Karl Hillebrand (Essayist)

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Karl Hillebrand (* 17. September 1829 in Gießen; † 19. Oktober 1884 in Florenz) war ein deutscher Essayist, Publizist, Kulturwissenschaftler und Literaturhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Hillebrand war der Sohn des Gelehrten Joseph Hillebrand und der Bruder von Julius Hubert Hillebrand. Er begann an der Hessischen Ludwigs-Universität Rechtswissenschaft zu studieren und war zwei Semester Fuchs im Corps Starkenburgia.[1] Er wechselte an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er nahm an der Septemberrevolution 1848 teil und engagierte sich in der Badischen Revolution für die Reichsverfassungskampagne. Danach lebte er als Flüchtling in Straßburg und Paris, wo er Sekretär von Heinrich Heine war. Später absolvierte er ein Studium an der Universität Bordeaux. Ab 1863 war er Professor für fremde Literaturen an der philosophischen Fakultät der Universität Douai. Im Jahre 1870 demissionierte er, wohl aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges. Anschließend folgte er seiner Lebensgefährtin Jessie Laussot nach Florenz. 1879 heiratete er sie.[2] Im Alter von 55 Jahren starb er als freier Schriftsteller in Florenz, wo er seine letzte Ruhestätte fand.

Er kannte die meisten deutschsprachigen Schriftsteller und Philosophen seiner Zeit (u. a. Friedrich Nietzsche), aber auch Musikerpersönlichkeiten wie Hans von Bülow persönlich und korrespondierte mit ihnen. Hillebrand galt viele Jahre als Experte für Frankreich und Italien. Er war Ehrenbürger der Stadt Florenz.[3] Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Karl-Hillebrand-Preis für Essays. Seine nachgelassenen Schriften liegen im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte Frankreichs von der Thronbesteigung Louis Philipps bis zum Falle Napoleons III. Gotha: Perthes
    • Bd. 1 Die Sturm- und Drangperiode des Julikönigtums (1877)
    • Bd. 2 Die Blüthezeit der parlamentarischen Monarchie (1879)
    • Bd. 3 Die Julirevolution und ihre Vorgeschichte (1881)
  • Unbekannte Essays. Bern: Francke, 1955
  • Zeiten, Völker und Menschen. Berlin: Oppenheim, 1902
    • Bd. 1 Frankreich und die Franzosen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
    • Bd. 2 Wälsches und Deutsches
    • Bd. 3 Aus und über England
    • Bd. 4 Profile
    • Bd. 5 Aus dem Jahrhundert der Revolution
    • Bd. 6 Zeitgenossen und Zeitgenössisches
    • Bd. 7 Culturgeschichtliches
  • Italia 1.1874 – 4.1877

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans von Bülow, Briefe, Bde. 4-7, hg. von Marie von Bülow, Leipzig 1900–1908 (Briefe und Schriften, 5-8).
  • Wolfram Mauser: Karl Hillebrand. Leben, Werk, Wirkung. Vorarlberger Verlags-Anstalt, Dornbirn 1960.
  • Wolfram Mauser: Hillebrand, Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 147 f. (Digitalisat).
  • Richard Moritz Meyer: Hillebrand, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 50, Duncker & Humblot, Leipzig 1905, S. 333–339.
  • Anna Maria Voci: Karl Hillebrand. Ein deutscher Weltbürger. Istituto Italiano di Studi Germanici, Roma 2015, ISBN 978-88-95868-12-7.
  • Klaus-Dieter Schroth: Karl Hillebrand – ein Starkenburgerfuchs. Corpszeitung der Starkenburgia, Nr. 222, 31. März 2017, S. 75 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Renoncenliste der Starkenburgia vom Sommersemester 1848
  2. Dietrich Mack: Wagners Frauen. Insel Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-458-19373-9, S. 35.
  3. Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1950. Band 1. de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-015485-4, S. 752 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).