Nadja Maleh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nadja Maleh mit ihrem Soloprogramm Placebo im Passauer Scharfrichterhaus, Oktober 2015

Nadja Maleh (* 9. Juni 1972 in Wien) ist eine österreichische Kabarettistin, Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nadja Maleh ist die Tochter eines syrischen Arztes und einer Tirolerin. Nach einer neusprachlichen Ausbildung an einer Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS) in Wien 19 von 1982 bis 1990 machte sie bis 1994 eine Schauspielausbildung bei Michael Mohapp in der Theaterschule GAMES (Graumann Acting Musical Entertainment Studio) am Graumanntheater in Wien. 1994 absolvierte sie eine Ausbildung am „Internationalen Studio für Bewegungstheater im Odeon“. Seit 1998 nimmt sie Gesangsunterricht bei Olga Kolo-Varla und Michelle Friedmann.

Malehs erstes Soloprogramm Flugangsthasen feierte am 8. März 2007 im Wiener Kabarett Niedermair Premiere, das zweite Bühnenprogramm trägt den Titel Radio aktiv (Premiere: 4. Februar 2010, Kabarett Niedermair). Am 24. Jänner 2013 feierte ihr drittes Soloprogramm Jackpot im Wiener Stadtsaal Premiere. Seit 10. Februar 2015 tritt Maleh mit dem vierten Soloprogramm Placebo (Premiere in der Kulisse Wien) auf. Zeitgleich erschien ihr Debütalbum SONGS VOL 1 mit Liedern aus ihren Kabarettprogrammen.[1] Seit Anfang 2016 ist die Kabarettistin neben ihrer Tätigkeit als Ensemblemitglied von Grünwald Freitagscomedy des Bayerischen Rundfunks in mehreren TV-Produktionen der Sender Puls 4 und Servus TV zu sehen. Am 27. September 2016 fand die Premiere ihres überarbeiteten BEST-OF Kabarett Programms in der Kulisse Wien gemeinsam mit dem Gitarristen Bernd Alfons statt.

Kabarettprogramm-Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich bin viele – und die wollen alle raus“ ist neben dem jeweiligen Hauptthema das Grundgerüst von Malehs Kabarettsoli. Insgesamt hat sie für ihre Kabarettprogramme bisher über 25 fiktive Charaktere geschaffen.[2][3] Die wichtigsten sind:

  • Ramona Krummelanke, die älteste Figur von Nadja Maleh, hat ihren Ursprung in Die Wochenshow von Sat.1 aus dem Jahr 2001. „Ramöna“ hat mit ihrem sächsischen Akzent in jedem Soloprogramm einen Platz. In „Placebo“ tritt Ramona auch erstmals als Clown mit Zauberkunststückchen auf.
  • Die Figuren der blitzgescheiten Inderin Mandala, ihrer Großmutter Ganga und ihres Ehemanns Murti, traten erstmals 2007 in „Flugangsthasen“ in Erscheinung. Mandala spricht Englisch mit indischem Akzent und bleibt vor allem durch ihr typisches, markantes Lachen in Erinnerung.
  • Die alte Dame Frau Professor Huber, Mathematikerin und Physikerin, beleuchtet ebenfalls seit „Flugangsthasen“ die wichtigen Themen des Lebens mit wissenschaftlicher Akribie und schlauem Humor.
  • Leila ist Migrationshelferin in einem Deutschinstitut (seit „Flugangsthasen“), spricht arabischen Akzent und ist mit typisch orientalischer Mimik und Gestik gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus.
  • Tante Melanie (auch: Melanie B.) ist eine bauernschlaue Kindergärtnerin mit burgenländisch-steirischem Akzent. Das Publikum bildet ihren „Kindergarten“ und meist ist dann ein männlicher Zuschauer Ziel von Melanies Scherzen. Diese interaktive Rolle ist erstmals 2010 in „Radioaktiv“ zu finden.
  • Ebenfalls seit „Radioaktiv“ ist die Russin Olga vertreten. Sie steht unter anderem auf dem Standpunkt, dass schon die erste Frau – „Jeva“ – eine Russin gewesen sein muss. Denn nur eine Russin sei in der Lage, sich nackt und mit einem halben Apfel in der Hand wie im Paradies zu fühlen.
  • Celine (früher Claudette) erklärt dem Publikum mit französischem Charme, Akzent und Gesang alles über die Liebe (seit „Radioaktiv“).
  • Der Antidrogen-Streetworker und Rapper Dragan tritt erstmals 2015 im jüngsten Soloprogramm „Placebo“ in Erscheinung. Er spricht eigentlich perfekt Deutsch, hat sich aber entschlossen im Balkan-Akzent (orig.: fachkanakisch) zu sprechen, um von den Jugendlichen besser verstanden zu werden. Der Höhepunkt seines Auftritts ist der „Neurotransmitta-Rap“.

Kabarett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Lachen bis zum Schluss“, Kabarett im Graumanntheater, Regie: Michael Mohapp, 1993/1994
  • „Frauen jenseits des Nervenzusammenbruchs“, gemeinsam mit Valerie Bolzano, Regie: Andy Hallwaxx, 1997, 1998 und 1999
  • „Spacegirls“, gemeinsam mit Valerie Bolzano, Regie: Andy Hallwaxx, 1998, 1999 und 2000
  • „Laute(r) Stars“, Comedyshow, Kulisse Wien, 2004
  • „Mitten am Rand“, Kabarett Simpl Wien, 2004/2005[4]
  • „One Night Stand – Die Comedy Show“, Comedyshow, 2008, mit Stefan Haider und Michael Schuller[5]
  • Hyundai Kabarett-Tage, 2012 und 2014[6]
  • Wiener Kabarettfestival, 2011, 2013 und 2015[7]

Solo-Kabarettprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Flugangsthasen, Regie: Marion Dimali
  • 2010: Radio aktiv, Regie: Marion Dimali
  • 2013: Jackpot, Regie: Marion Dimali[8][9][10][11]
  • 2014: Start von BEST-OF Kabarett, Auszüge aus ihren Kabarettprogrammen als eigenständiges Soloprogramm, das laufend mit den neuesten Sketches adaptiert wird.[12][13]
  • 2015: Placebo, Regie: Marion Dimali[14][15][16]
  • 2016: BEST-OF Kabarett, Neubearbeitung, Regie: Marion Dimali

Fernsehen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Goldfisch, Nadja Maleh als Charlie Chaplin
  • „Love at first touch“, von Friedrich Zorn, 2001
  • „Poem to be translated“, Kurzfilm von Frederick Baker, 2002
  • „Summer with the ghosts“, Kinder-Kinofilm, 2002
  • „Schön, dass es dich gibt“, Regie: Reinhard Schwabenitzky, ORF, 2005[27]
  • „Conny und die verschwundene Ehefrau“, Regie: Reinhard Schwabenitzky, ORF, 2005[28]
  • Crazy Race 3 – Sie knacken jedes Schloss“, Regie: Axel Sand, RTL, 2005
  • „Der Goldfisch“, Stummfilm (Rolle des Charlie Chaplin), Regie: Sandra Öhl-Wögerbauer, 2006
  • „Rotkäppchen-Wege zum Glück“, Märchen-Comedy, ORF/Pro7, 2006

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: „Cinema & Comedy“, mit Gidon Kremer & Kremerata Baltica, Aleksey Igudesman, Richard Hyung-Ki Joo
  • 2009: „Plan B“, mit Stefan Haider, Kabarettprogramm
  • 2010: „Ärztlich Willkommen“, Alex Kristan & Roman F. Szeliga
  • 2012: „5 nach 12“, mit Stefan Haider, Kabarettprogramm[36]
  • 2013: „shake it baby“, mit Stefan Haider, Kabarettprogramm
  • 2015: „Sexy Jesus“, mit Stefan Haider, Kabarettprogramm
  • 2016: „Free Jazz“, mit Stefan Haider, Kabarettprogramm

Audio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: „Im Namen meines Körpers“, von Heba El Afifi. Die Autorin schildert in diesem Buch Wünsche, Hoffnungen. Überlegungen und auch aktuelle Alltagssituationen junger Frauen und Männer in Ägypten- in Monolog- wie Dialogform. Eine Auswahl der Texte aus diesem Buch wurden in Arabisch in Kairo und in Deutsch in Wien aufgenommen. Nadja Maleh wirkt an der Produktion der Audio CD mit. AlbertVera Verlag, Wien, ISBN 978-3-9503164-1-4[37]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nadja Maleh mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nadja Maleh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. inskabarett.at: Informationen zu Nadja Maleh, abgerufen am 4. März 2016
  2. Clips zu Die Wochenshow, Placebo und Radioaktiv, abgerufen am 4. März 2016
  3. Markus Freiler: Nadja Maleh: Placebo In: diekleinkunst.at vom 10. Februar 2015, abgerufen am 4. März 2016
  4. Kabarett Simpl, Personen: Nadja Maleh, abgerufen am 4. März 2016
  5. Stefan Haider: Bisherige Programme, abgerufen am 4. März 2016
  6. ORF III: Hyundai Kabarett Tage, abgerufen am 4. März 2016
  7. ORF Wien: Kabarettfestival startet im Rathaus, abgerufen am 4. März 2016
  8. Matthias Ziegler: Bittere Wahrheiten In: Wiener Zeitung vom 31. Jänner 2013, abgerufen am 4. März 2016
  9. Veronika Schmidt: Nadja Maleh zeigt den Weg ins Glück In: Die Presse vom 25. Jänner 2013, abgerufen am 4. März 2016
  10. Werner Rosenberger: Von Prolo bis Dummerl In: Kurier vom 25. Jänner 2013, abgerufen am 4. März 2016
  11. Kabarett.at: Frau Maleh sucht das Glück, abgerufen am 4. März 2016
  12. BEST-OF Kabarett, abgerufen am 4. März 2016
  13. Kultur.bz.it: Nadja Maleh – Best of Kabarett, abgerufen am 4. März 2016
  14. mozie: Nadja Maleh in Bestform In: Wiener Zeitung vom 11. Februar 2015, abgerufen am 4. März 2016
  15. Wohlfühlabend mit Nadja Maleh In: Kleine Zeitung vom 27. Februar 2015, abgerufen am 4. März 2016
  16. Gerhard Dorfi: Nadja Maleh: Glaube, Wirkung, Persiflage, In: Der Standard vom 22. April 2016, abgerufen am 27. April 2016
  17. APA-OTS: Absolut genial – die Comedy Arena,, abgerufen am 4. März 2016
  18. ORF-Kundendienst: Ex – eine romantische Komödie, abgerufen am 4. März 2016
  19. Ex – eine romantische Komödie, abgerufen am 4. März 2016
  20. B Team – Das Magazin, abgerufen am 4. März 2016
  21. Puls 4: Comedyfabrik – jetzt fängt die Woche gut an, abgerufen am 4. März 2016
  22. Christoph Silber: Comedy soll für Brüller sorgen In: Kurier vom 11. Jänner 2016, abgerufen am 4. März 2016
  23. APA-OTS: "Zum Brüller! – Der Komedy Klub", abgerufen am 4. März 2016
  24. ServusTV: Zum Brüller! – Der Komedy Klub, abgerufen am 4. März 2016
  25. „Bist Du deppert!“ geht in die dritte Runde auf der Webseite von Puls 4, abgerufen am 17. April 2017
  26. Sandra Čapljak: Gerald Fleischhacker geht in die dritte Runde mit „Bist du deppert!“ In: Der Standard vom 26. April 2016, abgerufen am 29. April 2016
  27. kino.de: Schön, dass es dich gibt, abgerufen am 4. März 2016
  28. ORF-Programm: Conny und die verschwundene Ehefrau, abgerufen am 4. März 2016
  29. Andy Hallwaxx Regie, abgerufen am 4. März 2016
  30. Waldviertler Hoftheater: Single mit 4 Frauen, abgerufen am 4. März 2016
  31. Forum Schwechat: Single mit 4 Frauen, abgerufen am 4. März 2016
  32. Vienna.at: Wienerlied meets Rock: Augustin im Stadtsaal vom 10. August 2012, abgerufen am 4. März 2016
  33. Augustin – Ein kabarettistisches Rock-Musical, abgerufen am 4. März 2016
  34. Premiere: Oh du lieber Augustin! In: Mein Bezirk vom 16. August 2012, abgerufen am 4. März 2016
  35. Michael Wurmitzer: „Die Tankstelle der Verdammten“: Von Rampensau zu Gemeindebau In: Der Standard vom 18. August 2016, abgerufen am 16. Oktober 2016
  36. ORF III: Stefan Haider – 5 nach 12, abgerufen am 4. März 2016
  37. Buchmarkt.at:Im Namen meines Körpers, abgerufen am 4. März 2016
  38. Stuttgarter Besen, auf der Webseite von web.ard.de, abgerufen am 24. August 2016
  39. Burgdorfer Krönung: Rückblick 2008, abgerufen am 4. März 2016