Kangaatsiaq

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Kangaatsiaq (mittelgroße Landspitze)
Kangâtsiaĸ
Blick auf Kangaatsiaq
Blick auf Kangaatsiaq
Kommune Kommune Qeqertalik
Distrikt Kangaatsiaq
Geographische Lage 68° 18′ 30″ N, 53° 27′ 38″ WKoordinaten: 68° 18′ 30″ N, 53° 27′ 38″ W
Kangaatsiaq (Grönland)
Kangaatsiaq
Einwohner 561
(1. Januar 2019)
Zeitzone UTC-3

Kangaatsiaq [kaˈŋaːt͡sːiɑq] (nach alter Rechtschreibung Kangâtsiaĸ) ist eine grönländische Stadt im Distrikt Kangaatsiaq in der Kommune Qeqertalik.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kangaatsiaq liegt auf einer Landspitze, die Teil der Halbinsel Kangaatsiap Nunaa ist. Eine Meerenge trennt das Kap von der Insel Inussulik. Um den Ort herum liegen zudem mehrere Inseln, darunter das westlich gelegene Umiiarfik und die Inseln Qeqertannguaq und Qeqertannguup Ikkarlua im Nordwesten. Die Stadt liegt am äußeren Ende des Fjord- und Schärensystems des Kangaatsiaq-Archipels. Die nächste Siedlung ist das 19 km südlich gelegene Ikerasaarsuk.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kangaatsiaq ist im Gegensatz zu den meisten anderen Städten in Grönland, die von den Kolonialisten gegründet wurden, ursprünglich ein Wohnplatz.[2] 1846 wurde Kangaatsiaq zum Udsted.

1915 lebten 118 Personen im Ort, die in 14 Wohnhäuser lebten. Dazu gab es eine Wohnung für den Udstedsverwalter, die 1851 als Fachwerkbau mit halbhoher Torfmauerfassade und Dachschindeln gebaut wurde. Der Laden wurde 1911 als Fachwerkgebäude mit Holzverkleidung errichtet. Es gab außerdem zwei Speckhäuser, von denen eines aus Holz und das andere aus Torfmauern gebaut wurde. Die Schulkapelle wurde 1870 gebaut und war ein Fachwerkgebäude mit Torfmauerfassade und Dachpappe. In ihr befand sich ein Harmonium, das von der Bevölkerung mitbezahlt worden war. Neben 26 Jägern und zwei Fischern gab es in Kangaatsiaq einen Udstedsverwalter, eine Hebamme und einen Katecheten. 1920 wurde eine neue Schulkapelle gebaut. Später wurden eine neue Wohnung für den Udstedsverwalter und mehrere Fischhäusern gebaut. 1939 wurde eine Schule gebaut. 1941 lebten 176 Menschen in Kangaatsiaq und 1950 waren es bereits 196. Die Einwohnerzahl stieg weiter auf 266 Personen im Jahr 1960 und 371 im Jahr 1970.[3]

Obwohl Kangaatsiaq ab 1950 Sitz der Gemeinde Kangaatsiaq war, handelte es sich bei dem Ort auch lange um den einzigen Gemeindesitz Grönlands ohne Stadtrechte.[4] Diese wurden schließlich 1986 vergeben, wodurch Kangaatsiaq die jüngste Stadt Grönlands ist.[5] Dennoch funktionierte zuvor wie danach die Gemeinde als Teil der Gemeinde Aasiaat, da viele kommunale Funktionen in Aasiaat aufzufinden waren. Bereits in den 1960er Jahren hatte man überlegt die gesamte Gemeinde zu entvölkern, was jedoch nicht geschah.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Kangaatsiaqs arbeitet hauptsächlich in den Bereichen Verwaltung, Dienstleistung und Handel und zu einem kleineren Teil in der Fischerei. Royal Greenland betreibt eine Fischfabrik in Kangaatsiaq, in der Seehase, Gestreifter Seewolf und Dorsch eingefroren und zu Trockenfisch verarbeitet werden. Der Tourismus bildet einen weiteren bedeutenderen Wirtschaftssektor im Ort. Es werden beispielsweise Hundeschlittentouren sowie Walbeobachtungen angeboten; zusätzlich können auch Polarlichter betrachtet werden.[5]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kangaatsiaq verfügt für eine Stadt über verhältnismäßig wenige Straßen und Wege. Im Winter läuft der innerörtliche Verkehr über Hundeschlitten und Schneemobile. Über den Heliport Kangaatsiaq existiert von November bis April eine Flugverbindung nach Aasiaat. Von Mai bis Dezember kann der Ort über den Seeweg angelaufen werden, während den Rest des Jahres die Eisverhältnisse die Zugänglichkeit bestimmen. Der Hafen besteht aus einem zwölf Meter langen Kai an einem drei Meter tiefen Hafenbecken.

Nukissiorfiit ist für die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung zuständig. Strom wird durch ein Dieselkraftwerk bereitgestellt. Frischwasser wird aus zwei nahegelegenen Seen abgeleitet. Abfälle werden deponiert und verbrannt. Der größte Teil der Gebäude in Kangaatsiaq ist nicht an ein Abwassersystem angeschlossen. TELE Greenland ermöglicht die telekommunikative Verbindung von Kangaatsiaq aus.[5]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kangaatsiaqs Bewohner werden mit einer Pilersuisoq-Filiale mit Gütern versorgt. In der Stadt gibt es ein Café, mehrere Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen, ein Versammlungsgebäude, einen Fußballplatz und eine Krankenstation mit Zahnarztpraxis und Pflegeheim. An den Kindergarten ist auch ein Freizeitklub angeschlossen. Die Schule beherbergt eine Bibliothek und einen weiteren Freizeitklub. Kangaatsiaq ist zudem Standort einer Berufsschule.

Mehrere Gebäude in Kangaatsiaq sind geschützt.[5]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Kangaatsiaq stieg bis Mitte der 1990er Jahre stark an, sinkt jedoch seit Mitte der 2000er Jahre wieder.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kangaatsiaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Kangaatsiaq bei groenlandkreuzfahrt.de
  3. Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 123 f.
  4. Kangaatsiaq vil nu have bystatus in der Atuagagdliutit vom 3. Oktober 1984
  5. a b c d Kangaatsiaq bei qaasuitsup-kp.cowi.webhouse.dk
  6. Bør Kangâtsiaĸ kommune nedlægges? in der Atuagagdliutit vom 30. Juli 1964
  7. Einwohnerzahl Kangaatsiaq 1977–2019 bei bank.stat.gl