Karlsburg (Bad Ems)

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Karlsburg, links das Badehaus

Die Karlsburg, auch Vier-Türme-Haus genannt, ist ein Stadtschloss in Bad Ems.

Den ursprünglichen Bau ließ 1696 Johann Karl von Thüngen beginnen, der während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung als kaiserlicher Feldmarschall gekämpft hatte. Für seine Badeaufenthalte in Bad Ems sollte das Schloss als Unterkunft dienen. Architekt war der kurtrierische Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani. Im Verlauf der französischen Revolutionskriege wurde das Haus stark verwüstet und war unbewohnbar. 1804 kam das ruinöse Haus in den Besitz des oranien-nassauischen Rentmeisters und Badeverwalters Goedecke und ging 1817 durch Kauf an den Badearzt Thilenius über. In der nun folgenden Zeit wurde das Gebäude umfassend saniert und zu einem Nobelhotel umgebaut. Schließlich ging das Schloss in den Besitz der herzoglich-nassauischen Domänenverwaltung über, die es an den Hotelier Heinrich Becker verpachtete. Von dieser Zeit ab beherbergte das Haus zahlreiche europäische Fürsten und Künstler wie z.B. Zar Alexander II. von Russland, dessen Gattin, Kronprinz Friedrich von Preußen oder auch Carl Maria von Weber. Heute beherbergt das Gebäude eine Außenstelle des Landesbetriebs Daten und Information Rheinland-Pfalz.[1]

Ehemaliges Badhaus

Das Badhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1845 wurde im Westen ein neues Badehaus an das Hotel angebaut, das mit Thermalwasser gespeist wurde. In einer Vielzahl von Badkabinen konnten die Kurgäste jeweils für eine Stunde ein Bad nehmen. 1956 erfolgte eine umfassende Sanierung und ein vollständiger innerer Umbau, nachdem der damals geplante Abbruch des Hauses durch Intervention der staatlichen Denkmalpflege verhindert werden konnte. 1968 wurde der Badbetrieb eingestellt, und das Badhaus wurde als Abstellschuppen von den Kurgärtnern genutzt. 2008 wurde das Badhaus renoviert und ein Restaurant sowie ein Theatersaal für das Kabarett Casablanca eingebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Weithoener: Bad Ems, Stadt mit Gesicht. Bad Ems 1987. S.89ff.
  • Paul-Georg Custodis: Bad Ems. 1975.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LDI, abgerufen am 20. Juli 2009.

Koordinaten: 50° 19′ 53,7″ N, 7° 43′ 16″ O