic 1:13:17 Sandra Schönbach 1:22:34
  1996 Axel Lüder 1:12:28 Sandra Schönbach 1:25:48
  1995 Andre Kirch 1:12:36 Ute Jenke 1:22:51
  1994 Olaf Schimmel 1:10:43 Monika Bach 1:26:17
  1993 Martin Grüning 1:07:18 Petra Maak 1:17:57
  1992 Olaf Kästner 1:10:46 Petra Maak 1:18:38
  1991 Bernd Schüttler 1:13:07 Birgit Reefschläger 1:18:53
  1990 Torsten Storch 1:08:11 Rosemarie Kößler 1:25:05
  1989 Bernd Feldhoff 1:15:35 Kirsten Fischer 1:26:37
  1988 Herbert Einsiedel 1:11:05 Anke Breitenbach 1:22:42
  1987 Herbert Steffny (14 km) 0:46:03 Sabine Weiss (14 km) 0:55:28
  1986 Andreas Cromm 1:10:47 Sabine Weiss 1:23:43
  1985 Andreas Cromm 1:08:41 Barbara Berk 1:22:47
  1984 Michael Longthorn + Kurt Stenzel 1:06:40 Birgit Lennartz-Lohrengel 1:20:27
  1983 Heinz Schneider 1:10:43 Petra Maak 1:23:59
  1982 Peter Hermanns 1:10:28 Lilo Köllen 1:24:49
  1981 Peter Morawski 1:09:30 Lilo Köllen 1:24:50
  1980 Carsten Dette 1:10:12 Petra Niklas 1:24:23
  1979 Klaus Orthen 1:08:37 Lilo Köllen 1:30:03
  1978 Klaus Orthen 1:10:03 Waltraud Kopatz 1:34:57
  1977 Günter Gortziel 1:10:49 Anneliese Ohm 1:33:42
  1976 Pierre Staeleus 1:10:44 Sigrun Schumacher 1:33:22
  1975 Jean Leray 1:16:50 Rosemarie Augustiak 1:40:10

Mehrfachsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrfach siegreich im Königsforst waren bislang 11 Frauen und 12 Männer. Auf das Konto dieser 23 Personen gehen 67 Siege im Königsforst. Hinzu kommen ebenso 23 Personen, die (bislang) je einmal gewonnen haben, entweder im Marathon oder im Halbmarathon.

  • Rekordsiegerin im Königsforst ist Birgit Lennartz-Lohrengel. Sie gewann je 3× die volle und die halbe Distanz.
  • Auf fünf Siege kommen Astrid Benöhr (1xHM, 4xM) und Helmut Urbach (5xM)
  • Burkhard Lennartz und Ulrike Steeger haben vier Marathonsiege auf dem Konto.
  • Dominik Fabianowski gewann die gesamte Distanz seit 2017 bislang drei Mal, ebenso wie Georg Stock zwischen 1979 und 1987 und Annabel Diawuoh zwischen 2012 und 2016.
  • Lilo Köllen, Petra Maak, Jaqueline Funke und Sasa Perisic gewannen drei Mal den Halbmarathon.
  • Doppelsiege verbuchten Gretel Meschede, Sandra Schönbach, Sabine Weiss, Silke Schneider, Klaus Orthen, Andreas Cromm, Lieven van Severen, Dennis Klusmann und Maciek Miereczko im Halbmarathon sowie Ralf Kraus und Ernst Brüssel im Marathon.

Veranstaltungen seit 1973[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marathon: 46
  • Halbmarathon: 44

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TVR running team
  2. FAQ – Köfo-M 2018 A–Z. (PDF; 95,3 kB) In: tvrweb.de. TV Refrath, 16. August 2017, S. 7, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  3. a b Claus Boelen-Theile: Laufspektakel: Das ändert sich beim Königsforst-Marathon 2017. In: rundschau-online.de. 7. Dezember 2016, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  4. Detlev Ackermann: Laufstreckengeheimnisse Teil 7: Königsforst. In: www.laufen-in-koeln.de. 9. Februar 2009, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  5. Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt)
  6. Königsforst-Marathon – 21,1 km neuer Rundkurs 2017. (PDF; 283 kB) In: rheinische-anzeigenblaetter.de. 26. Februar 2017, abgerufen am 18. Oktober 2017.
  7. Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg.
  8. TV Refrath: Königsforst Marathon - das grüne TV Refrath Lauf Event. Abgerufen am 14. Februar 2021 (deutsch).
  9. Alle Ergebnisse zum Königsforst-Marathon in Bensberg. In: Königsforst Marathon. Abgerufen am 9. Januar 2021 (deutsch).