Kerstenbruch

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Kerstenbruch
Gemeinde Neulewin
Koordinaten: 52° 44′ 12″ N, 14° 16′ 14″ O
Höhe: 6 m ü. NHN
Einwohner: 79 (2005)
Postleitzahl: 16259

Kerstenbruch ist ein bewohnter Gemeindeteil der amtsangehörigen Gemeinde Neulewin im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland in Deutschland.

Die Gemeinde Neulewin wird vom Amt Barnim-Oderbruch verwaltet.[1] Bis zur Eingemeindung 1974 in die Gemeinde Neulewin war Kerstenbruch eine eigenständige Gemeinde.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt zwei Kilometer nördlich von Neulewin, direkt nördlich der Alten Oder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerstenbruch entstand nach Trockenlegung des Oderbruches ab dem Jahr 1753. Es waren damals vier große Höfe und zwölf kleine Höfe im Ort vorhanden. Im Jahr 1780 wurde ein Bethaus errichtet. Von 1799 bis 1802 wurden unter anderem eine Brauerei, eine Brennerei, eine Schmiede und ein Schulhaus erbaut. Die Ziegelei wurde erweitert. Von der Ziegelei sind nur noch Reste eines Feldbrandofens vorhanden. 1822 brannte das Dorf fast vollständig nieder, es wurde mit massiven Häusern wieder aufgebaut.

1842 wurde ein neues Schul- und Bethaus errichtet. 1900 wohnten hier 225 Menschen. 1911 wurde die Oderbruchbahn gebaut, auch Kerstenbruch erhielt einen Bahnhof. Der Personenverkehr wurde 1966 eingestellt, die Bahnstrecke wurde abgebaut.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1953 die LPG „Philipp Müller“ gegründet, 1960 entstand eine weitere LPG.

Besondere Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der ehemalige Feldbrandofen liegt östlich des Ortes auf freiem Feld. Er wurde wahrscheinlich um 1800 erbaut. Es ist der letzte Feldbrandofen in Brandenburg.
  • Der Speicher wurde wahrscheinlich von 1799 bis 1802 in der Nähe der Alten Oder als Teil des Gutes errichtet. Hier befand sich an der damals noch schiffbaren Alten Oder ein kleiner Hafen. Der Speicher diente zur Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten. Die Anordnung der Luken deutet auf drei Ebenen im Speicher hin. Der Speicher hat ein Krüppelwalmdach, an jeder Traufseite befinden sich Tore.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VI – Barnim. Bearbeitet von Lieselott Enders unter Mitarbeit von Margot Beck. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 16. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-83-9, S. 268 f.
  • Ilona Rohowski, Ingetraud Senst: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg. Band 9.1: Landkreis Märkisch-Oderland. Teil 1: Städte Bad Freienwalde und Neulewin, Dörfer im Niederoderbruch. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2006, ISBN 3-88462-230-7, S. 312–313.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg – Gemeinde Neutrebbin
  2. Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.15 Landkreis Märkisch-Oderland PDF
  3. Oderbruchbahn auf www.bahnstrecken.de