Klaus Oppitz

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Klaus Oppitz

Klaus Oppitz (* 1971 in Wels[1]) ist ein österreichischer Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Oppitz wuchs in Wels auf, wo er auch die Schule besuchte, die Matura legte er in Grieskirchen ab.[1] Er arbeitete zunächst als Werbetexter und Regisseur und veröffentlichte Kurzgeschichten.[2]

Film & Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit Rudi Roubinek, Gerald Fleischhacker und Mike Bernard gründete er 2008 das Autorenkollektiv Die Tafelrunde. Im Rahmen der Romyverleihung 2016 wurden sie mit einer Romy für die beste Programmidee für Bist Du deppert! ausgezeichnet.[3] Roubinek und Oppitz schreiben zusammen mit Robert Palfrader die Bücher für die TV-Sendung Wir sind Kaiser.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem satirischen Roman Auswandertag ließ Klaus Oppitz 2014 eine österreichische Familie vor dem rechten Bundeskanzler Michael Hichl in die Türkei als eines der reichsten EU-Länder flüchten und skizzierte Österreich als diktatorisch regierten Polizeistaat, der nach dem EU-Austritt frei von Ausländern, verarmt und von Massenarbeitslosigkeit und Inflation geplagt ist.[5][6][7][8][9] Das Buch wurde in adaptierer Fassung in Form von szenischen Lesungen unter anderem mit Lilian Klebow, Angelika Niedetzky, Aida Loos, Nadja Maleh u. v. a. aufgeführt, unter anderem in der Garage X.[10] Eine Dramatisierung[11] erfuhr Auswandertag im Mai 2015 am Salzburger Landestheater unter der Regie von Claus Tröger. 2016 erschien mit Landuntergang die Fortsetzung, in der sich Oppitz den Themen Rechtsextremismus und Terror widmet.[12][13][14][15]

Im selben Jahr war der Roman Auswandertag Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Abhandlung Umgekehrte Vorzeichen. Flucht und Flüchtlinge in Klaus Oppitz´ Auswandertag[16] von Stefan Alker, Leiter der Fachbereichsbibliothek Germanistik, Nederlandistik und Skandinavistik der Universität Wien, publiziert in der Sammlung literarischer Analysen Niemandsbuchten und Schutzbefohlene: Flucht-Räume und Flüchtlingsfiguren in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.[17][18]

2019 erschien im Verlag Kremeyr & Scheriau Klaus Oppitz´ Thriller Die Hinrichtung des Martin P.[19], die von der Kritik gefeierte[20][21][22][23] Geschichte eines Hassposters, der nach einer Todesdrohung gegen einen jugendlichen Kindermörder mit der Aufforderung konfrontiert wird, tatsächlich zu töten. Das Buch wurde im September 2019 gemeinsam mit Katharina Straßer im Wiener Rabenhof Theater vorgestellt.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oppitz ist Autor des Theaterstückes Gottes Sekretärin, das im Jänner 2008 unter seiner eigenen Regie im Theater Die Bühne in Purkersdorf bei Wien Premiere hatte.[24] In den Hauptrollen waren Lilian Klebow, Verena Scheitz und Hansi Lang zu sehen.[25][26][27] Das satirische Stück beschreibt das Psychoduell zwischen einer arbeitslosen Sekretärin und Gott kurz vor dem Weltuntergang, den Gott partout nicht verhindern will, da er zeit seiner immerwährenden Existenz die Erfahrung machen musste, dass durch seine Einmischungen alles immer nur noch schlimmer wurde. Gott tritt im Lauf der Handlung abwechselnd als Mann und Frau in Erscheinung. Er ist "flexibel", wie er selbst sagt.[28] Für Hansi Lang sollte "Herr Gott" seine letzte Rolle am Theater werden. Eine Wiederaufnahme im Herbst desselben Jahres scheiterte an seinem plötzlichen Tod.[29][30]

Eine weitere Theaterarbeit ist die Tragikomödie In Urlaub, die Klaus Oppitz zusammen mit Rudi Roubinek und Reinhard Nowak für das Wiener Rabenhof Theater schrieb. Die Uraufführung fand 2010 unter der Regie von Roman Freigaßner mit Roubinek und Nowak in den Hauptrollen statt.[31][32][33][34] Das Stück handelt von zwei rivalisierenden Thailandurlaubern, durch deren Konflikte miteinander ihre jeweiligen Lebenskrisen sichtbar werden.

Kabarett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit Michael Nikbakhsh steht Klaus Oppitz mit dem satirischen Polit-Quiz Niemand nennt uns Mitzi! als Kabarett-Duo Nikbakhsh&Oppitz auf der Bühne. Die Premiere fand im Oktober 2018 im Rabenhof Theater statt.[35][36][37][38]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottes Sekretärin, Theaterstück, Uraufführung 28. Februar 2008, Die Bühne, Purkersdorf
  • Wir sind Kaiser, TV-Serie (Autor, Regisseur), ORF
  • In Urlaub, Theaterstück (zusammen mit Reinhard Nowak und Rudi Roubinek), Uraufführung 27. Oktober 2010, Rabenhof Theater, Wien
  • Bist du deppert!, TV-Serie (Autor, Entwickler), Puls4
  • Auswandertag, Roman, Residenz-Verlag, St. Pölten/Salzburg/Wien 2014, ISBN 978-3-7017-1625-8
  • Tortenschlachten, Anthologie, Residenz-Verlag, St. Pölten/Salzburg/Wien 2015, ISBN 978-3-7017-1646-3
  • Landuntergang, Roman, Residenz-Verlag, Salzburg 2016, ISBN 978-3-7017-1658-6
  • Lösungen sind nicht die Antwort: Die schönsten Wortmeldungen aus der Politlandschaft, Residenz-Verlag, Salzburg 2017, ISBN 978-3-7017-3414-6
  • Die Hinrichtung des Martin P., Kremayr & Scheriau, Wien 2019, ISBN 978-3-218-01180-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Klaus Oppitz: „Die Politik-Satire ist mein großes Steckenpferd“. Artikel vom 13. Juli 2017, abgerufen am 13. Juli 2017.
  2. Residenz Verlag: Klaus Oppitz. Abgerufen am 19. Juni 2016.
  3. Kurier: Die Gewinner der Akademie-ROMY 2016. Artikel vom 14. April 2016, abgerufen am 19. Juni 2016.
  4. Kurier: Text-Reich für die ROMY-Moderationskönigin. Artikel vom 26. April 2014, abgerufen am 19. Juni 2016.
  5. Klaus Oppitz, Körperschaft Die Tafelrunde: Auswandertag: Roman. Residenz-Verl, St. Pölten ; Salzburg ; Wien 2014, ISBN 3-7017-1625-0 (dnb.de [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  6. Heute schon gelesen? – Buchtipp „Auswandertag“. In: Arge Jugend. 2. April 2015 (argejugend.at [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  7. Rezensionen - Auswandertag. In: www.borromaeusverein.de. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  8. Wiener Zeitung: "Auswandertag" blickt in Österreichs Zukunft. Artikel vom 4. September 2015, abgerufen am 19. Juni 2016.
  9. Falter: Klaus Oppitz und die Tafelrunde: Auswandertag. Abgerufen am 19. Juni 2016.
  10. Klaus Oppitz / Landuntergang - OÖ Gesellschaft für Kulturpolitik. Abgerufen am 19. Juni 2016.
  11. Der Tod riecht nach Oregano. In: zartbitter.co.at. (zartbitter.co.at [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  12. Klaus Oppitz: Landuntergang: Roman. Salzburg ; Wien, Residenz Verlag, 2016, 2016, ISBN 3-7017-1658-7 (obvsg.at [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  13. Österreich geht unter. Artikel vom 12. April 2016, abgerufen am 19. Juni 2016.
  14. Der Heilige im Bademantel. In: DiePresse.com. (diepresse.com [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  15. Literaturhaus Wien: Oppitz Klaus_Landuntergang. In: www.literaturhaus.at. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  16. Thomas Hardtke, Johannes Kleine, Charlton Payne: Niemandsbuchten und Schutzbefohlene: Flucht-Räume und Flüchtlingsfiguren in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Vandenhoeck & Ruprecht, 2016, ISBN 978-3-8470-0681-7 (google.de [abgerufen am 25. April 2018]).
  17. Wirth & Horn - Informationssysteme GmbH - www.wirth-horn.de: Niemandsbuchten und Schutzbefohlene | Vandenhoeck & Ruprecht. Abgerufen am 25. April 2018.
  18. Stefan Alker: Leseprobe "Umgekehrte Vorzeichen. Flucht und Flüchtlinge in Klaus Oppitz´ Auswandertag". In: Google Books. Vandenhoeck & Ruprecht Verlage, abgerufen am 25. April 2018 (dt).
  19. Die Hinrichtung des Martin P. In: Kremayr & Scheriau. Abgerufen am 7. Dezember 2019 (deutsch).
  20. 24 09 2019 Um 11:51: Klaus Oppitz' Roman über die Wutbürger als Henker. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  21. peter.pisa: Sind wir so, wie wir auf Facebook sind? Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  22. bücher de IT and Production: Die Hinrichtung des Martin P. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  23. Hängt ihn auf! - Hass im Netz. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  24. "Gottes Sekretärin": Satirische Weltrettungsaktion in Purkersdorf. In: vienna.at. (vienna.at [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  25. "Herr Gott" macht "Wiener Pasta" - Niederösterreich-Magazin. In: noev1.orf.at. Abgerufen am 16. Dezember 2016.
  26. Lilian Klebow - THEATER. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.klebow.com. Archiviert vom Original am 24. April 2017; abgerufen am 16. Dezember 2016.
  27. Klaus: Gottes Sekretärin - Gott würfelt DOCH! 8. April 2009, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  28. Klaus: Gottes Sekretärin - Gott und der Sex. 8. April 2009, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  29. Austropop-Legende Hansi Lang gestorben. In: DiePresse.com. (diepresse.com [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  30. Erster Todestag von Hansi Lang - oesterreich.ORF.at. In: wiev1.orf.at. Abgerufen am 16. Dezember 2016.
  31. Im Werden: Reinhard Nowak und Rudi Roubinek. In: DiePresse.com. (diepresse.com [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  32. Wiener Zeitung Online: Urlaub und Unschuld - Das Theater im Gemeindebau blickt auf erfolgreiche Saison zurück - Wiener Zeitung Online. In: Bühne - Wiener Zeitung Online. (wienerzeitung.at [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  33. TheaterRabenhof: IN URLAUB - Live im Rabenhof Theater. 28. Oktober 2010, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  34. Obersthofmeister Seyffenstein nackt. 27. Oktober 2010 (oe24.at [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  35. „Unterwegs in Österreich“ ab 8. Oktober aus Niederösterreich. OTS-Meldung vom 5. Oktober 2018, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  36. Rabenhof Theater Wien: Michael Nikbakhsh und Klaus Oppitz. Abgerufen am 5. Oktober 2018.
  37. "Niemand nennt uns Mitzi!": Schiefe Politzitate im Rabenhof - derStandard.at. Abgerufen am 17. Januar 2019 (österreichisches Deutsch).
  38. Nikbakhsh-Oppitz. Abgerufen am 7. Dezember 2019 (deutsch).