Klassenverhältnisse

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Filmdaten
OriginaltitelKlassenverhältnisse
ProduktionslandDeutschland, Frankreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1984
Länge126 Minuten
Stab
RegieJean-Marie Straub
Danièle Huillet
DrehbuchJean-Marie Straub
Danièle Huillet
ProduktionJanus Films
Hessischer Rundfunk
KameraWilliam Lubtchansky
Caroline Champetier
Christophe Pollock
Besetzung

Klassenverhältnisse ist ein deutscher Spielfilm des französischen Regisseurs Jean-Marie Straub und seiner Partnerin Danièle Huillet aus dem Jahr 1984. Es handelt sich um eine Verfilmung von Franz Kafkas unvollendetem Roman Der Verschollene.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der junge Karl wandert im frühen 20. Jahrhundert in die USA aus. Während er Überfahrt nach Amerika trifft er zufällig seinen reichen amerikanischen Onkel. Dieser nimmt sich Karl an und protegiert ihn. Als er jedoch einem Freund des Onkels einen Gefallen tut, wird er von seinem Onkel vor die Tür gesetzt. Karl zieht nun mit Delamarche und Robinson, die er in einem Gasthaus kennengelernt hat, herum, um Arbeit zu finden. In einem Hotel findet er einen Job als Liftboy. Diesen verliert er aber wieder, nachdem er den betrunkenen Robinson mit in den Schlafsaal mitgenommen hat. Ihm wird sogar Diebstahl und Trunksucht vorgeworfen. Im Laufe der Zeit passieren Karl weitere Missgeschicke und er muss viele Erniedrigungen erleiden. Am Ende landet Karl im Theater von Oklahoma, wo er erst einmal einfache technische Arbeiten durchführt.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Dokumentarfilm Jean-Marie Straub und Danièle Huillet bei der Arbeit an einem Film nach Franz Kafkas Romanfragment „Amerika“ wurde über die Dreharbeiten des Spielfilms gedreht.[1][2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Überwältigend, und überwältigend schön: die lange letzte Einstellung des ungewöhnlichen, sehenswürdigen und – genau so wichtig – hörenswürdigen Filmes „Klassenverhältnisse“, den Danièle Huillet und Jean-Marie Straub nach Franz Kafkas Amerika-Roman ‚Der Verschollene‘ gedreht haben.“

Rolf Michaelis in Die Zeit vom 21. September 1984.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film nahm am Wettbewerb der Berlinale 1984 teil und erhielt eine lobende Erwähnung.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfram Schütte (Hrsg.), Klassenverhältnisse. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1984. ISBN 3-596-24455-2. (Enthält u.a.: das Drehbuch des Films, Bericht von den Dreharbeiten von Dietrich Kuhlbrodt, Gespräch mit Straub / Huillet von Wolfram Schütte.)
  • Frieda Grafe: Die Dicken und die Dünnen. Zuerst erschienen in: Süddeutsche Zeitung vom 18. Oktober 1984, wiederveröffentlicht in: Film für Film, Schriften, 9. Band, Brinkmann & Bose, Berlin 2006, ISBN 3-922660-95-9, S. 226–229.
  • In: Filmkritik, Heft 9–10/1984:
    • Andreas Eisenhart: Zum letzten Mal V-Effekt,
    • Gespräch mit Straub / Huillet unter dem Titel Wie will ich lustig lachen, wenn alles durcheinandergeht,
    • Peter Nau: Verführung und Gewalt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harun Farocki: Jean-Marie Straub und Danièle Huillet bei der Arbeit an einem Film nach Franz Kafkas Romanfragment „Amerika“. Filmportal.de, abgerufen am 8. September 2015.
  2. Harun Farocki: Films 1983. Http://www.farocki-film.de/1983eg.htm.
  3. Rolf Michaelis: Bild-Sprach-Musik Kafkas Amerika-Roman als Film In: Die Zeit. 21. September 1984.
  4. Berlinale: 1984 Winners. In: berlinale.de. Abgerufen im 7. Juni 1984.